Tierhaltung mit Zukunft bedeutet für uns, Tierwohl, Wirtschaftlichkeit, Ökosystemleistungen und Ernährungssysteme konsequent zusammenzudenken. Wir verstehen, dass Tiere nicht nur tierische Lebensmittel produzieren, sondern um ihrer selbst willen zählen, landwirtschaftliche Kreisläufe schliessen und wichtige ökologische Leistungen liefern.
Darum entwickeln und fördern wir Haltungssysteme, die artgerechtes Verhalten ermöglichen, betrieblich tragfähig sind und Lösungen für Klimaschutz, Biodiversitätsverlust und Ressourcenknappheit integrieren. So gestalten wir eine Tierhaltung, die Tieren, Natur, Betrieben und Gesellschaft heute und in Zukunft nachhaltig nützt.
Wissenschaftliche Erkenntnisse verändern die Landwirtschaft erst dann, wenn sie in der Praxis ankommen. Damit Forschung solche Veränderungen anstossen kann, stellt das FiBL in der Tierhaltung die Bedürfnisse der Tiere an den Anfang. Das Projekt "SchweinErleben" zeigt diesen Ansatz beispielhaft: Das FiBL untersuchte das natürliche Verhalten von Schweinen in einer naturnahen Umgebung und machte das daraus entstandene Wissen für Landwirtschaft, Bildung und Gesellschaft erlebbar.
Ein zentraler Teil des Projekts war der Austausch mit unterschiedlichen Zielgruppen: Über Workshops mit Schulklassen, Führungen vor Ort, Medienberichte und digitale Angebote gelangte das Wissen weit über die Landwirtschaft hinaus. Gleichzeitig schuf der direkte Einblick in das Verhalten der Schweine neue Impulse für die Praxis. So zeigte beispielsweise das ausgeprägte Nestbauverhalten der Sauen vor der Geburt, wie wichtig Bewegungsfreiheit und ausreichend Platz in dieser Phase sind. Solche Beobachtungen tragen dazu bei, bestehende Haltungssysteme aus Sicht des Tieres zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.
Bei der Hoftötung wird dem lebenden Tier der Transport erspart. Nach dem Betäubungsschuss wird das Tier entblutet und ins Schlachtlokal gebracht. (Foto: Mischa Hofer)
Das FiBL fördert die Hof- und Weidetötung als tiergerechte Alternative zur konventionellen Schlachtung, da den Tieren so belastende Transporte und ungewohnte Umgebungen erspart bleiben. Mit Praxisinformationen, Schulungen und der Vernetzung von Betrieben trägt das FiBL dazu bei, diese Form der Schlachtung als Bestandteil artgerechter Tierhaltungssysteme weiterzuentwickeln und sichtbar zu machen.