Mit dem Projekt "Leckerwissen" bringt das Küchen-Team des FiBL-Restaurants in Frick Produkte von regionalen Biobetrieben und aus FiBL-Projekten auf den Teller – und macht deren Herkunft, die Menschen dahinter und die Prinzipien des Biolandbaus für die Restaurant-Besucher*innen erlebbar.
Gleichzeitig entsteht praxisnahes Wissen, wie auch andere Gastronomiebetriebe nachhaltige Wertschöpfungsketten stärken und innovative Produkte erfolgreich einsetzen können.
Der Broccoli im Menü vom 10. Juni 2026 stammt vom Feldhof der Stiftung MBF in Frick. Dort werden auf rund einer Hektare Freilandfläche und in vier unbeheizten Folientunneln das Jahr über mehr als 70 verschiedene Gemüse- und Kräuterarten angebaut. Das Gemüse ist Bio-Suisse-zertifiziert (Bio Suisse = der Dachverband der Schweizer Biobäuerinnen und -bauern) und wird mit Mitarbeitenden aus dem geschützten Arbeitsbereich angebaut und verkauft. So verbindet dieses Gericht regionale Biolebensmittel mit sinnvoller Arbeit, Teilhabe und sozialem Engagement.
Die Stiftung MBF ist ein privatrechtliches soziales Unternehmen im Fricktal. Sie begleitet Menschen mit Unterstützungsbedarf in den Bereichen Wohnen, Schule, Ausbildung, Arbeit und berufliche Integration. Ziel ist es, individuelle Entwicklung, Selbstbestimmung und Teilhabe im Alltag zu ermöglichen.
Der Feldhof ist dabei mehr als ein Gemüsebaubetrieb. Einerseits produziert das Team im Freiland und in Folientunneln ganzjährig saisonales Biogemüse und vermarktet dieses direkt im Hofladen und mittwochs auf dem Wochenmarkt in Rheinfelden (Schweiz). Andererseits bietet der Feldhof professionelle Dienstleistungen im Gartenunterhalt und Gartenbau an. Das Team setzt kleinere Gartenumänderungen um, bepflanzt und pflegt öffentliche Grünflächen, Industrieareale, Wohnüberbauungen und private Gärten. Beide Standbeine schaffen sinnvolle Arbeitsplätze für Menschen mit Unterstützungsbedarf.
Ludek Mica in der Treiberei, wo die Chicorée-Wurzeln nach der Ernte in den dunklen, feuchten und kontrolliert temperierten Hallen angetrieben werden. (Foto: FiBL, Carlo Gamper Cardinali)
Der Chicorée stammt aus einem aktuellen FiBL-Forschungsprojekt. Mit besser angepassten Anbau- und Treibereistrategien sollen Schweizer Bioproduzent*innen unterstützt werden, mehr hochwertigen Biochicorée aus gesunden Wurzeln zu gewinnen. Dieses Gericht verbindet damit Genuss mit praxisnaher Forschung für eine stärkere regionale Bioproduktion.
Chicorée ist ein sehr hochwertiges Lebensmittel mit wertvollen Bitter- und Ballaststoffen. Was auf dem Teller als zarter, heller Zapfen erscheint, hat schon eine lange Geschichte. Die auf dem Feld beginnt: Dort wachsen zuerst die Chicorée-Wurzeln. Nach der Ernte werden diese in dunklen, feuchten und kontrolliert temperierten Hallen – der sogenannten Treiberei – angetrieben. Die Dunkelheit verhindert die Bildung von Chlorophyll, wodurch die Zapfen hell und zart bleiben.
Der Bioanbau von Chicorée ist anspruchsvoll. Ob sich in der Treiberei schöne, kompakte und gesunde Zapfen entwickeln, hängt stark von der Qualität der Wurzeln ab. Besonders entscheidend ist dafür eine ausgewogene Nährstoffversorgung, die richtige Düngungsstrategie im Feld ist daher ein zentraler Schlüssel für die spätere Qualität. Optimale Düngungsstrategien wurden vom FiBL bereits in einem abgeschlossenen Projekt untersucht und bilden eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des Anbaus.
Das aktuelle FiBL-Projekt richtet den Blick zusätzlich auf die Abläufe in der Treiberei. Dort geht es darum, Wasser, Kisten und Kulturbedingungen möglichst sauber und Pflanzenkrankheiten möglichst gering zu halten. So sollen Wurzelgesundheit und Zapfenqualität weiter verbessert werden.
In der Schweiz werden jährlich rund 640 Tonnen Biochicorée produziert, zusätzlich werden etwa 500 Tonnen importiert. Das zeigt: Für Schweizer Biochicorée besteht grosses Potenzial. Ein wichtiges Ziel der FiBL-Projekte ist es, Ausfälle und Food-Waste zu reduzieren. Denn wenn die Zapfen zu klein bleiben oder die geforderte Qualität nicht erreichen, sind sie für den Verkauf oft ungeeignet – obwohl viel Arbeit, Fläche und Ressourcen in ihnen stecken.
fibl.org: Das Projekt in der FiBL-Projektdatenbank
Das Fleisch stammt von Schweinen vom FiBL-Hof und aus dem FiBL-Projekt "Unser Hausschwein". Die Tiere wurden von FiBL-Schweineexpertin Anna Jenni im Rahmen des Projekts gezüchtet und anschliessend von Landwirt Pascal Nägele auf dem FiBL-Hof im Freiland grossgezogen.
Ziel des Zuchtprojekts "Unser Hausschwein" ist es, robuste, gesunde und genügsame Schweine zu züchten, die an die Bedingungen in der Schweiz angepasst sind und den Ansprüchen einer extensiven biologischen Schweinehaltung entsprechen.
Unser Hausschwein soll
Zur extensiven biologischen Schweinehaltung gehört die Freilandhaltung. Die Haltung im Freien bietet den Schweinen viel Auslauf zum Herumrennen, frische Luft und die Möglichkeit, ihre natürlichen Verhaltensweisen wie Wühlen und Erkunden auszuleben. Da Schweine nicht schwitzen können, muss ihnen bei hohen Temperaturen zudem eine Abkühlmöglichkeit angeboten werden. Auf dem FiBL-Hof haben sie eine grosszügige Suhle erhalten, um sich abkühlen zu können.