Im Jahr 2026 feiert das FiBL in Deutschland sein 25-jähriges Bestehen. Was 2001 mit einem kleinen Team begann, hat sich zu einer festen Größe in der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft entwickelt.
Heute arbeiten rund 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten Frankfurt am Main und Witzenhausen. Praxisnahe Forschung, Dienstleistungen und Serviceprodukte bilden die Säulen des FiBL in Deutschland, das aus der FiBL Projekte GmbH und dem FiBL Deutschland e.V. besteht.
Die Arbeitsweise ist interdisziplinär und eng mit der Praxis verzahnt. Gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben sowie Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft entstehen Projekte und Formate, die konkrete Wirkung entfalten. Beispiele hierfür sind unter anderem die Betriebsmittelliste für die ökologische Produktion, die Öko-Feldtage als bundesweite Fachmesse sowie die Weiterbildungsangebote der FiBL-Akademie.
Die Öko-Feldtage finden seit 2017 alle zwei Jahre in wechselnden Bundesländern statt und sind zum wichtigen Branchen- und Innovationstreffpunkt geworden. Foto: Philipp Leingärtner / tobetold.film
Die FiBL Akademie bietet regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen zu Themen einer nachhaltigen Land- und Lebensmittelwirtschaft an. Foto: Marzena Seidel, FiBL
"Als unabhängiges Institut haben wir es geschafft, über Projekte und Dienstleistungen eine starke Grundlage für unsere Arbeit im Ökolandbau aufzubauen. Diesen Bereich wollen wir auch künftig weiter stärken", erklärt Vera Bruder, Geschäftsführerin der FiBL Projekte GmbH die Zielrichtung des FiBL.
Auch inhaltlich richtet sich der Blick nach vorn. "Für das FiBL liegt die Zukunft des Biolandbaus nicht allein im Wachstum, sondern in seiner Rolle als Impulsgeber für die gesamte Wertschöpfungskette", erklärt Rebecca Franz-Wippermann, Geschäftsführerin des FiBL Deutschland e.V. "Wir verstehen uns als Brückenbauerin zwischen Betrieben, Systemen und unterschiedlichen Denkweisen. In Netzwerken bringen wir beispielsweise Bio- und konventionelle Betriebe gezielt zusammen – für einen bereichernden Austausch."
Diese Perspektive prägt auch die internationale Zusammenarbeit. Als Teil eines europäischen Netzwerks mit Standorten in der Schweiz, Österreich, Frankreich und Brüssel arbeitet das FiBL in Deutschland eng mit seinen Partnerorganisationen zusammen. Zentrale Themen sind dabei unter anderem die Transformation von Ernährungssystemen, Klimaresilienz und Agrobiodiversität. Die kürzlich veröffentlichte FiBL-Strategie 2035 zeigt, wohin der Weg führen soll.
Sondierungsgespräche zur Gründung von FiBL Deutschland fanden 2001 in Loheland bei Fulda statt. Die Akteure von links nach rechts: Urs Niggli, Alexander Beck, Robert Hermanowski, Beate Huber, Anita Idel, Jörg Spranger (verstorben), Klaus-Peter Wilbois, Frank Wörner. Foto: FiBL
Die Wurzeln des FiBL in Deutschland reichen in das Jahr 2000 zurück, als in Berlin ein Verein gegründet wurde, um Projekte im Bereich Tiergesundheit zu koordinieren. Im Jahr 2001 entstand daraus der FiBL Deutschland e.V.
Zu den Gründern von FiBL Deutschland zählen Robert Hermanowski, Beate Huber, Urs Niggli, Klaus-Peter Wilbois und Frank Wörner. Sie haben den Aufbau des Instituts gemeinsam getragen und die Zusammenarbeit mit dem FiBL Schweiz etabliert, insbesondere im Bereich der gentechnikfreien Bioproduktion.
Darüber hinaus prägten weitere Persönlichkeiten die Anfangszeit und Entwicklung von FiBL Deutschland, darunter Anita Idel, Alexander Beck und Jörg Spranger, die das Umfeld und die fachliche Diskussion der frühen Jahre wesentlich mitgestalteten.
Vor diesem Hintergrund fiel eine zentrale strategische Entscheidung: Statt eine neue Organisation aufzubauen, schlossen sich die beteiligten Akteure dem bestehenden FiBL-Netzwerk an.
Der Vorstand des FiBL Deutschland e.V. hat ein neues Führungsteam ernannt: Rebecca Franz-Wippermann (2. v. re.), Frank Wörner (3. v. re.) und Vera Bruder (4. v. re.) übernahmen ab 2025 die Geschäftsleitung von FiBL Projekte GmbH und FiBL e.V. Von 2001 bis 2025 führte Robert Hermanowski (ganz li., zweite Reihe) beide Institutionen. Foto: FiBL, Insa Folkerts
Die ersten Jahre waren geprägt von intensiver Aufbauarbeit. Mit zunächst drei Mitarbeitenden arbeitete das FiBL daran, sich in einem bereits etablierten Umfeld zu positionieren.
Ein wichtiger Meilenstein war die Gründung der FiBL Projekte GmbH im Jahr 2011 gemeinsam mit Partnerorganisationen aus der Biobranche. Sie trägt bis heute wesentlich dazu bei, Dienstleistungen und Produkte am Markt anzubieten und damit die wirtschaftliche Grundlage zu sichern.
2025 fand ein Generationswechsel in der Geschäftsleitung des FiBL Deutschland statt. Robert Hermanowski, der 24 Jahre die Geschicke gelenkt hatte, gab an ein Trio – Vera Bruder, Rebecca Franz-Wippermann und Frank Wörner – ab, die sich die wachsende Verantwortung teilen.
Und wohin geht die Reise des FiBL Deutschland zukünftig? "Im Mittelpunkt unserer Arbeit am FiBL steht die Optimierung ganzer Systeme und nicht einzelner Komponenten. Unser Anspruch ist es dabei, wirksame Lösungen zu erarbeiten, die Boden, Pflanzen, Tier und Menschen mit einbeziehen. Da die Gesetzgebung zur Definition von Bio europäisch ist, denken wir Lösungen im Ökolandbau auch europäisch", sagt Rebecca Franz-Wippermann.