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Schulkinder entdecken mit dem FiBL die Hülsenfrüchte

Eine Hand gerührt die Pflanzen einer Erbsen-Gerste-Mischkultur.

Der Anbauversuch mit einer Erbsen-Gerste-Mischkultur eröffnet den Weg vom Anbau bis zum Teller: Die geernteten Erbsen aus dem Familiengarten einer Schülerin werden in der Schulküche zu einem schmackhaften Menü verarbeitet. (Foto: FiBL, Franziska Roth)

Eine Gruppe von Kindern steht in der FiBL-Küche und schaut sich neugierig um.

Beim Besuch am FiBL entdeckt die zweite Primarschulklasse aus Eiken mit Léa Barth (links im Bild) die Küche und blickt in die überdimensionierten Kochtöpfe, wo Trudi Hunziker-Rohrer (rechts im Bild) gerade das asiatische Linsengericht fürs Mittagessen zubereitet. (Foto: FiBL, Matthias Klaiss)

Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen, Soja oder Kichererbsen auf dem Teller tragen dazu bei, existenzielle Krisen unserer Zeit wie Bio­diversitätsverlust, Klimawandel und ernährungsbedingte Krankheiten bei Menschen abzumildern. Im Rahmen des EU-Projekts LegumES wurden in verschiedenen europäischen Ländern Programme mitentwickelt, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. Der Projekt­partner in Spanien und in der Schweiz das FiBL, arbeiten dafür mit Schulen zusammen.

Die Bedeutung von Hülsenfrüchten für die menschliche Ernährung nimmt auch in der Schweiz zu. Neben Soja für die Verarbeitung zu Tofu, Tempeh und anderen Produkten wird eine Vielzahl von Hülsenfruchtarten für den menschlichen Konsum angebaut. Darunter verzeichnen pflanzliche Fleischalternativen einen besonders hohen Bio-Anteil. 

Sensibilisierung für Hülsenfrüchte und deren Bedeutung 

Gemäss dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) ist die Ernährung für knapp 30 Prozent der Umweltbelastung in der Schweiz verantwortlich und zählt damit nach Wohnen und vor Mobilität zu den drei umweltrelevantesten Konsum- und Produktionsbereichen.

Hülsenfrüchte gelten für eine potenzielle Reduktion von umwelt­schädigenden Auswirkungen als relevanter Schlüssel zur Lösung, da sie viele sogenannte Ökosystemleistungen bieten: Sie können den Dünger­bedarf verringern, weil sie sich selbst mit Stickstoff versorgen, und einen Teil für die Folgekulturen hinterlassen. Sie fördern die Biodiversität, denn die Blüten mancher Arten sind eine wichtige Futterquelle für Insekten. Sie halten den Boden gesund, indem ihre Wurzeln die Erde auflockern und nützliche Bodenbakterien füttern. Ausserdem liefern Hülsenfrüchte hochwertiges, rein pflanzliches Eiweiss sowie wertvolle Ballaststoffe für eine gesunde Ernährung. Abgesehen davon lassen sich viele schmackhafte Gerichte aus ihnen zaubern. 

Vom Schulgarten bis in die Küche

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) vermittelt diese Ökosystemleistungen. Matthias Klaiss und Kathrin Huber vom FiBL bringen, zusammen mit Klassenlehrerin Franziska Roth, in einem Lernangebot die Schülerinnen und Schüler der zweiten Klasse aus Eiken auf die Spur und den Geschmack von Hülsenfrüchten. Das im Rahmen des EU-Projekts LegumES entwickelte Lernangebot fördert Kompetenzen aus dem Fachbereich Natur, Mensch und Gesellschaft des Schweizer Lehrplan 21. Die Pilotierung an drei Projekttagen fand kürzlich mit einem Besuch am FiBL in Frick ihren Abschluss.

Die Schülerinnen und Schüler erhielten Einblicke in verschiedene Arten von Hülsenfrüchten und Gerichte aus selbigen. Und sie konnten in einem naheliegenden Garten gleich selbst eine Auswahl säen und im Klassenzimmer Hülsenfrüchte kochen. Auch erstellten die Kinder eine Sammlung ihrer Lieblings-Rezepte aus Hülsenfrüchten.

Erlebnisse entlang der Wertschöpfungskette

Dass die Pflanzensamen von Hülsenfrüchten zugleich als Lebensmittel zubereitet und als Saatgut verwendet werden, wurde während zwei Schultagen und dem Abschlusstag am FiBL in weiteren Aktivitäten vertieft. Die Schulkinder untersuchten Saatgut und Keimung, verfolgten die Pflanzenentwicklung im Topfversuch zuhause, im Gartenanbau und im Sojaacker auf dem FiBL-Hof, erforschten die Symbiose von Wurzeln und Knöllchenbakterien und erhielten Einblicke in die landwirtschaftliche Kreislaufwirtschaft sowie moderne Landtechnik. Der Wechsel zwischen handlungsintensiven Lernsequenzen und gemeinsamen Reflexionen erleichterte es ihnen, die komplexen Zusammenhänge erfahrbar und erfassbar zu machen.

Kälte in der Kühlzelle und Hitze im Folientunnel 

Eine Führung durch die Grossküche des FiBL einschliesslich Lebensmittellagerung und Kühlzelle sowie die Degustation verschiedener verarbeiteter Produkte aus Hülsenfrüchten verknüpften das Gelernte mit dem Genuss.

Nach dem Mittagessen im FiBL-Restaurant erhielten die Schulkinder Einblick in die FiBL-Forschung. Im Folientunnel erklärte FiBL-Forscherin Seraina Vonzun den Zweck der Züchtungsversuche verschiedener Sorten der Augenbohne. Dort war es unaushaltbar heiss für die jungen Besucherinnen und Besucher, aber die robuste Augenbohne kommt gut mit Hitze und Trockenheit zurecht, weshalb sie zunehmend interessant wird für den Anbau in unseren Breitengraden. 

Das Open-Source-Lernangebot "Hülsenfrüchte – kleine Körner mit grosser Wirkung" wird nach der Auswertung der Pilotierung für Primarschulen bereitgestellt.

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