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Ackerbau über Grenzen hinweg – EU-Projekte auf Exkursion

Mehrere Personen stehen zwischen einem Maisfeld und einem roten Fahrzeug auf einem Feldweg.

Auf den Feldern des Strickhofs in Full-Reuenthal (AG) gab Django Hegglin den beiden Gruppen Auskunft zum aktuellen Stand und den Herausforderungen des Anbaus diverser Kulturen. (Foto: Ursina Wolleb)

Mehrere Personen stehen in einem dicht bewachsenen Feld. Einige halten Schreibunterlagen in den Händen, während die Pflanzen bis zur Hüfte reichen.

Um einen besseren Blick auf die Untersaaten zu gewinnen, begaben sich die inter­nationalen Berater*innen und Fachleute gemeinsam mit Betriebsleiter Daniel Böhler auf dem Oberen Berghof in Mellikon (AG) mitten ins Haferfeld. (Foto: Ursina Wolleb)

Gruppenbild: 10 Personen sitzen und stehen vor einer Scheibe mit einer "Biofarm" Beschriftung.

Besuch der polnischen Gruppe aus dem Projekt Organic Yields Up in der Schweiz. (Foto: FiBL)

Ein gutes duzend Landwirtschaftsberater*innen aus neun Ländern und neun Fachleute aus Polen besuchten im Juni in der Schweiz den DOK-Versuch, mehrere Biobetriebe und die Bioackerbautage. Die beiden Gruppen waren im Rahmen der EU-Projekte Organic Advice Network und Organic Yields Up zu Gast für sogenannte Cross Visits. Im Mittelpunkt stand das voneinander Lernen über Ländergrenzen hinweg. Das FiBL ist Partner in beiden Projekten und war für die Organisation der dreitägigen Veranstaltung verantwortlich.

Innerhalb der drei Tage besuchten die beiden Gruppen der EU-Projekte Organic Advice Network und Organic Yields Up verschiedene Praxis­betriebe, den DOK-Versuch in Therwil im Kanton Baselland und die diesjährigen Schweizer Bioackerbautage auf dem Gut Katherinental in Diessenhofen im Kanton Thurgau. 

Zwischen den Teilnehmenden aus elf europäischen Ländern und den Fachleuten an den besuchten Orten gab es intensiven Austausch über Anbausysteme, Lieferketten und die alltäglichen Herausforderungen im biologischen Ackerbau. Dabei ging es auch um anbautechnische, klimatische und politische Unterschiede in den einzelnen Ländern. Diese Form des praktischen Austauschs wird in den EU-Projekten als Cross Visit bezeichnet und findet in beiden Projekten mehrfach und in verschiedenen Ländern statt. 

Betriebsbesuche: Wertvoller Austausch

Der praktische Kern des Besuchs waren je Projekt drei Betriebs­besichtigungen. Auf jedem Hof stellten die Bewirtschaftenden ihre Strategien zu Fruchtfolge, Bodenbearbeitung, Unkrautregulierung und Nährstoffversorgung vor. Für die Teilnehmenden war besonders aufschlussreich, wie unterschiedlich die Betriebe auf ähnliche Probleme reagieren – sei es beim Umgang mit Unkraut, beim Einsatz von Zwischenfrüchten und Untersaaten oder auch beim Management der Betriebe. 

Immer wieder entstanden Gespräche darüber, welche Lösungen sich auf die eigenen Regionen übertragen lassen und wo die standortspezifischen Grenzen liegen. Gerade dieser Vergleich machte deutlich, dass es im Bioackerbau selten eine einzige richtige Antwort gibt. 

DOK-Versuch: Langzeitdaten als gemeinsame Sprache

Im DOK-Versuch vergleichen das FiBL und Agroscope seit 1978 biologisch-dynamische, biologisch-organische und konventionelle Anbausysteme unter identischen Bedingungen. Der Besuch des Langzeitversuchs lieferte den Teilnehmenden eine fundierte Grundlage, um über Bodenfruchtbarkeit, Humusaufbau, Erträge und die ökologischen Wirkungen der verschiedenen Systeme zu diskutieren. Die belastbaren Daten aus über vier Jahrzehnten praxisnaher Forschung bieten gute Grundlagen, sich weiterhin für den Biolandbau zu engagieren. Und Hans-Martin Krause, der von FiBL-Seite her den DOK-Versuch leitet, hatte ein offenes Ohr für Vorschläge, wie der Versuch auch in Zukunft relevant für die Praxis bleiben wird. 

Bioackerbautage: Praxis und Netzwerk

Abschluss des Cross Visits war der Besuch der Bioackerbautage. Daniel Vetterli vom Organisationskomitee der Bioackerbautage begrüsste die Gruppe und führte sich durch Feldvorführungen und Fachgespräche. Die Gruppe erlebte so den Schweizer Biolandbau im direkten Austausch mit Personen aus Praxis, Forschung und Beratung.

So vielfältig die einzelnen Stationen des Cross Visits waren – das verbindende Element war der Dialog zwischen den Teilnehmenden selbst. In den Pausen, auf den Fahrten und am Feldrand entstanden Gespräche, die über das fachliche Programm hinausgingen: über Beratungsmethoden oder wie sich der biologische Ackerbau europaweit weiterentwickeln lässt. Genau dieser grenzüberschreitende Austausch ist das Ziel der Cross Visits – was bei diesem Besuch in der Schweiz voll aufging.

Autorinnen: Bernadette Oehen und Maike Krauss, FiBL

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