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Hofindividualität – Dein Forschungsjournal

Abstract

Landwirtschaftliche Betriebe sind komplexe Systeme, in denen Boden, Wasser, Pflanzen, Tiere und Menschen eng miteinander verbunden sind. Gleichzeitig ist jeder Hof durch seinen Standort, seine Geschichte, seine Betriebszweige und die beteiligten Menschen einzigartig. Entsprechend unterschiedlich wirken sich Trockenheit, Hitze, Starkniederschläge, neue Schaderreger oder wirtschaftliche Belastungen auf die einzelnen Betriebe aus. Standardisierte Lösungen greifen deshalb häufig zu kurz.

Das Projket greift das in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft verankerte Verständnis des Hofes als lebendigen Organismus und einzigartige Individualität auf. Es nutzt dieses Verständnis, um die Betriebe und die heutige landwirtschaftliche Praxis zu beobachten und tiefergehend zu erfassen. Dabei stehen nicht nur Stoffkreisläufe, Boden, Pflanzen und Tiere, sondern auch die Menschen auf dem Hof, ihre Beziehungen, die betriebliche Kultur sowie das regionale und gesellschaftliche Umfeld im Mittelpunkt.

Das partizipative Forschungsprojekt zum Thema Hofindividualität widmet sich daher folgenden Fragen:

Wie können Landwirt*innen die besondere Charakteristik ihres Hofes besser wahrnehmen, verstehen und gezielt weiterentwickeln? Und wie kann eine vertiefte Wahrnehmung dazu beitragen, den Betrieb widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel und weiteren ökologischen, wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Herausforderungen zu machen?

In der ersten Projektphase untersuchten mehr als 30 Landwirt*innen mithilfe eines eigens dafür entwickelten Forschungsjournals ein Jahr lang die Individualität ihres Hofs. Monatliche Impulse zu verschiedenen Themen, Wahrnehmungsübungen und Reflexionsfragen halfen ihnen, Zusammenhänge in ihrem eigenen Betrieb bewusster wahrzunehmen und konkrete Handlungsimpulse abzuleiten. Die Erfahrungen der 32 teilnehmenden Betriebe zeigen, dass dieser Ansatz persönliche und betriebliche Entwicklungsprozesse anregen kann. Dazu gehören beispielsweise neue Formen der Zusammenarbeit, eine bewusstere Gestaltung der Hofkultur sowie Anpassungen in Weide-, Anbau- und Pflegekonzepten.

Im Jahr 2026 werden die Forschungsjournale wissenschaftlich ausgewertet, um das Journal und weitere Methoden auf Grundlage der Praxiserfahrungen weiterzuentwickeln. Das Projekt schafft somit Grundlagen, um Hofindividualität als Forschungs- und Praxisfeld zu etablieren und die Resilienz, Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe zu stärken.

Projektpartner
  • Biodynamische Ausbildung Schweiz, Schweiz
FiBL Projektleitung/ Kontakt
FiBL Mitarbeitende
Rolle des FiBL

Projektpartner

FiBL Projektnummer 50178
Änderungsdatum 06.08.2026
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