Spezielle Optimierungen für den Internet Explorer 11 stehen noch an. Bitte nutzen Sie derweil zur besseren Ansicht einen aktuelleren Browser wie z.B. Firefox, Chrome

FiBL-Projekte zum Thema Hülsenfrüchte

Körnerleguminosen in Mischkultur mit Getreide und anderen Partnern

Mit dem heimischen Anbau von Körnerleguminosen wie Erbsen und Bohnen können lokale Ressourcen genutzt werden, um Futtermittel für Monogastrier - vor allem Schweine und Hühner - zu produzieren. Doch der Anbau in Reinkultur ist schwierig, Verunkrautung, Krankheiten und Lagerung der Bestände sind ein Risiko. Berater des FiBL Schweiz haben daher in verschiedenen Projekten in Zusammenarbeit mit experimentierfreudigen Landwirten und anderen Akteuren Anbausysteme für Leguminosen in Mischkultur mit Getreide und anderen Mischungspartnern entwickelt.

Als bisher beste und einfachste Variante hat sich ein Mischfruchtanbau von Eiweisserbsen mit Gerste erwiesen. Bei Ackerbohnen hat sich Winterhafer als geeigneter Mischungspartner gezeigt, bei starkwüchsigen Futtererbsen Triticale. Auch Eiweisserbsen gemischt mit Leindotter sind eine veritable Alternative zum Anbau in Reinkultur. Linsen, Soja oder Lupinen können ebenfalls mit geeigneten Partnern in Mischkultur angebaut werden. Entscheidend für die Wahl der beiden Mischungspartner sind das gleiche Wachstums- und Abreifeverhalten und der aktuelle Bedarf am Markt. Im Mischanbau werden die Leguminosen vom Mischungspartner gestützt, wodurch es nicht mehr zu lagernden Beständen kommt. Zudem unterdrückt die dichtere Pflanzendecke das Unkraut besser. Die Mischkultur dient auch der Risikoabsicherung, falls eine der Kulturen ausfällt. Durch den Einbezug der Schweizer Futtermühlen und deren Entscheidung, die Ernte von Mischkulturen anzunehmen, aufzutrennen und zu verwerten hat sich der Anbau von Bioerbsen und -ackerbohnen in der Schweiz seit 2009 ungefähr verzehnfacht.

Das FiBL legt jedes Jahr in Zusammenarbeit mit Landwirten Praxisversuche an, um an wichtigen Fragestellungen weiter zu arbeiten.

Demonstrationsnetzwerk Erbse / Bohne

Erbsen und Bohnen sind wichtige Bausteine für eine nachhaltige, eiweisshaltige und regionale Nutztierfütterung. Auch für die menschliche Ernährung werden die heimischen Hülsenfrüchte wiederentdeckt. 2015 verdoppelte sich der Anbau von Erbsen und Ackerbohnen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr. Viele Betriebe bauen zum ersten Mal oder nach langer Zeit wieder die beiden Körnerleguminosen an. Dabei sind häufig noch viele Fragen offen, beispielsweise zur hofeigenen Verwertung der Kulturen. Um Antworten und Konzepte für diese Fragen zu liefern, hat das "Modellhafte Demonstrationsnetzwerk zur Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verwertung von Leguminosen mit Schwerpunkt Erbsen und Bohnen in Deutschland", kurz DemoNetErBo, Anfang 2016 seine Arbeit aufgenommen. Geleitet wird das Projekt vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), FiBL Deutschland ist für den Bereich Wissenstransfer verantwortlich.

www.demoneterbo.agrarpraxisforschung.de: Homepage des Demonstrationsnetzwerks

Anbau von Biosoja in der Schweiz und Osteuropa

Soja ist eine sehr wertvolle Proteinquelle für Tiere wie auch für den Menschen, da das Eiweissmuster sehr günstig für die Ernährung ist. In der Schweiz wurde in Bioqualität lange nur Speisesoja angebaut, primär für die Tofuproduktion. Aufgrund der züchterischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte (in der Schweiz wird von Agroscope seit über 30 Jahren an Soja gezüchtet) und der dank steigender Nachfrage guten Preise, ist Soja auch für Schweizer Ackerbauern eine interessante Kultur. Hinzu kommt, dass Soja bisher kaum von Krankheiten und Schädlingen beeinträchtigt wird. Mit dem Entschluss von Bio Suisse, dem Dachverband der Schweizer Biolandbau-Organisationen, dass ab 2022 Wiederkäuer nur noch mit aus der Schweiz stammendem Futter ernährt werden dürfen, bekommt der Anbau von Biofuttersoja Aufwind, der Bedarf ist enorm. Die Preise sind allerdings deutlich geringer als die von Speisesoja.

Seit 2013 wurden vom FiBL in der Schweiz verschiedene Projekte zur Förderung des Biosojaanbaus durchgeführt. Es wurden Versuche zur Optimierung der Anbautechnik angelegt, Lösungsansätze erarbeitet und Beratungsmaterialien erstellt. Allerdings gibt es im Anbau und entlang der Wertschöpfungskette nach wie vor Optimierungspotential: Von der Züchtung unkrautunterdrückender, standortangepasster Sorten über die Verbesserung der Anbautechnik und der Beratung insbesondere im Bereich der mechanischen Unkrautbekämpfung bis hin zur Optimierung der Annahmestellen und Vernetzung der Akteure sowie die Klärung offener Fragen bei der Verarbeitung. Sortenversuche unter Biobedingungen werden vom FiBL in Zusammenarbeit mit Agroscope seit 2013 im Rahmen verschiedener Projekte durchgeführt.

Süsslupinen - Mischkultur und Toleranz gegen Anthraknose

Nach Soja haben Weisse und Blaue Süsslupinen unter den heimischen Körnerleguminosen das hochwertigste Protein und können – im Gegensatz zu Soja – zu Futterzwecken ohne weitere Verarbeitung geschrotet werden. Darüber hinaus sind sie auch für die menschliche Ernährung sehr interessant. Als kühletolerante, relativ standfeste und blütenreiche Kultur mit intensivem Wurzelwerk können Lupinen Fruchtfolge und Landschaft bereichern, sind jedoch sensibel auf pH-Werte über 7 und auf späte Verunkrautung. Das FiBL versucht, dem Problem der Verunkrautung durch eine Mischkultur mit Getreide zu begegnen und testet hierfür verschiedene Mischungspartner. Die Weisse Lupine, die von den drei Lupinenarten für hiesige Verhältnisse am besten geeignet sein könnte, ist sehr anfällig auf die Pilzkrankheit Anthraknose. Das FiBL Schweiz prüft handelbare Sorten und noch nicht handelbare Zuchtstämme auf ihre Toleranz gegenüber dieser Krankheit, testet Genbank-Material aus aller Welt und hat mit Kreuzungen zur Erhöhung der Krankheitstoleranz begonnen.

Mit Resistenzen gegen Leguminosenmüdigkeit

Eines der grössten Hindernisse der pflanzlichen Eiweissproduktion ist die Boden- oder Leguminosenmüdigkeit, die den Anbau von Hülsenfrüchten unwirtschaftlich oder sogar unmöglich machen kann. Dies rührt daher, dass bodenbürtige Krankheitserreger grossen Schaden bei Leguminosen – insbesondere bei Erbsen – hervorrufen können, wenn vor der erneuten Kultivierung der Pflanze zu kurze Anbaupausen eingehalten werden. Ein Grund dafür ist, dass die modernen Erbsensorten ungenügende Resistenzkapazitäten gegenüber diesen Bodenpathogenen besitzen. 2016 wurde am FiBL Schweiz daher das Projekt "resPEAct" gestartet, das zum Ziel hat, die Resistenz der Erbse gegen entsprechende Krankheiten zu verbessern. So sollen kürzere Anbaupausen und letztendlich ein vermehrter Erbsenanbau ermöglicht werden.

Laufende Projekte