Der Nachhaltigkeitsstandard (Bezeichnung: bellaflora Standard für eine nachhaltige Entwicklung des österreichischen Gartenbaus) wurde partizipativ mit Produktionsbetrieben und Fachexpertinnen und -experten in einem eineinhalbjährigen Prozess entwickelt. Elf, auf die Zierpflanzenproduktion spezialisierte Gartenbaubetriebe aus verschiedenen Regionen Österreichs, unterschiedlicher Größe und Struktur sowie Zierpflanzenprodukten (z.B. Stauden, Topfpflanzen, Baumschulen) wurden für das Projekt ausgewählt. Die enge Kooperation mit den Praxisbetrieben ermöglichte die Entwicklung eines praxistauglichen Standards, welcher auch mit geringem Aufwand auf den Betrieben zertifizierbar ist. Mit Hilfe des Nachhaltigkeitsbewertungs-Methode SMART wurden zu Beginn des Prozesses die Betriebe im Hinblick auf alle wichtigen Themen der vier Dimensionen der Nachhaltigkeit umfassend analysiert. Die daraus resultierenden Ergebnisse dienten als Fundament für den Austausch und die Entwicklung einer ersten Version des Nachhaltigkeits-Standards gemeinsam mit diesen Betrieben. Zusätzlich gewannen die Betriebsleiter ein Verständnis für die Themen der Nachhaltigkeit und deren Zusammenhänge.
Obgleich es sich bei diesem Standard um einen Produktionsstandard handelt, wurden Informationen und Analysen entlang der gesamten Wertschöpfungskette (z.B. Betriebsmittelherkunft, Handel) erhoben und mitberücksichtigt. Dadurch erst wurde ermöglicht, dass die nun erarbeiteten Richtlinien des Standards eine breite Akzeptanz (auf Basis eines gemeinsamen Verständnisses) für eine Anwendung bei den Produktionsbetrieben finden.
In diesem Projekt wurden die Richtlinien für die Produktionsbedingungen entsprechend den österreichischen Verhältnissen angepasst. Dabei wurde eine akkreditierte Zertifizierungsstelle in der Auditierung des Standards eingeschult.
In einem zumindest dreijährigen Intervall unterläuft dieser Nachhaltigkeitsstandard einer Revision, um aktuelle Strömungen bzw. Entwicklungen integrieren zu können.