Im Zentrum der Folge steht die Weiterentwicklung biologischer Pflanzenschutzmittel. Vorbeugende Massnahmen wie Biodiversität, geeignete Fruchtfolgen, robuste Sorten und die Förderung von Nützlingen bleiben zentral. Doch sie reichen nicht immer aus. Klimawandel und neue Schadorganismen erhöhen den Druck auf die Kulturen. Der Bedarf an zusätzlichen Lösungen wächst.
Ernterückstände nutzen
Hier setzt die Forschung an: Gesucht sind neue biologische Pflanzenschutzmittel. Sie sollen gezielt wirken und gleichzeitig Umwelt, Nützlinge und Bodenleben schonen. Ein Beispiel ist das Projekt TASSILI des Instituts für Biologische Landwirtschaft und Agrarökologie (IBLA). Im Projekt werden natürliche Wirkstoffe aus Hülsenfrüchten untersucht. Konkret geht es um sogenannte Saponine aus Ernterückständen. Diese Pflanzeninhaltsstoffe hemmen Pilzkrankheiten und könnten künftig als biologische Fungizide genutzt werden. "Ziel des Projektes ist es langfristig die chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel zu reduzieren und trotzdem direkte Massnahmen zur Verfügung zu haben", erklärt Stéphanie Zimmer vom IBLA.
Kupfer ersetzen
Auch am FiBL wird intensiv an neuen Lösungen gearbeitet. In verschiedenen Projekten werden Mikroorganismen, Pflanzenextrakte und andere natürliche Wirkstoffe getestet, um den Einsatz von Kupfer zu reduzieren. Kupferpräparate werden im Biolandbau seit Langem eingesetzt, etwa gegen Pilzkrankheiten im Obst- und Weinbau. Gleichzeitig steht Kupfer in der Kritik, da es sich im Boden anreichern kann und Auswirkungen auf Bodenorganismen hat. Entsprechend gross ist der Druck, Alternativen zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur um die Wirkung im Labor. Entscheidend ist auch, ob die Mittel unter Praxisbedingungen funktionieren und sich wirtschaftlich einsetzen lassen.
Der lange Weg zur Zulassung
Doch die Entwicklung solcher Mittel ist komplex. Von der Identifizierung geeigneter Wirkstoffe über Labor- und Feldversuche bis hin zur Zulassung ist es ein langer Weg. Auch wirtschaftlich ist die Entwicklung anspruchsvoll. Laut Barbara Thürig vom FiBL muss mit Kosten von etwa 10-12 Millionen Schweizer Franken gerechnet werden. Die Folge zeigt, wie aufwendig dieser Prozess ist, warum es Jahre dauert, bis ein neues Produkt in der Praxis ankommt, und weshalb selbst wirksame Mittel oft nicht auf den Markt gelangen.
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- fibl.org: Alle Folgen "FiBL Focus" und weitere Informationen
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Infos zum Thema
- fibl.org: Projekt "Biolandbau ohne Fungizide auf Kupferbasis" in der FiBL-Projektdatenbank
- fibl.org: Projekt "Larixyne – ein grünes Fungizid für europäische Rebberge" in der FiBL-Projektdatenbank
- fibl.org: Projekt "Nutzung von Kompostmikroorganismen für neue Pflanzenschutzmittel gegen Blattkrankheiten" in der FiBL-Projektdatenbank
- fibl.org: Projekt "SCALE-it – Förderung effizienter Alternativen für umstrittene Betriebsmittel im Biolandbau" in der FiBL-Projektdatenbank
- iblablog.lu: IBLA-Projekt TASSILI
- fibl.org: FiBL-Merkblätter zum Thema Pflanzenschutz (Suche: Pflanzenschutz)
- youtube.com: Video "Bio-Pflanzenschutz neu denken"
- youtube.com: Video "Neue Mittel gegen Echten und Falschen Mehltau im Bio-Weinbau"
- youtube.com: Video "Pflanzenschutz der Zukunft: Wie Fruchtfolge und Biologicals aus Leguminosen Erträge sichern"
Der Podcast entstand im Rahmen der Projekte TASSILI und "Biolandbau ohne Fungizide auf Kupferbasis". Wir danken den Geldgebenden Luxembourg National Research Fund, Œuvre Nationale und dem Coop Fonds für Nachhaltigkeit herzlich für ihre Unterstützung.

