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Bio-Forschungsnetzwerk: Potenziale für mehr Vernetzung und Praxisnähe

Besucher*innen Feldtag

Ein Bio-Forschungsnetzwerk kann einen wichtigen Beitrag zu einer stärker vernetzten, praxisnahen und zukunftsfähigen Bioforschung in Österreich leisten. (Foto: FiBL, Reinhard Gessl)

Wie kann die Forschung zur biologischen Landwirtschaft in Österreich besser koordiniert und stärker mit der Praxis verbunden werden? Das FiBL hat im Rahmen eines Forschungsprojekts evidenzbasierte Grundlagen und Optionen für die Umsetzung eines österreichischen Bio-Forschungsnetzwerks erarbeitet.

Österreich zählt zu den Vorreitern im biologischen Landbau. Forschung leistet einen wichtigen Beitrag dazu, diese Position zu sichern und weiterzuentwickeln. Bislang fehlt es jedoch an einer übergreifenden Abstimmung zwischen Forschungsinstitutionen sowie an einer systematischen Vernetzung mit Beratung, Bildung, Verwaltung und forschungsinteressierten Biobetrieben.

Im soeben abgeschlossenen Forschungsprojekt "Ausarbeitung und wissenschaftliche Evaluierung geeigneter Optionen für die Einrichtung einer Vernetzungsstelle für die Forschung zur biologischen Landwirtschaft in Österreich" wurden daher Grundlagen für ein österreichisches Bio-Forschungsnetzwerk (BFN) erarbeitet. Untersucht wurden unter anderem mögliche Aufgaben, die institutionelle Verankerung und der Ressourcenbedarf eines solchen Netzwerks.

Defizite und Potentiale

Die Analyse zeigt aktuell Defizite in der Kooperation, der strategischen Abstimmung und im Wissenstransfer. Forschungsaktivitäten erfolgen überwiegend projektbezogen und sind nur begrenzt koordiniert; eine übergreifende Forschungsstrategie zur Weiterentwicklung der biologischen Landwirtschaft gibt es nicht. Die internationale Umfeldanalyse belegt hingegen, dass erfolgreiche Bio-Forschungsnetzwerke durch langfristige institutionelle Verankerung, klare Koordinationsfunktionen, ausreichende Ressourcen sowie enge Einbindung der Praxis gekennzeichnet sind. Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass Bio-Forschungsnetzwerke die Zusammenarbeit verbessern, den Austausch zwischen Forschung und Praxis stärken und neue Möglichkeiten für die Einwerbung von Forschungsgeldern schaffen.

Auch die Expert*innen-Interviews bestätigten den Bedarf an verbesserter Koordination und strategischer Ausrichtung der biologischen Agrarforschung. Ein BFN wird von den Befragten mehrheitlich als geeignetes Instrument zur Förderung inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit sowie zur Nutzung von Synergien bewertet. Gleichzeitig wurden Risiken hinsichtlich potenzieller Bürokratisierung, der Sicherstellung wissenschaftlicher Autonomie und der langfristigen Finanzierung identifiziert.
Ein großes Potenzial liegt auch in einer stärkeren Zusammenarbeit mit Biobetrieben. In einer Online-Befragung von 113 Betrieben äußerten 91 % der Befragten Interesse an Forschungskooperationen. Ihr Wissen, ihre langjährige Praxiserfahrung sowie ihr Innovationspotential könnten künftig noch systematischer in Forschungsprozesse einfließen.

Die Autor*innen kommen zu dem Schluss, dass ein BFN - bei geeigneter Organisationsstruktur, ausreichender und langfristiger Ressourcenausstattung sowie der Kooperation der beteiligten Institutionen - einen wichtigen Beitrag zur zu einer stärker vernetzten, praxisnahen und zukunftsfähigen Bioforschung in Österreich leisten kann.  Damit schafft es zugleich eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der biologischen Landwirtschaft.

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Susanne Kummer

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