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Einfache Übungen reduzieren Stress von Rindern auf dem Schlachthof

In einem Panelgang steht ein Mann zwischen 30 und 40, welcher eine ruhige Bewegung auf eine Kuh zu macht. Die Kuh läuft hinter einer anderen her in einen anderen Abschnitt des Korrals. Der Mann hat eine aufrechte Körperhaltung mit den Händen in den Hosentaschen.

Ein Kursteilnehmer übt das Treiben mit ruhiger Körperhaltung. (Foto: FiBL, Eva Föller)

Ein Rind ist im Behandlungsstand, eines steht davor. Zwei Männer in Arbeitskleidung beobachten die Szene, ein dritter bedient einen Metallhebel am Behandlungsstand. Das Foto ist aus leicht erhöhter Position aufgenommen.

Bereits drei Trainings reduzieren den Stress auf dem Schlachthof. (Foto: FiBL, Eva Föller)

Rinder, mit denen das Laufen durch einen Treibgang geübt wird, haben später weniger Stress im Schlachthof. Auch für die Menschen wird es einfacher. Dies hat das FiBL Projekt "Konditionierung von Rindern auf dem landwirtschaftlichen Betrieb" gezeigt.

Der Tag der Schlachtung bedeutet für Rinder und Menschen meistens Stress. Das Verladen und die Abläufe auf dem Schlachthof, wie das Treiben durch die Gänge, sind für die Tiere eine völlig neue und überfordernde Erfahrung. Das FiBL Projekt "Konditionierung von Rindern auf dem landwirtschaftlichen Betrieb" hat einen neuen Ansatz ausprobiert. In dem vom Coop Fonds für Nachhaltigkeit finanzierten Projekt übten Landwirt*innen vorab mit ihren Tieren das Laufen durch einen Treibgang. Dazu wurde die Methode "Low Stress Stockmanship" verwendet, welche in einem zweitägigen Kurs gelernt wurde. 

Mehr Informationen zu der Methode findest sind im Video "Stressfreier Umgang mit Rindern – Philipp Wenz zeigt Methode Low Stress Stockmanship" zu finden (Link siehe unten).

Ruhiger Umgang mit den Tieren

Stockmanship lehrt den Zusammenhang zwischen der Aktion des Menschen und der Reaktion der Tiere. Dadurch wird ein ruhiger und effizienter Umgang möglich. Die Projektteilnehmenden trainierten mit ihren Kälbern je dreimal das Treiben durch einen sechs Meter langen Panelgang und die Fixierung in einem Behandlungs- oder Wiegestand. Der Aufwand betrug durchschnittlich zehn Minuten pro Tier, dazu kam je nach Gegebenheiten das Einrichten des Treibgangs.

Im Schlachthof untersuchten die FiBL Forschenden insgesamt 76 Tiere. Die Tiere, mit denen trainiert worden war, wiesen einen signifikant tieferen Gehalt des Stresshormons Cortisol auf. Auch für die Menschen wurde es einfacher. 

Gute Erfahrungen in der Praxis

Damian Laube ist einer der Projektteilnehmenden. Auf seinem Betrieb mit 25 Mutterkühen und zehn Weiderindern wandte er das neue Wissen aus dem Kurs erfolgreich an. Er erzählt: "Zu Beginn war die Arbeit mit Low Stress Stockmanship eine Umstellung. Das Treiben lief beim ersten Mal nicht besonders gut, da kam schon Skepsis auf bei mir. Beim zweiten Mal war ich jedoch überrascht: Da lagen Welten dazwischen." 

Die Methode hilft Damian Laube auch generell beim Umgang mit seinen Rindern: "Beim Weidewechsel mit den Weiderindern brauchten wir früher zwei bis drei Stunden mit vier Personen, bis die Tiere im Anhänger waren. Am Ende waren alle gestresst. Heute fahren zwei Personen zur Weide, bauen einen Panel-Korral auf, treiben und verladen die Tiere. Nach 25 Minuten sind wir fertig. Ich bin selber daran gewachsen. Wenn es dann auch noch gut ist fürs Tier, haben beide etwas gewonnen."

Ein ausführlicher Artikel zum Thema ist in der Ausgabe 9|25 des Magazins Bioaktuell erschienen (Link siehe unten).

Weitere Informationen

Kontakt

Verena Bühl

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