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LiveSeeding bezieht Gemeinden in die Debatte zum Internationalen Saatgutvertrag der FAO in Lima ein

Vier Personen sitzen vor einem Bildschirm und Bannern.

Mariano Iossa moderierte das Nebenevent "Förderung kultivierter Biodiversität durch lokale Lebensmittelpolitik", das von LiveSeeding anlässlich der Debatte zum Internationalen Saatgutvertrag der FAO im November 2025 in Lima organisiert wurde. (Foto: FAO, Michela Tudini)

Im November 2025 nahm FiBL Europe an der 11. Sitzung des Lenkungsorgans des Internationalen Vertrags über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (ITPGRFA, Saatgutvertrag) der FAO in Lima, Peru, teil. Gemeinsam mit den LiveSeeding-Projektpartnern organisierte das FiBL einen Workshop als Nebenveranstaltung, um Lösungen zu fördern, die für die biologische Saatgut- und Pflanzenzüchtung von Bedeutung sind.

Am 24. November veranstaltete das FiBL im Kongresszentrum von Lima gemeinsam mit Rete Semi Rurali (RSR), Red de Municipios por la Agroecología (RMAe) und ProSpecieRara (PSR) die Nebenveranstaltung "Förderung kultivierter Biodiversität durch lokale Lebensmittelpolitik". Im Workshop wurden konkrete kommunale Massnahmen vorgestellt – von gemeinschaftlichen Saatgutinitiativen bis hin zu öffentlichen Ernährungsstrategien, die die kultivierte Biodiversität fördern –, wobei Beispiele aus Italien, der Schweiz und Spanien herangezogen wurden.

Wie Mariano Iossa (FiBL), Koordinator des Projekts LiveSeeding, in Lima hervorhob, liefern Gemeinden bereits praktische Lösungen, die die kultivierte Biodiversität fördern und die Rechte der Landwirtinnen und Landwirte stärken. Sie benötigen jedoch mehr Anerkennung und förderliche Rahmenbedingungen, um diese Lösungen in grösserem Massstab umzusetzen. An der Diskussion beteiligten sich auch María Carrascosa García (RMAe), Riccardo Bocci (RSR) und François Meienberg (PSR). María Carrascosa García hob das Manifest von Granollers und kommunale Initiativen in Spanien hervor, die zeigen, wie lokale Ernährungspolitik die Saatgutvielfalt stärkt und den agrarökologischen Wandel unterstützt. François Meienberg stellte die Erfahrungen aus Genf vor und veranschaulichte, wie das Recht auf Nahrung und die öffentliche Beschaffung für Schulkantinen die Transformation des Ernährungssystems vorantreiben können.

Der Workshop war sehr gut besucht und stiess auf grosses Interesse bei Organisationen und Gemeinden in Europa und den Ländern des Globalen Südens. Dies unterstreicht die Bedeutung kommunaler Massnahmen für die Resilienz von Saatgut- und Ernährungssystemen in unterschiedlichen Kontexten.

Erkenntnisse aus Lima für LiveSeeding und die biologische Saatgut- und Pflanzenzüchtung

Das Lenkungsorgan in Lima bestätigte, dass der Saatgutvertrag in seiner zentralen, ungelösten Frage weiterhin in einer politischen Sackgasse steckt: Wie kann der Zugang zu pflanzengenetischen Ressourcen mit einer fairen und effizienten Aufteilung der daraus entstehenden Vorteile in Einklang gebracht werden? Trotz jahrelanger Diskussionen hat das multilaterale System nach wie vor Schwierigkeiten, vorhersehbare Szenarien zu entwerfen, und die Verhandlungen sind weiterhin von einer strukturellen Kluft zwischen den Ländern geprägt, die eine stärkere Souveränität und eine gerechtere Aufteilung der Vorteile fordern, und denen, die einen erleichterten Zugang priorisieren.

Auch wenn die Verhandlungen über das multilaterale System für den Zugang und den Vorteilsausgleich weiterhin in einer Sackgasse stecken, fand die von LiveSeeding vorgestellte Idee, kommunale Ernährungspolitik mit der Erhaltung und der nachhaltigen Nutzung der Agrobiodiversität zu verbinden, Eingang in die offiziellen Dokumente. Die Vertragsparteien fügten nämlich in der Resolution zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung einen Absatz hinzu, in dem "die Rolle hervorgehoben wird, die Städte bei der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von PGRFA spielen können, und die Beteiligung von Interessengruppen aus diesen Sektoren an der Arbeit des Ad-hoc-Ausschusses für Erhaltung und nachhaltige Nutzung (ACSU) gefördert wird" (Artikel 8, Punkt 4).

Auswirkungen in der Europäischen Union und der Schweiz

Die Partner des Projekts LiveSeeding, darunter FiBL Europe (Belgien), Red de Municipios por la Agroecología (Spanien), Rete Semi Rurali (Italien), INRAE (Frankreich), ProSpecieRara (Schweiz) und das FiBL Schweiz, haben zum "Manifest von Granollers" beigetragen und ermutigen Gemeinden in der EU und der Schweiz, dessen Massnahmen umzusetzen. Sie betonen, wie wichtig es ist, regionale Initiativen zur Entwicklung widerstandsfähiger Sorten und zur Produktion von Saatgut, das an die lokalen Bedingungen angepasst ist, zu unterstützen.

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