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Mehrwert für die Region – Bewertung der sozio-ökonomischen Effekte regional ausgelobter Bio-Lebensmittel in Österreich aus Sicht der Nachhaltigkeit

Abstract

Regional ausgelobte Lebensmittel werden häufig mit einer Steigerung regionaler Wertschöpfung, regiona-ler Resilienz und regionaler nachhaltige Entwicklung in Verbindung gebracht. Vor diesem Hintergrund entwickelte das FiBL Österreich ein Bewertungsmodell, das versucht, den durch regional ausgelobte Produkte hervorgerufenen "Mehrwert für die Region" zu quantifizieren. Das Modell umfasst 28 Indika-toren in den Themenfelder "Produkteigenschaften", "regionale Wertschöpfung", "regionale Resilienz" sowie "betriebliche Resilienz". Es wird ergänzend zu Produkt-Ökobilanzen angewandt und umfasst die gesamte Wertschöpfungskette, die ein zu bewertendes Produkt durchläuft. Das Modell wurde im Auftrag von Prüf!Nach und Hofer KG entwickelt und damit bisher mehr als 200 Zurück-zum-Ursprung Produkte aus verschieden österreichischen Regionen bewertet. Seit Mitte 2015 wird der errechnete "Mehrwert für die Region", den ein Zurück-zum-Ursprung Produkt im Vergleich zu einem konventionellen Vergleichsprodukt erreicht auf den Produkten ausgewiesen.

Detaillierte Projektbeschreibung

Das Bewertungsmodell "Mehrwert für die Region" ist eine umfassende Methode der Regionalitäts-bewertung für Produkte, die weit über die reine Herkunft eines Produktes hinausgeht. In diesem Modell werden neben der Herkunft sozio-ökonomische Effekte der regionalen Lebensmittelproduktion vor dem Hintergrund von Resilienz und Nachhaltigkeit bewertet. Dabei wird das jeweilige untersuchte regional ausgelobte Produkt entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der landwirtschaftlichen Produktion bis zum Point of sale analysiert. Das Bewertungsergebnis stellt den potenziellen Mehrwert dar, der für eine (österreichische) Region durch die Produktion, Verarbeitung und Vermarktung spezifischer Lebensmittel entstehen kann. Das Modell liefert damit produktbezogene Ergebnisse (und ist daher nicht geeignet, Nachhaltigkeit auf Ebene einzelner Betriebe oder ganzer Regionen zu analysieren).

Das Modell umfasst 28 Indikatoren die sich folgenden vier Themen zuordnen lassen:

  1. Regionale Wertschöpfung, die ein Produkt nach sich zieht: Relevant sind hier vor allem regionale Verflechtungen aufgrund der Absatz- und Beschaffungsbeziehungen zwischen Unternehmen, regionale Arbeitskräften oder nachhaltige Investitionen, die in einer Region getätigt werden.
  2. Einfluss auf die regionale Resilienz: Ein regionales Produkt kann vor allem durch die damit im Zusammenhang stehende Generierung und Weitergabe von Wissen sowie durch Vernetzung und Kooperation entlang der Wertschöpfungskette die Anpassungs- und Weiterentwick-lungsfähigkeit einer Region stärken.
  3. Auswirkung auf die betriebliche Resilienz; Um standfest in Krisen zu sein, braucht es auch auf Seiten der in die Produkt-Wertschöpfungskette involvierten Betriebe z.B. vielfältige und stabile Absatz- und Lieferbeziehungen und eine nachhaltige Unternehmensführung.
  4. Hervorheben von Produkteigenschaften; Hier fließen u.a. Lebensmittel- und Prozessqualität von Produkten ein, die Transparenz in Herstellung und Verarbeitung eines Produktes (betrifft u.a. die Beziehung zwischen Bauern/Bäuerinnen und KonsumentInnen), dessen Rückverfolgbarkeit oder der Beitrag eines regionalen Produkts zur Identitätsstiftung in einer Region.

Dieses Modell wurde im Auftrag von Prüf!Nach und Hofer KG entwickelt, um neben ökologischen As-pekten der Nachhaltigkeit von Zurück-zum-Ursprung Produkten (CO2, Wasser, Biodiversität) auch deren möglichen sozio-ökonomischen Mehrwert für die am Produkt ausgelobte Region abzubilden. Im Laufe des Projektes wurden bisher mehr als 200 Zurück-zum-Ursprung Produkte aus verschieden österreichischen Regionen bewertet. Seit Mitte 2015 wird der errechnete "Mehrwert für die Region", den ein Zurück-zum-Ursprung Produkt im Ver-gleich zu einem konventionellen Vergleichsprodukt bewirkt, auf den Produkten ausgelobt.

Finanzierung/ Donor
  • Hofer KG, Prüf!Nach
FiBL-Projektleitung/ Kontakt
FiBL-Mitarbeitende
Weiterführende Informationen

Nähere Informationen zu den ausgelobten Produkten sind auf der Projektseite von Zurück-zum-Ursprung zu finden: http://www.zurueckzumursprung.at/fussabdruck/berechnung/mehrwert/

  • BARTEL-KRATOCHVIL, R., MARKUT, T., GUSENBAUER, I., LINDENTHAL, T. (2016): Regionaler Nachhaltigkeits-Benefit von Honig. Beitrag zur 26. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Agrarökonomie, 15.-16. September 2016, Wien, S.83-84.
  • GUSENBAUER I., MARKUT T., BARTEL-KRATOCHVIL R., DRAPELA T., LINDENTHAL T. (2015) What is the benefit of regional foodstuffs and how could it be assessed? Results of Lower Austrian field vegetables assessed with a new developted model. Oral presentation on ICOAS conference October 2015, Bratislava
  • MARKUT T., GUSENBAUER I., BARTEL-KRATOCHVIL R., HÖRTENHUBER S., LINDENTHAL T. (2015) Regionale Lebensmittel und deren Benefit für die Region am Beispiel Bio-Frischmilch in Österreich. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau März 2015 Eberswalde.
Forschungsschwerpunkte
Änderungsdatum 21.02.2020
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