Am ersten Tag des Seminars informierte Isabell Gerr, Assoziation ökologischer Lebensmittelherstellerinnen und -hersteller (AöL), darüber, wie sich der Markt und die Zielgruppen aktuell und künftig verändern. Gerr hob dabei mehrere Entwicklungen hervor:
- Gesundheit gewinnt gegenüber Nachhaltigkeit für die Konsument*innen an Bedeutung,
- Vertrauen in Marken wird wichtiger als klassische Werbung und Convenience,
- personalisierte Empfehlungen durch KI und Social Media beeinflussen Kaufentscheidungen zunehmend.
Bio-Marken profitieren von Authentizität
Paul-Werner Hildebrand von organic Marken-Kommunikation betonte, dass Konsumentinnen und Konsumenten von Bio-Marken eine ehrliche und transparente Kommunikation erwarten. Gleichzeitig können Leichtigkeit und Humor positive Emotionen schaffen und Marken von der Konkurrenz abheben. Gerade angesichts der wachsenden Menge austauschbarer KI-generierter Inhalte seien Authentizität und kreative Ideen wichtig. Samuel Kümmel von der Agentur Lichtsignale riet dazu, sich als kleines Unternehmen nicht von Perfektionismus und vom Vergleich mit großen Playern ausbremsen zu lassen. Persönliche Geschichten und die Menschen hinter einer Marke könnten genauso punkten. "Ein gutes Beispiel ist Social Media. Einblicke in den Arbeitsalltag oder Bilder von Mitarbeitenden schaffen Nähe und Vertrauen. Gerade kleine Unternehmen haben hier einen Vorteil: Sie sind nah am Geschehen und können unkompliziert zeigen, wie sie arbeiten", so Kümmel.
Food-Start-Up Verrano setzt auf Kooperationen
Manuel Siskowski vom Food-Start-up Verrano berichtete am eigenen Beispiel, wie sich eine klare Positionierung in der Praxis umsetzen lässt. Das Unternehmen produziert gereiftes Wurzelgemüse in Feinkostqualität und stellt in seiner Kommunikation konsequent Qualität und Genuss in den Mittelpunkt. Das beginnt bereits beim reduzierten Verpackungsdesign, das möglichst viel vom Produkt zeigt, welches optisch an Räucherschinken erinnert. Eine wichtige Rolle spielen für Verrano Kooperationen mit großen Firmen wie Zeit für Brot, BioKaiser oder sogar der Deutschen Bahn. Sie verschaffen dem noch jungen Produkt Reichweite und Absatzwege.
Gemeinsam zu den nächsten Schritten
Im interaktiven Teil des Workshops stellten sich die Teilnehmenden gegenseitig ihre Marken und Unternehmen vor und berichteten von Marketingerfolgen oder geplanten Schritten. Im anschließenden Format "Problem-Solution-Slam" konnten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer konkrete Fragestellungen zusammen mit der Gruppe und Samuel Kümmel bearbeiten. Kümmel bot dabei für jede Frage ein kurzes Live-Coaching an und gab den Teilnehmenden wertvolle Tipps an die Hand.
Weitere Informationen
Kontakt
Links
oekolandbau.de: Weitere Informationen und Termine der "Bio verarbeiten – Praxis-Workshops"
blq-bio-beratung.de: Veranstalterin Büro für Lebensmittelkunde und Qualität GmbH

