Selbsterntegärten verbinden Gemüseanbau, Direktvermarktung und Kund*innenbildung auf besondere Weise. Die Teilnehmenden zahlen ihren Beitrag bereits zu Saisonbeginn, was den Betrieben finanzielle Planungssicherheit gibt. Gleichzeitig kommen sie regelmässig auf den Hof, erleben den Anbau vor Ort und entwickeln ein besseres Verständnis für saisonale und regionale Lebensmittelproduktion.
Die zwei Hauptformen
In der Schweiz haben sich zwei Varianten etabliert: Beim Pflege-Erntegarten übernimmt der Betrieb Anbau und Pflanzung, während die Teilnehmenden eine Parzelle selbst pflegen und ernten. Beim Erntegarten liegt auch die Pflege vollständig beim Betrieb. Die Abonnent*innen kommen nur zur Ernte auf den Hof. Damit eignen sich Pflege-Erntegärten besonders für Menschen, die aktiv gärtnern möchten, während Erntegärten eher Teilnehmende ansprechen, die frisches Gemüse vom Feld, aber ohne eigenen Pflegeaufwand schätzen. Beide Varianten bringen unterschiedliche Anforderungen an Arbeitsorganisation, Kommunikation und Infrastruktur mit sich.
Von der Planung bis zu Umsetzung
Praxisnah erläutert das Merkblatt zudem Themen wie Standortwahl, Flächenstrategie, Preisgestaltung, rechtliche Fragen und die Bindung von Teilnehmenden. Zahlreiche Beispiele aus der Schweiz, Deutschland und Österreich zeigen, wie unterschiedlich Selbsterntegärten ausgestaltet sein können: von kleinen Gärten mit 12 Parzellen bis zu Anlagen mit über 200 Abonnements. Ergänzend unterstützt ein Kostenrechner bei der wirtschaftlichen Planung.
Direkt erlebbare Landwirtschaft
Wenn Lebensmittelpreise steigen und Wetterextreme den Anbau erschweren, können Selbsterntegärten einen direkten Einblick in die Herausforderungen der regionalen Lebensmittelproduktion geben. Sie machen Saisonalität ebenso sichtbar wie die Folgen von Trockenheit, Starkregen oder Spätfrost.
Das Merkblatt "Selbsterntegärten – Praxisleitfaden zur Planung und Umsetzung" sowie ein Kostenrechner für die Schweiz stehen kostenlos im FiBL-Shop zum Download zur Verfügung. Es richtet sich an Landwirt*innen, die neue Wege in der Direktvermarktung und Kooperation mit Konsumierenden suchen, sei es als ergänzender Betriebszweig oder als strategische Weiterentwicklung bestehender Angebote.
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Link
fibl.org: Merkblatt "Selbsterntegärten – Praxisleitfaden zur Planung und Umsetzung"
