Drahtwürmer leben mehrere Jahre verborgen im Boden und treten oft ungleichmässig auf. Dadurch bleibt das Risiko schwer abschätzbar. Besonders betroffen sind Flächen mit Wiesenhistorie oder hohem Humusgehalt. Das neue Merkblatt erklärt, welche Standort- und Bewirtschaftungsfaktoren das Risiko erhöhen und wie sich gefährdete Flächen frühzeitig erkennen lassen.
Vorbeugen statt nachträglich bekämpfen
Im Zentrum stehen vorbeugende Massnahmen, denn direkte Regulierungsmöglichkeiten sind im Biolandbau begrenzt. Das Merkblatt zeigt, wie Fruchtfolge, Bodenbearbeitung, Sortenwahl und der richtige Erntezeitpunkt dazu beitragen können, Drahtwurmschäden zu reduzieren. So gelten mehrjährige Kunstwiesen vor Kartoffeln als besonders kritisch, während offene Bestände und intensive Bodenbearbeitung den Befallsdruck senken können. Auch Ablenkeinsaaten mit Hafer oder Gerste sowie angepasste Erntezeitpunkte werden erläutert.
Schadbilder sicher erkennen
Da Drahtwurmschäden leicht mit anderen Ursachen wie Rhizoctonia oder Schneckenfrass verwechselt werden können, enthält das Merkblatt zudem eine Übersicht typischer Schadbilder. Beschrieben werden charakteristische Frassgänge, Unterschiede zu Krankheiten sowie Hinweise zur sicheren Diagnose im Feld und bei der Ernte.
Forschung und neue Ansätze
Ergänzend gibt das Merkblatt einen Überblick über aktuelle Forschungsarbeiten und neue Ansätze zur Regulierung. Dazu gehören Biofumigation, pflanzenbasierte Fresshemmung, Sexuallockstoffe sowie der Einsatz entomopathogener Pilze und Nematoden. Viele dieser Verfahren werden derzeit unter Praxisbedingungen weiter untersucht.
Das Merkblatt "Drahtwürmer im Biokartoffelanbau – Vorbeugen und gezielt regulieren" steht kostenlos im FiBL-Shop zum Download zur Verfügung.
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fibl.org: Merkblatt "Drahtwürmer im Biokartoffelanbau – Vorbeugen und gezielt regulieren"
