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Nach EU-Entscheidung zu neuen Gentechniken: Biosaat- und Pflanzgut gewinnen an Bedeutung

Frau schaut in die Kamera, dahinter Zelte einer Outdoor-Messe.

Dr. Freya Schäfer vom FiBL in Deutschland beschäftigt sich intensiv mit der Verbesserung der Verfügbarkeit von Biosaat- und Pflanzgut für den Ökolandbau. (Foto: Ina Hiester)

Mit der Entscheidung des Europäischen Parlaments vom 17. Juni zur Deregulierung neuer genomischer Techniken (NGT) verändern sich die Rahmenbedingungen für Pflanzenzüchtung in Europa. Für den ökologischen Landbau rückt damit eine zentrale Herausforderung stärker in den Fokus: die ausreichende Verfügbarkeit von ökologisch vermehrtem Saat- und Pflanzgut. Denn im Bio-Sektor bleiben neue gentechnische Verfahren weiterhin ausgeschlossen. Eine Plattform für Austausch und Vernetzung bietet die Saatgutkonferenz am 7. und 8. Juli 2026 in Fulda.

"Jetzt ist es umso wichtiger, ökologische Pflanzenvermehrungsstrukturen gemeinsam mit konventionellen und auf bio spezialisierten Anbietern auszubauen", sagt Dr. Freya Schäfer vom FiBL in Deutschland. "Betriebe, die auch in Zukunft gentechnikfrei wirtschaften wollen, sollten spätestens jetzt noch stärker auf ökologisches Saat- und Pflanzgut setzen und damit den Saatgutproduzenten Planungssicherheit geben."

Abgestimmte Fahrpläne zwischen Lieferant*innen, Verarbeitung und Handel seien nötig sowie gezielte Investitionen in Sortenentwicklung besonders im Gemüse, Obst- und Weinbau. "Allen Akteurinnen und Akteuren entlang der Wertschöpfungskette muss bewusst sein, dass sich ökologische Pflanzenvermehrung nicht kurzfristig skalieren lässt", so Schäfer.

Saatgutkonferenz in Fulda stellt Lösungsansätze in den Fokus

Wie dieser Prozess gelingen kann, ist wichtiges Thema bei der Saatgutkonferenz am 7. und 8. Juli in Fulda, die im Rahmen des Projekts RoadmapsOekoPVM stattfindet. Dort diskutieren Vertreter*innen aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Politik, Handel und Verbänden über Strategien für die weitere Entwicklung des ökologischen Saat- und Pflanzgutsektors.

Hintergrund ist die Vorgabe der EU-Öko-Verordnung, wonach spätestens ab 2037 sämtliche Biokulturen auf ökologisch vermehrtem Saat- und Pflanzgut basieren sollen. Ziel ist es, die Integrität und Resilienz des Ökolandbaus langfristig zu stärken und die bislang in vielen Kulturen bestehende Abhängigkeit von konventionellem Saatgut zu überwinden.

"Viele Akteurinnen und Akteure hatten dieses Thema bislang nicht ausreichend im Blick oder als wenig dringlich eingeschätzt, da die Frist erst 2037 greift. Das Bewusstsein verändert sich nun deutlich. Denn es geht um die langfristige Sicherung gentechnikfreier Wertschöpfungsketten und damit um zentrale Grundwerte des Ökolandbaus", so Schäfer.

Die Anmeldung zu der Saatgutkonferenz ist aktuell möglich.

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