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Forschungspreis für den Vergleich von Anbausystemen in Bolivien, Indien und Kenia

FiBL-Forscher Gurbir Bhullar präsentiert das SysCom-Projekt bei der Verleihung des SFIAR Team Award 2019. (Foto: FiBL, Marco Picucci)

Die Mitglieder des SysCom-Teams erhalten den SFIAR Team Award 2019 an der ETH Zürich. Von links nach rechts: Marco Picucci, Laura Armengot, Johanna Rüegg, Gurbir Bhullar, Beate Huber, Monika Schneider. (Foto: SFIAR, Felix Hintermann)

Ein Langzeitversuch des Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL in Bolivien, Indien und Kenia zeigt auf, dass der Biolandbau für Kleinbäuerinnen und -bauern in den Tropen Vorteile mit sich bringt. Das Schweizerische Forum für internationale landwirtschaftliche Forschung SFIAR hat den Versuch an der ETH Zürich Anfang Dezember mit dem Forschungspreis ausgezeichnet. Finanziert wird er vom Liechtensteinischen Entwicklungsdienst LED, der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA, von Coop und Biovision.

(Frick, 09.12.2019) Gemeinsam mit Partnerinstitutionen konnte das FiBL im Rahmen des über zehnjährigen Langzeitversuchs aufzeigen, dass der Biolandbau für Kleinbäuerinnen und -bauern eine ökonomisch interessante Alternative darstellen kann, da unter anderem ein höheres Einkommen resultiert. Mit dem SFIAR-Forschungspreis wird die Bedeutung der Forschungsergebnisse auch angesichts der Frage gewürdigt, wie man den negativen Auswirkungen des Klimawandels begegnen kann. Die Mitglieder des Preiskomitees hoben zudem den innovativen und partnerschaftlichen Ansatz des Versuchs sowie die Ausbildung der lokalen Partner hervor.

Grosses Potenzial

Das FiBL startete das Programm "Long-term farming systems comparisons in the tropics" (SysCom) im Jahr 2007. Ziel davon war es herauszufinden, wie die biologische Landwirtschaft auch in tropischen Gebieten profitabel produzieren und welchen Beitrag sie zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten kann. Während in Indien der Baumwoll-, Soja- und Weizenanbau untersucht werden, steht in Kenia der Gemüse- und Maisanbau im Fokus. Und in Bolivien wird die Kakaoproduktion in Monokulturen und Agroforstsystemen verglichen.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass der Biolandbau auch in tropischen Regionen nicht nur die Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und Produktqualität verbessert, sondern auch ökonomisch interessant sein kann. Die Ergebnisse widerlegen somit die häufig geäusserte Kritik, dass Biolandbau nur etwas für reiche Länder sei. Um das grosse Potenzial der biologischen Landwirtschaft in den Tropen voll nutzbar zu machen, muss die Weiterentwicklung von regional angepassten Anbaumethoden unterstützt werden, Bäuerinnen und Bauern müssen weitergebildet werden. Von Bedeutung sind zudem auch die institutionellen Rahmenbedingungen.

Nachhaltige Produktion

Das SFIAR ehrt mit der Preisverleihung 2019 zusätzlich zum FiBL Janine Steinmann für ihre Masterarbeit an der ETH Zürich im Rahmen des Projektes YAMSYS zur Verbesserung der Bodenqualität im Yamswurzel-Anbau in Westafrika.

Es verleiht dem FiBL den "Team Award" von 10‘000 Franken und Janine Steinmann den "Master Thesis Award" von 1000 Franken. Die ausgezeichneten Projekte liefern wertvolle wissenschaftliche Grundlagen zur Frage, wie die Nahrungsmittelproduktion in Entwicklungsländern nachhaltiger gestaltet werden kann.

Der SFIAR-Forschungspreis wird von der DEZA und der Syngenta Stiftung für Nachhaltige Landwirtschaft gestiftet.

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Förderer und Gönner

  • Liechtensteinischen Entwicklungsdienst LED
  • Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA
  • Coop Fonds für Nachhaltigkeit
  • Biovision

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