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Kometian: Komplementärmedizinisches Tierheilangebot

Abstract

Der Antibiotikaeinsatz bei Nutztieren fördert die Entwicklung antibiotikaresistenter Bakterien. Die Komplementärmedizin könnte einen Beitrag zur Reduktion von Antibiotika leisten, wird bisher jedoch nicht flächendeckend angeboten. Das Ressourcenprojekt „Kometian“ unterstützt teilnehmende Landwirte darin, ihre Tiere komplementärmedizinisch zu behandeln.

Die wissenschaftliche Begleitung des Kometian-Projektes hat zum Ziel, die Effekte der Kometianberatung auf den landwirtschaftlichen Betrieb und die Tiergesundheit zu dokumentieren und analysieren.
Kann die Anzahl antibiotischer und anderer schulmedizinischer Behandlungen auf den Betrieben durch eine gezielte Beratung reduziert werden?

  • Wie entwickelt sich anschliessend die Tiergesundheit auf den Betrieben?
  • Wie entwickeln sich die direkten Tiergesundheitskosten?
  • Wie entwickelt sich die Gesundheit der Einzeltiere nach telefonischer Beratung?
  • Welchen Einfluss hat die Kometian-Beratung auf die gesamtbetriebliche Situation aus Sicht der Landwirte?
Detaillierte Projektbeschreibung

Seit 2008 sinkt der Antibiotikaeinsatz in der Schweizer Nutztierbeständen zwar kontinuierlich (ARCH-Vet, Gesamtbericht 2011), doch die Anzahl antibiotikaresistenter Keime, welche im Rahmen eines nationalen Überwachungsprogrammes aus gesunden Schlachttieren isoliert werden konnten, hat sich gegenüber den letzten Jahren kaum verändert. Somit ist es notwendig, dass der Antibiotikaeinsatz noch weiter reduziert wird.

Zudem schreibt die Schweizer Biolandbauorganisation Bio Suisse in ihren Richtlinien vor, dass erkrankte Tiere in erster Linie komplementärmedizinisch behandelt werden sollten. Chemisch-synthetische Arzneimittel sollten lediglich zur Ergänzung der komplementärmedizinischen Methoden eingesetzt werden. Bislang fehlt jedoch für die Landwirte in vielen Regionen der Zugang zu fachkompetenten Personen im Bereich der Komplementärmedizin.

Seit Anfang 2012 hat sich die Interessensgemeinschaft (seit 2017 Verein) Kometian (www.kometian.ch) diesem Problem angenommen und bietet für Landwirte eine kostenpflichtige telefonische Beratung an, welche von Tierärzten und Tierheilpraktikern mit anerkannter komplementärmedizinischer Ausbildung bedient wird. Selbstverständlich können mit den Fachpersonen auch Betriebsbesuche vereinbart werden. Das Ziel ist, dass erkrankte Nutztiere oder Nutztiergruppen möglichst komplementärmedizinisch therapiert werden und somit auf den Einsatz von Antibiotika oder anderen chemisch-synthetischen Arzneimitteln verzichtet werden kann. Ein Teil des Gespräches beinhaltet jedoch immer auch die Abschätzung von Notfallsituationen verbunden mit dem Rat, in diesen Situationen den Hoftierarzt hinzuzuziehen.

Seit 2016 ist Kometian ein Ressourcenprojekt des Bundes. Das FiBL führt in diesem Rahmen die wissenschaftliche Begleitung in 4 Teilprojekten durch:

1.    Entwicklung von Arzneimitteleinsatz und Tiergesundheit auf Kometianbetrieben mit Milchviehhaltung im Vergleich zu Nicht-Kometianbetrieben
Dieser Projektteil verfolgt das Ziel anhand von mindestens 25 Beispielbetrieben mit Milchviehhaltung das Behandlungsmanagement (insbesondere den Antibiotikaeinsatz) und die Tiergesundheit auf Kometianbetrieben über 6 Jahre genauer zu betrachten.

2.    Entwicklung der Anzahl antibiotischer Behandlungen auf Kometianbetrieben mit Milchviehhaltung im Vergleich mit Nicht-Kometianbetrieben
Dieser Projektteil verfolgt das Ziel anhand von ca. 80 Milchviehbetrieben das Behandlungsmanagement (insbesondere den Antibiotikaeinsatz) auf Kometianbetrieben über 2 Jahre genauer zu betrachten.

3.    Kontrolle der Fallverläufe aller von Kometian beratener Fälle
Die beratenden Tierärzte und Tierheilpraktiker erstellen zu jedem Telefonat oder Betriebsbesuch eine Falldokumentation, welche für alle Berater zugänglich auf einer zentralen Datenbank gespeichert wird. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) führt hierzu die Qualitätssicherung durch. Per elektronischem Fragebogen werden bei den beratenen Landwirten der Fallverlauf, sowie die Zufriedenheit mit der Beratung ermittelt. Der Zeitraum der Nachfrage wird vom Berater festgelegt. Dieser schätzt je nach Fall ab, nach welcher Zeitdauer die Krankheit möglichst ausgeheilt sein müsste. Die Daten der Nachfrage werden kontinuierlich ausgewertet.

4.    Einfluss der Kometian-Beratung auf die gesamtbetriebliche Situation aus Sicht der Landwirte
Im Rahmen des Ressourcenprojektes soll bei den Landwirten die subjektiven Einschätzung der gesamtbetrieblichen Situation systematisch über mehrere Jahre während der Mitgliedschaft bei Kometian erfasst werden.

 

Finanzierung/ Donor
  • BLW
Projektpartner
  • Verein Kometian
  • HAFL
FiBL-Mitarbeitende
Rolle des FiBL

Mitglied der Projektgruppe, Qualitätssicherung

Weiterführende Informationen

www.kometian.ch

Forschungsschwerpunkte
FiBL-Projektnummer 40029
Änderungsdatum 05.12.2019
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