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Hintergrund zum Thema Hülsenfrüchte

In der biologischen Landwirtschaft kommt Leguminosen eine wichtige Funktion in der Fruchtfolge zu. Sie haben die Fähigkeit, in Symbiose mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff im Boden zu binden. So können sie diesen pflanzenverfügbar machen - für sich selbst wie auch für die Pflanzen, die nachfolgend angebaut werden. Durch die intensive Bewurzelung des Bodens und die Fähigkeit der Leguminosen, schwer verfügbare Phosphorverbindungen im Boden aufzuschliessen, wirkt sich der Anbau zudem positiv auf die Bodenfruchtbarkeit aus. Neben den Körnerleguminosen gibt es weitere Leguminosen, die im Biolandbau eine wichtige Rolle spielen, beispielsweise als Gründüngung oder im Futterbau (zum Beispiel Kleegras).

Bioanbau von Körnerleguminosen

In Europa besteht eine grosse Nachfrage nach proteinhaltigen Rohstoffen; vor allem für Futtermittel, die jedoch weitestgehend importiert werden. Um unabhängiger von Importen zu werden, wächst das Bestreben, eiweissreiche Kulturen vermehrt selbst anzubauen. Doch die heimische Produktion von Körnerleguminosen unter Biobedingungen hat seine Tücken. Die Unkrautbekämpfung ist anspruchsvoll, vor allem Spätverunkrautung stellt eine Herausforderung dar. Die Pflanzen reagieren empfindlich auf Bodenverdichtungen, manche Arten sind nicht standfest und lagern, was zu Qualitätseinbussen führt. Wenn zu viele Leguminosen in der Fruchtfolge angebaut werden, das heisst die Anbaupausen zu kurz sind, kann es zu sogenannten "leguminosenmüden" Böden kommen, was den Anbau unwirtschaftlich oder sogar unmöglich macht. Hinzu kommt, dass Soja-Importware viel günstiger ist als Soja aus heimischer Produktion, weshalb der hiesige Anbau hinsichtlich Ertrag und Qualität optimiert werden muss. Daher spielen die Züchtung von Sorten, die für unser Klima geeignet sind, und die Entwicklung von Anbautechnik, die den hiesigen Verhältnisse angepasst ist, eine grosse Rolle.

Mit fundiertem Hintergrundwissen und geeigneter Anbautechnik kann der Anbau jedoch eine durchaus wirtschaftlich lohnende Option sein. Einerseits, weil der Trend zu regionaler und gentechnikfreier Fütterung von milch- und fleischproduzierenden Tieren immer stärker wird. Andererseits, weil der Leguminosenanbau mehr leistet als zunächst am jeweiligen Ertrag erkennbar ist. Der Anbau von heimischen Eiweisspflanzen kann die Biodiversität sowie die genetische Vielfalt in der Agrarlandschaft erhöhen und trägt zugleich zu wichtigen Ökosystemdienstleistungen bei, da sie beispielsweise keinen energieaufwendig hergestellten Stickstoffdünger benötigen um gut zu gedeihen.

Das FiBL arbeitet bereits seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit Biolandwirten und anderen Akteuren daran, dass Soja und die heimischen Körnerleguminosen Erbsen, Ackerbohnen und Süsslupinen in der hiesigen Biolandwirtschaft einen festen Platz bekommen und dass sie für die tierische und menschliche Ernährung als interessante Alternative zu importierten Eiweissquellen oder tierischen Proteinen gesehen werden. Auch in internationalen Projekten arbeiten FiBL-Forscher daran, die Wettbewerbsfähigkeit von Biosoja zu stärken. Um Futtersoja vermehrt aus Europa zu beziehen und so die Abhängigkeit von Importsoja aus Übersee - insbesondere aus China und Indien - zu mindern, wurde ein Projekt gestartet, das den Biosojaanbau in Osteuropa fördert.