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FiBL-Projekt

Projekttitel Kometian: Komplementärmedizinisches Tierheilangebot
Offizielles Akronym Kometian
FiBL-Projektnummer 40029
Abstract

 

 

Detaillierte Projektbeschreibung

Seit 2008 sinkt der Antibiotikaeinsatz in der Schweizer Nutztierbeständen zwar kontinuierlich (ARCH-Vet, Gesamtbericht 2011), doch die Anzahl antibiotikaresistenter Keime, welche im Rahmen eines nationalen Überwachungsprogrammes aus gesunden Schlachttieren isoliert werden konnten, hat sich gegenüber den letzten Jahren kaum verändert. Somit ist es notwendig, dass der Antibiotikaeinsatz noch weiter reduziert wird.

Zudem schreibt die Schweizer Biolandbauorganisation Bio Suisse in ihren Richtlinien vor, dass erkrankte Tiere in erster Linie komplementärmedizinisch behandelt werden sollten. Chemisch-synthetische Arzneimittel sollten lediglich zur Ergänzung der komplementärmedizinischen Methoden eingesetzt werden. Bislang fehlt jedoch für die Landwirte in vielen Regionen der Zugang zu fachkompetenten Personen im Bereich der Komplementärmedizin.

Seit Anfang 2012 hat sich die Interessensgemeinschaft Kometian (www.kometian.ch) diesem Problem angenommen und bietet für Landwirte eine kostenpflichtige telefonische Beratung an, welche von Tierärzten und Tierheilpraktikern mit anerkannter komplementärmedizinischer Ausbildung bedient wird. Selbstverständlich können mit den Fachpersonen auch Betriebsbesuche vereinbart werden. Das Ziel ist, dass erkrankte Nutztiere oder Nutztiergruppen möglichst komplementärmedizinisch therapiert werden und somit auf den Einsatz von Antibiotika oder anderen chemisch-synthetischen Arzneimitteln verzichtet werden kann. Ein Teil des Gespräches bein-haltet jedoch immer auch die Abschätzung von Notfallsituatio-nen verbunden mit dem Rat, in diesen Situationen den Hoftierarzt hinzuzuziehen. Im ersten Jahr 2012 begrenzt sich das Projekt auf eine Pilotregion in der Nordostschweiz, seit 2013 ist es für alle deutschsprachigen Schweizer Betriebe möglich sein, am Projekt teilzunehmen.

Die beratenden Tierärzte und Tierheilpraktiker erstellen zu jedem Telefonat oder Betriebsbesuch eine Falldokumentation, welche für alle Berater zugänglich auf einer zentralen Datenbank gespeichert wird. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) führt hierzu die Qualitätssicherung durch: Per telefonischer Nachfrage bei den beratenen Landwirten wird der Fallverlauf, sowie die Zufriedenheit mit der Beratung ermittelt. Der Zeitraum der Nachfrage wird vom Berater festgelegt. Dieser schätzt je nach Fall ab, nach welcher Zeitdauer die Krankheit möglichst ausgeheilt sein müsste. Die Daten der Nachfrage werden kontinuierlich ausgewertet, mit dem Ziel, dass stetige Projektverbesserungen vorgenommen und allfällige Schulungen für die Berater organisiert werden können.

In Zukunft soll ein landesweites Netz komplementärmedizinisch arbeitender Fachpersonen aufgebaut werden und die Komplementärmedizin soll gleichwertig und in Zusammenarbeit mit der Schulmedizin landesweit eingesetzt werden.

Projektstatus laufend
Projektbeginn 01.01.2012
Finanzierung/ Donor
  • Bio Suisse
  • Biomilchpool
  • Bio Pool AG
  • Camvet
  • Autorengruppe „Handbuch zur homöopathischen Stallapotheke“
  • Homöopathieverband Schweiz (HVS), Omida AG
  • St. Galler Bauernverband und weitere Spender
Projektpartner

Ammann Werner, Bio-Landwirt, Auhalden 607, 9608 Ganterschwil (Initiant und Projektleiter)

FiBL-Mitarbeitende
Rolle des FiBL

Mitglied der Projektgruppe, Qualitätssicherung

Weiterführende Informationen

www.kometian.ch

Forschungsschwerpunkte
Themen
Änderungsdatum 11.06.2019
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