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Soziale Landwirtschaft schafft Mehrwert

Tagung in Witzenhausen mit großer Resonanz

Mehr als 70 Teilnehmer aus ganz Deutschland und vier weiteren Ländern waren in Witzenhausen dem „Mehrwert Sozialer Landwirtschaft“ auf der Spur. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) hatte im Rahmen des EU-Projekts SoFar (Social Farming) zu einer öffentlichen Tagung eingeladen, auf der ein breites Spektrum an Initiativen Sozialer Landwirtschaft präsentiert wurde.

Praktiker und Experten berichteten über die Vielfalt verschiedener Aufgabenfelder: Von der Integration von Menschen mit Behinderung auf landwirtschaftlichen Betrieben über Schulbauernhöfe, ein Kindergarten- und Altenwohnprojekt bis hin zu Suchthilfe-Projekten auf dem Bauernhof. In einem Arbeitsforum arbeiteten die Tagungsteilnehmer an folgenden Fragen:

  • Was bedeutet „soziale“ Landwirtschaft? Was ist ihr „Mehrwert“?
  • Welche „soziale“ Landwirtschaft wollen wir? – Ein spezialisiertes Marktsegment oder eine Perspektive für einen umfassenden gesellschaftlichen Wandel?
  • Wie steht die Soziale Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen der Wirtschaftlichkeit von Beschäftigung und den optimalen Bedingungen für Therapie und Lebensqualität?
  • Wie kann der Mehrwert Sozialer Landwirtschaft in der Öffentlichkeit kommuniziert und vertreten werden? Wie sind ihre positiven Wirkungen auf Menschen vermittelbar; braucht es professionelle Lobbyarbeit?

Erarbeitet wurden Grundlagen für ein Positionspapier, das sich an Politik, Verwaltung und Gesellschaft richten soll. Gefordert wird die verstärkte Förderung von Ansätzen in der Landwirtschaft, die soziale Wirkungen entfalten, die benachteiligte Menschen integrieren, die sinnvolle Arbeit im ländlichen Raum schaffen. Eindrucksvolle Beispiele bekamen die Tagungsteilnehmer auf der ganztägigen Exkursion zu sehen: den Schulbauernhof Hutzelberg in Oberrieden, der seit zehn Jahren Schulklassen, Ferienfreizeiten und weitere Gruppen landwirtschaftliche Nahrungsproduktion und handwerkliche Lebensmittelverarbeitung hautnah erleben lässt. Das zweite Exkursionsziel war das Hephata Hofgut Richerode bei Jesberg, ein Biolandbetrieb, auf dem mehr als 80 Menschen mit Behinderungen ihren Lebens- und Arbeitsraum finden. Den Abschluss der Fahrt bildete der Hof Hauser bei Wolfhagen. Hier wohnen Jugendliche im Rahmen der Jugendhilfe und helfen bei der Versorgung der Tiere, der Futtergewinnung und Pflegeaktivitäten rundum das Gelände der Langelmühle mit.

„Die Teilnehmer waren begeistert von der Vielfalt innovativer Ansätze, die auf der Tagung und den besuchten Betrieben vorgestellt wurden“, so Dr. Thomas van Elsen vom FiBL Standort Witzenhausen, der zusammen mit Marie Kalisch die Tagung initiiert hatte.

Weiterführende Informationen

Kontaktpersonen am FiBL: Thomas van Elsen und Marie Kalisch

www.sofar-d.de

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