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Praxiserfahrungen mit alternativen Abferkelbuchten

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Screenshot der Online-Veranstaltung "Gestaltung von Abferkelbuchten unter Tierwohlaspekten" im Rahmen der EuroTier digital.

EuroTier digital: Impulsbetriebe des Netzwerks Tierwohl berichteten über die Einführung von freien Abferkelbuchten in der Praxis

(Frankfurt, 22.02.2021) Im Rahmen der EuroTier digital, die vom 9. bis 12. Februar 2021 stattfand, waren die "Impulsbetriebe" des Netzwerks Fokus Tierwohl am Fachprogramm am Mittwoch, den 10. Februar, mit einem Beitrag zur "Gestaltung von Abferkelbuchten unter Tierwohlaspekten" im DLG-Spotlights Schwein beteiligt. Drei sauenhaltende Betriebe aus dem Netzwerk der Impulsbetriebe Tierwohl gaben Einblick in ihre Stallungen und den alltäglichen Arbeitsablauf mit unterschiedlichen Bewegungsbuchten. Unter Moderation von Dr. Christian Lambertz (FiBL Deutschland e.V.) und Dr. Sabine Schütze (Geschäftsstelle Tierwohlkompetenzzentrum Schwein bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen) fand ein reger Austausch von Erfahrungen vor 470 Zuschauern statt.

Jan-Hendrik Hohls aus Niedersachsen schilderte die Entwicklung seines Betriebs sowie die Gestaltung seines Stalles und der Buchten. Nach seinen Erfahrungen steigen die Ferkelverluste bei Bewegungsbuchten nicht an, solange die Sau ad libitum gefüttert werde, ihr Charakter zur Abferkelbucht passe und die Ferkel fit seien und beim Abliegen der Sau fliehen könnten. Selbst Sauen, die zuvor schon im Kastenstand abgeferkelt hatten, kamen später mit der Bewegungsbucht gut klar.

Betriebsleiter Lukas Schmidle aus Baden-Württemberg berichtete von guten Erfahrungen mit freien Abferkelbuchten, aber auch mancher Herausforderung, wie der Verschmutzung von Festflächen, die mit dem vorher noch unbekannten Konzept einhergingen. Aus seiner Sicht ist die Attraktivität des Ferkelnestes ein wesentlicher Aspekt, um die Ferkel aus dem Aktionsradius der Sau zu halten und so das Erdrückungsrisiko für die Ferkel zu minimieren.

Wilhelm Schulte-Remmert vom Biohof LebensWert in NRW bestätigte viele positive Erfahrungen der konventionell wirtschaftenden Kollegen. In seinen Abferkelbuchten mit einer Fläche von 14 m2 ferkeln die Sauen bei ihm frei ab. Die Strukturierung der Bucht schaffe klare Lebensbereiche und erlaube es den Tieren, ihre natürliche Verhaltensweise auszuleben. Oftmals seien es Kleinigkeiten, die über das Wohl oder Weh entscheiden. Aus diesem Grund sei es wichtig, dass sich Praktiker austauschen und gegenseitig Tipps geben. Es brauche Überwindung, Dinge neu zu denken und den Mut, diese dann auch umzusetzen. Die hohe Zufriedenheit der Betriebsleiter durch ein Mehr an Tierwohl für Sau und Ferkel konnte von allen bestätigt werden. Keiner der drei Berufskollegen wollte auch nur einen Schritt zurück in das alte Haltungssystem machen.

Die Videoaufzeichnung der Veranstaltung ist für registrierte Besucher der "EuroTier digital" bis zum 15. April 2021 auf der Digital-Plattform im Menü Fachprogramm oder direkt unter dem Link (siehe unten) verfügbar. Noch nicht registrierte Nutzer können über den Ticketshop der EuroTier Zugang erhalten.

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Christian Lambertz

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Hintergrund

Als Teil des Bundesprogramms Nutztierhaltung fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den Aufbau des Netzwerkes Fokus Tierwohl. Das Verbundprojekt der Landwirtschaftskammern und landwirtschaftlichen Einrichtungen aller Bundesländer hat das Ziel, den Wissenstransfer in die Praxis zu verbessern, um schweine-, geflügel- und rinderhaltende Betriebe hinsichtlich einer tierwohlgerechten, umweltschonenden und nachhaltigen Nutztierhaltung zukunftsfähig zu machen. Ausführliche Informationen sind unter www.fokus-tierwohl.de zu finden.

FiBL und DLG verantworten gemeinsam die zentrale methodisch-didaktische Aufbereitung von Informations- und Schulungsmaterialien sowie die redaktionelle Betreuung der projekteigenen Homepage.