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Österreichs Legehennenhaltung als Modell für eine Tierwohlwende

Hühner im Freilauf

In einem von Vier Pfoten Österreich beauftragten Projekt wurde in der zweiten Jahreshälfte 2019 vom FiBL dargestellt, wie es zum frühzeitigen Ausstieg Österreichs aus der Legehennenhaltung im Käfig kommen konnte. Darauf aufbauend wurde in einer einfachen Modellierung skizziert, welche Auswirkungen Tierwohlfortschritte in der Masthühnerhaltung haben würden.

In der Haltung von Legehennen nimmt Österreich innerhalb der EU eine Sonderstellung ein. Durch die gemeinsame Entscheidung der österreichischen Geflügelbranche ist mit 1.1.2020 die Haltung von Legehennen in Käfigen Geschichte. Der Vergleich mit den weiteren EU-Staaten bestätigt den entscheidenden Einfluss von politischen Rahmensetzungen. Während Österreich käfigfrei ist, hat der ausgestaltete Käfig innerhalb der EU-28 noch immer mit 50,4 % die absolute Mehrheit. Weltweit betrachtet stammen gar 95-99 % aller gehandelten Eier noch immer aus dem (alten) Käfig.
Wie es dazu kommen konnte, den Legehennenkäfig in Österreich früher als der Rest der EU zu verbannen, war ein wesentlicher Teil der 2019 von Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz an das FiBL vergebenen Studie "Österreichs Legehennenhaltung als Modell für eine Tierwohlwende am Beispiel der Mastgeflügelhaltung".

Nutztierhaltungs-Erfolgsgeschichte fußt auf mehreren Faktoren

"Erwartungsgemäß lässt sich nicht der eine, alles entscheidenden Faktor isolieren", so der Studienleiter Reinhard Gessl vom FiBL Österreich Ende Februar bei der Studienpräsentation in der Wiener Urania. "Unter anderem fußt Österreichs nutztierhaltungstechnische Pionierleistung auf einer Kombination aus dem Wirken visionärer, kommunikativer Persönlichkeiten im Tierschutz, in der landwirtschaftlichen Praxis, im Handel, in der Wissenschaft, in der Politik und in der Wirtschaft. Dieser Schulterschluss erlaubte auf Basis klar und einfach kommunizierbarer Vermarktungsnormen verbindliche Branchenlösungen. Das gemeinsam erarbeitete Gesamtpaket bot allen Beteiligten eine hohe Planungssicherheit und die Aussicht auf ein gedeihliches Wachstum."

Aufbauend auf dieser einmaligen Nutztierhaltungs-Erfolgsgeschichte wurde in einem zweiten Teil der Studie modelliert, inwieweit dieses "Österreichische Tierwohlerfolgsmodell" auf die Hühnermast umlegbar wäre. Die sechs modellierten Szenarien variierten ausgehend von der guten landwirtschaftlichen Praxis Extensivierungsvarianten hinsichtlich der eingesetzten Genetik und der Besatzdichte im Stall bzw. Zusatzplatz im Außenbereich. Das Ergebnis der Modellierung zeigt eine Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktionskosten um 7 % (Szenario 3; mit lediglich Außenscharraum und ansonsten keinen Veränderungen gegenüber den herkömmlichen Broilermastverfahren) bis 46 % (Szenario 4; Haltungssystem nach Bio-Vorschriften und langsam wachsende genetische Herkünfte).
"Die Ausgangslage zur Umsetzung der nächsten Tierwohlwende schaut gut aus, zumal für die österreichische Mastgeflügelhaltung schon bisher deutlich strengere Haltungsstandards als im Rest der EU gelten. Darauf lässt sich aufbauen", gibt sich Reinhard Gessl optimistisch.

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Reinhard Gessl

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Kurzversion Studie "Tierwohlwende Legehennen Masthühner" (1.3 MB)
Langversion Studie "Tierwohlwende Legehennen Masthühner" (2.8 MB)