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FiBL präsentiert seine Arbeit am weltweit grössten Agrarministertreffen

Acht Menschen an einem Stand lächeln für ein Foto.

Irene Kadzere (l.), Beate Huber (2.v.l.) und Eva Goldmann (2.v.r.) vom FiBL mit Gästen am Stand: Florian Peloschek (GIZ), Akia Luyimbazi (Landeskoordinatorin von PELUM Uganda), Laura Perschel, Dorith von Behaim, Dorothee Baum (alle von GIZ). (Alle Fotos: FiBL)

Zwei Frauen vor einem Stand im Gespräch.

Beate Huber (l.) diskutiert am FiBL Stand mit der deutschen parlamentarischen Staatssekretärin Claudia Müller.

Vier Frauen an einem Stand lächeln für ein Foto.

Sie kennt das FiBL seit langem: Janet Maro (2.v.r.), Geschäftsführerin von Sustainable Agriculture Tanzania (SAT) am Stand mit Beate Huber (l.), Irene Kadzere (2.v.l.) und Eva Goldmann (2.v.r.).

Vergangene Woche war das FiBL mit einem Stand am Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) in Berlin zu Gast. Der Stand am Innovationsforums des grössten weltweiten Treffens von Agrarminister*innen und Ernährungsfachleuten war gut besucht.

Das GFFA wird auch "Davos der Landwirtschaft" genannt. Hier trifft sich jeweils Mitte Januar am Rande der Internationalen Grünen Woche in Berlin ein Grossteil der europäischen und weltweiten Ministerial- und Expert*innen-Prominenz aus der Agrarszene.

Prominente Besuchende am FiBL Stand

Das wie üblich weit gefasste Leitmotto der Veranstaltung war "Ernährungssysteme der Zukunft: Gemeinsam für eine Welt ohne Hunger". Spezielles Augenmerk wurde dabei auf die Ernährungssicherheit in Krisenzeiten gelegt.

Mit dabei war dieses Jahr auch das FiBL, das sich im Innovationsforum der Veranstaltung präsentieren konnte. Thema am FiBL Stand war "Promoting sustainable production and food sovereignty – Strengthening smallholders"; oder übersetzt auf Deutsch: "Förderung der nachhaltigen Produktion und der Ernährungssouveränität – Stärkung von Kleinbauern."

Der Stand unter der Leitung von Beate Huber, Vizevorsitzende der Geschäftsleitung vom FiBL Schweiz, war gut besucht. Auch allerhand Prominenz fand sich hier ein. So waren unter anderem Staatsekretär*innen und weitere hochrangige Vertreter*innen aus Behörden und privaten Institutionen aus allen Damen und Herren Ländern zu Gast.

Grosse Beliebtheit der Trainingsmaterialien

Laut Irene Kadzere, wissenschaftliche Mitarbeiterin am FiBL haben vor allem die Trainingsmaterialien des FiBL und das Policy Dossier zum erwähnten Thema grosse Beachtung erhalten. Sehr beliebt waren bei den Besucher*innen auch die angebotene Schokolade und die dazu gereichten getrockneten Mangos.

Für einiges Aufsehen sorgte am GFFA, dass ein Biovertreter das Eröffnungsreferat der Ministerkonferenz halten durfte. Diese Ehre fiel Helmy Abouleish zu. Er ist Präsident von Demeter International und CEO von Sekem, einer landwirtschaftsnahen ägyptischen Entwicklungsorganisation. Eva Goldmann vom FiBL hat Abouleish vor seinem Referat in Berlin ein paar Fragen stellen können.

Herr Abouleish, Sie werden am GFFA Leute vor sich haben, von denen viele alles etwas anders sehen als Sie. Kann man da zusammenfinden?

Helmy Abouleish: Ich beschreibe ja nur, was es schon gibt. Ich halte keinen theoretischen Vortrag, sondern berichte über das, was wir mit Tausenden von Bauern in Ägypten bereits erfolgreich umsetzen und was wir hier in den nächsten zwei Jahren mit 40'000 Bäuerinnen und Bauern umsetzen wollen: Wie kann man ihnen helfen bei der Transformation zu biologischer Landwirtschaft? Und wie finden wir Wege, durch die Bezahlung ihrer Ökosystem-Dienstleistungen ihre Einkommen und ihre Produkte zu verbessern? Wir müssen ihnen ermöglichen, diese Produkte auf dem lokalen Markt zum konventionellen Preis zu verkaufen, so dass die Kunden und Kundinnen in Ägypten nicht mehr bezahlen müssen für diese Produkte. 

Wie gross ist denn die Bereitschaft auf dem ägyptischen Markt, biologische Produkte zu kaufen? 

Wir verkaufen 80 Prozent unserer Produkte in Ägypten, aber wir können nicht mit einer grossen spezifischen Nachfrage nach Bio rechnen. Aber biologisch und biodynamisch müssen gar nicht teurer sein. Das sieht nur so aus, weil die externalisierten Kosten nicht eingerechnet werden.

Gibt’s in Ägypten schon eine grosse Sensibilisierung für die Vorteile von Biolandbau und von Demeter?

Immer mehr. In der ländlichen Bevölkerung, da wo die Bauern viele synthetische Pestizide und Dünger benutzen, wird eine Abkehr-Bewegung spürbar. Ziel ist es in vielen Kleinbetrieben, wegzugehen von den Pestiziden. Die Bauern spüren, dass Gesundheit und diese Produkte nicht zusammenpassen. In der Stadt kommt noch die Komponente der guten Bildung hinzu. Aber die Fähigkeit, für die Produkte mehr zu bezahlen, ist genauso beschränkt wie in Europa. Deshalb ist es so wichtig, die wahren Kosten hervorzuholen.

Der Bioabsatz ist zuletzt etwas ins Stocken geraten, ist das nur ein vorübergehendes Stottern des Biomotors oder befürchten Sie einen länger anhaltenden Trend?

Langfristig gesehen gibt es gar keinen anderen Weg in die Zukunft als nachhaltigere Landwirtschaft, Wertschöpfungsketten und natürlich auch Verbrauch. Aber diese Transformation wird nicht auf einmal geschehen. Es gibt aber noch viele, die vom alten System profitieren und diese werden noch sehr lange versuchen, dieses aufrecht zu erhalten. Deshalb müssen wir in der biologischen Szene auch denjenigen Konsumentinnen und Konsumenten eine Alternative ohne Aufpreis bieten, die sich keinen höheren Preis leisten können. Da wir wissen, dass wir angesichts der realen Kosten nicht teurer sind, wenn mit dem wahren Preis gerechnet wird, mach ich mir keine Sorgen. Es braucht einfach ein bisschen Zeit, bis das in der Politik und in den Wertschöpfungsketten angekommen ist. Wenn wir in der Zwischenzeit noch die Kohlenstoffzertifikate verwenden, wird uns das helfen, die Transformation zu vollziehen.

Autor: Adrian Krebs, FiBL

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