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Europäischer Biomarkt auch 2012 gewachsen

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Der gesamteuropäische Biomarkt ist 2012 um rund 6 Prozent auf fast 23 Milliarden Euro gewachsen. In der Europäischen Union gaben die Verbraucher knapp 21 Milliarden Euro für Biolebensmittel aus.

Einige Länder zeigten eher eine Stagnation, während andere ein starkes Wachstum mit über zehn Prozent erzielten (Finnland, Norwegen, Niederlande). Im Vereinigten Königreich hingegen nahm der Einzelhandelsumsatz leicht ab, aber 2013 wurde eine Rückkehr zum Wachstum registriert. Diese Zahlen haben das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und die und die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) und weitere Partner des Projekts "Data network for better European organic market information" (OrganicDataNetwork) erhoben. Das OrganicDataNetwork wird im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union gefördert und soll dazu beitragen, dass die Verfügbarkeit und Qualität von Biomarktdaten verbessert wird.

Die europäische Biofläche wuchs 2012 auf über 11 Millionen Hektar an; das sind 2,3 Prozent der europäischen Landwirtschaftsfläche. In der Europäischen Union lag die Biofläche bei 10 Millionen Hektar, und sie hatte einen Anteil von 5,6 Prozent an der gesamten Landwirtschaftsfläche.

Nach wie vor war Deutschland 2012 mit gut 7 Mrd. Euro Umsatz größter Biomarkt in Europa. Frankreich hat mit einem Umsatz von gut 4 Milliarden Euro deutlich aufgeholt. Die Schweizer gaben pro Kopf weltweit das meiste Geld für Bioprodukte aus (189 Euro). Mit 86 Euro lag Deutschland im Mittelfeld.

Obst und Gemüse sind in vielen Ländern Europas nicht nur Pionierprodukte des Biomarkts, sondern erreichten auch 2011 und 2012 besonders hohe Marktanteile, so die Auswertungen des OrganicDataNetwork. Diese bewegten sich zwischen einem Drittel und einem Fünftel vieler nationaler Biomärkte. Frischeprodukte insgesamt erreichen europaweit weitaus höhere Marktanteile am Biomarkt als am konventionellen Lebensmittelmarkt. In vielen Ländern, insbesondere in Nordeuropa, stellen tierische Erzeugnisse, vor allem Milch und Milchprodukte, einen großen Anteil aller verkauften Bioprodukte. Mit Marktanteilen von etwa zehn Prozent sind in Belgien, den Niederlanden, Finnland und Frankreich Fleisch und Fleischprodukte sehr erfolgreich. Demgegenüber ist der Markt für Fleisch und Fleischerzeugnisse in vielen anderen Ländern weniger weit entwickelt, was auf mangelnde Verarbeitungskapazitäten, aber auch auf große Preisunterschiede zum konventionellen Fleisch zurückzuführen ist. Getreideerzeugnisse, die in den Supermärkten leicht verkauft und gelagert werden können, erreichen in Tschechien, Finnland und in Norwegen hohe Anteile. Brot und Backwaren spielen in der Produktpalette des Biosektors mit rund zehn Prozent des Marktes in der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich, Schweden, Finnland und Deutschland eine wichtige Rolle.

Umfassende Informationen  zur aktuellen Lage der Ökobranche in Europa liefert das kürzlich fertiggestellte Handbuch "Ökologischer Landbau in Europa – Perspektiven und Entwicklungen", welches auf  BIOFACH 2014 vorgestellt wird. Herausgeber der deutschen Ausgabe sind die EU-Gruppe der Internationalen Vereinigung Ökologischer Landbaubewegungen (IFOAM EU), Naturland, das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Naturland sowie das Institut für Agrarforschung in Bari (CIHEAM-IAMB).

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Kontakt

OrganicDataNetwork-Veranstaltung und Marktinformationen auf der BIOFACH 2014

Das OrganicDataNetwork stellt seine Fallstudien zur Datenerhebung in ausgewählten Ländern auf einem Workshop auf der BIOFACH am 13.2.2014 von 14 Uhr bis 15.30 Uhr in Raum Singapur, NCC Ost, vor. Die BIOFACH findet vom 12. bis zum 15. Februar 2014 in Nürnberg statt.

Das BIOFACH-Kongressprogramm kann unter www.biofach.de/kongress abgerufen werden. Informationen zu BIOFACH-Veranstaltungen zur Biolandbaustatistik finden Sie unter:
www.organic-world.net/news-organic-world.html?&tx_ttnews[tt_news]=1194.

Links

Das Projekt OrganicDataNetwork

Das Projekt Datennetzwerk zur Verbesserung der europäischen Marktinformation (OrganicDataNetwork) zielt darauf ab, die Transparenz im europäischen Bio-Lebensmittelmarkt zu verbessern. Es wird von der Europäischen Union im 7. EU-Rahmenprogramm für Forschung, Technologische Entwicklung und Demonstration (Grant Agreement Nr. 289376) gefördert.

Handbuch "Ökologischer Landbau in Europa – Perspektiven und Entwicklungen"

  • Über das Handbuch "Ökologischer Landbau in Europa – Perspektiven und Entwicklungen"
    Auf 200 Seiten findet man in dem Buch "Ökologischer Landbau in Europa. Perspektiven und Entwicklungen" Länderberichte sowie Zahlen zum aktuellen Stand des Biolandbaus in den EU-Mitgliedsstaaten, in den EU-Beitrittskandidatenländern sowie in den EFTA-Ländern. Herausgeber der deutschen Ausgabe sind die IFOAM EU-Gruppe, Naturland, das FiBL sowie das Institut für Agrarforschung in Bari. Italien (CIHEAM-IAMB). Das Buch wurde im Rahmen des IFOAM-EU-Projekts "Mind the CAP" entwickelt, das durch die Europäische Kommission, Generaldirektion für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung ko-finanziert wird.
  • Buchvorstellung
    Das Buch Handbuch "Ökologischer Landbau in Europa – Perspektiven und Entwicklungen" wird am 14. Februar 2014 von 10 bis 10:45 Uhr auf der BIOFACH auf dem Workshop "Mind the CAP: Policy opportunities and organic market development in Europe" vorgestellt (Raum Riga NCC Ost)
  • Zitat
    Meredith Stephen und Helga Willer (Hrsg.) (2014): Ökologischer Landbau in Europa Perspektiven und Entwicklungen. IFOAM EU, Brüssel
  • Bestellung
    Die Druckversion (30 Euro + Versand; IFOAM-EU-Mitglieder 15 Euro) kann über shop.fibl.org (Bestellnummer 1635; für englische Version 1634) bestellt werden.