Spezielle Optimierungen für den Internet Explorer 11 stehen noch an. Bitte nutzen Sie derweil zur besseren Ansicht einen aktuelleren Browser wie z.B. Firefox, Chrome

Der wachsende Biosektor plant seine Zukunft

Organic 3.0 – Ökolandbau der Zukunft – ist auf der Tagesordnung der BIOFACH 2014. 1,9 Millionen zertifizierte Biobauern in 164 Ländern, die 37,5 Millionen Hektar bewirtschaften und ein weltweiter Umsatz von 63,8 Milliarden US-Dollar: das hat die Biobewegung bis 2012 erreicht. Der globale Trend bleibt positiv, doch die Ziele der Biobewegung gehen weit darüber hinaus.

Der positive Trend ist ungebrochen. Die Ausgabe 2014 der FiBL-IFOAM Studie "The World of Organic Agriculture" verzeichnet Ende 2012 mehr Umsatz (zehn Prozent Wachstum in den USA, dem größten Biomarkt), mehr biologisch wirtschaftende Bauern (plus fünf Prozent) und mehr biologisch bewirtschaftete Flächen (plus 0,5 Prozent).

Die Basis wurde von Biopionieren unterschiedlicher Disziplinen auf allen Kontinenten gelegt. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Ökolandbau eindrücklich entwickelt. Aber die weltweite Lebensmittelproduktion insgesamt ist alles andere als nachhaltig: Armut, soziale Ungerechtigkeit und Hunger bestimmen das Bild in vielen ländlichen Gebieten. Die Bauern verlieren – trotz des von der UNO proklamierten Jahres der bäuerlichen Familienbetriebe 2014 – zunehmend an Bedeutung. Außerdem ist die Landwirtschaft ein wesentlicher Mitverursacher von Klimawandel und Verlust an Biodiversität. Die Diskussion um "Organic 3.0" – mit dem Ziel, Strategie und Innovation für mehr nachhaltige Wirkung zu entwickeln – kommt also genau zum richtigen Zeitpunkt.

Organic 3.0 heißt: Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen statt Ausbeutung, strategischer Fokus auf Wirkung statt auf Perfektion und volle Transparenz der Wertschöpfungskette statt Greenwashing. "Dank seiner Ganzheitlichkeit kann der Biolandbau wirkungsvoll zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen", sagt Markus Arbenz, der Geschäftsführer von IFOAM. "Die Biobewegung thematisiert viele Herausforderungen wie Ernährung und Gesundheit, Boden- und Wasserschutz, freien Zugang zu Saatgut und Land sowie Tierwohl. Sie setzt sich für die Internalisierung von externen Kosten und gegen unsinnige Subventionen einsetzen. Und wir müssen sicherstellen, dass der Biomarkt – der Motor unserer Entwicklung – gut versorgt ist."

Das Marktforschungsunternehmen Organic Monitor schätzt, dass der globale Markt für Bioprodukte 2012 ein Volumen von fast 64 Milliarden US-Dollar erreichte (ca. 50 Milliarden Euro). Die Vereinigten Staaten mit waren mit 22,6 Milliarden Euro und einem Marktwachstum von zehn Prozent der größte Markt, gefolgt von Deutschland (7 Milliarden Euro) und Frankreich (4 Milliarden Euro). Die Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch waren die Schweiz (189 Euro) und Dänemark (159 Euro).

Laut der FiBL-IFOAM-Erhebung leben ungefähr 80 Prozent der weltweit 1,9 Millionen Bioproduzenten (Vorjahr: 1,8 Millionen) in Entwicklungsländern. Wie auch in den vergangenen Jahren sind die Länder mit den meisten Produzenten Indien (600.000), Uganda (189.610), Mexiko (169.707) und Tansania (148.610).

Insgesamt wurden 2012 37,5 Millionen Hektar biologisch bewirtschaftet. Im Vergleich zu 2011 nahm die Biofläche um fast 200.000 Hektar zu. In Afrika stieg sie um sieben und in Europa um sechs Prozent an.

Fast ein Drittel der globalen Biolandwirtschaftsfläche liegt in Ozeanien (32 Prozent; 12,2 Millionen Hektar), gefolgt von Europa (30 Prozent; 11,2 Millionen Hektar), und Lateinamerika (18 Prozent; 6,8 Millionen Hektar). Nach wie vor ist Australien das Land mit der größten Biofläche (12 Millionen Hektar; geschätzte 97 Prozent hiervon sind extensive Weideflächen), gefolgt von Argentinien (3,6 Millionen Hektar) und den Vereinigten Staaten von Amerika (2,2 Millionen Hektar). Die Länder mit dem höchsten Bioanteil an der gesamten Landwirtschaftsfläche sind die Falklandinseln mit 36,3 Prozent, gefolgt von Liechtenstein (29,6 Prozent) und Österreich (19,7 Prozent) sowie weiteren europäischen Ländern. In zehn Ländern werden mehr als zehn Prozent der Landwirtschaftsfläche biologisch bewirtschaftet.

In Europa haben in den vergangen Jahren sowohl der Biomarkt als auch die Bioflächen ein signifikantes Wachstum gezeigt. Detaillierte Informationen zu Entwicklungen und Trends liegen über eine neue Studie vor, die kürzlich von der IFOAM-EU-Gruppe, dem FiBL, Naturland und dem Mittelmeerinstitut für Agrarforschung (CIHEAM-IAMB) herausgegeben wurde. Darin wird Potential für zukünftiges Wachstum aufgezeigt.

Weitere Informationen

Kontakte

  • Statistik: Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Helga Willer, Ackerstrasse, 5070 Frick, Schweiz, Tel. +41 (0)79 2180626, Fax +41 (0)62 8657273, helga.willer(at)fibl.org; www.fibl.org
  • Organic 3.0: International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM), Markus Arbenz, Charles-de-Gaulle-Straße 5, 53113 Bonn, Deutschland, Tel. +49 (0)160 8041557, Fax +49 (0)228 9265099, m.arbenz(at)ifoam.org; www.ifoam.org

Links

Die folgenden Bücher sind auf der BIOFACH in Halle 1 bei IFOAM (1-543) und FiBL 1-647 erhältlich.

Jahrbuch zum Biolandbau weltweit "The World of Organic Agriculture"

  • Über die Studie
    Die Daten aus dem  jährlich erscheinenden Buch "The World of Organic Agriculture" werden zum 15. Mal auf der BIOFACH präsentiert. Das Buch enthält Berichte von Experten und zeigt neueste Trends auf allen Kontinenten und in ausgewählten Ländern. Die Statistiken sind in Tabellen und Graphiken dargestellt. Das Buch zeigt auch neueste Entwicklungen bei Standards und Gesetzgebungen zum Biolandbau auf.. Informationen gibt es auch auf der Internet-Seite www.organic-world.net.
  • Unterstützer
    Die Zusammenstellung der weltweiten Statistik und die Erstellung des Buchs werden vom Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und von der NürnbergMesse gefördert.
  • Zitat
    Helga Willer and Julia Lernoud (Hrsg.) (2014): The World of Organic Agriculture. Statistics and Emerging Trends 2014. Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Frick und International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM), Bonn
  • Buchbestellung und Download
    Die Druckversion (25 Euro + Versand; IFOAM-Mitglieder 12,50 Euro) kann über www.fibl.org/en/shop-en.html, Bestellnummer 1636 und www.ifoam.org bestellt werden. Dort und unter http://www.organic-world.net/yearbook-2014.html steht das Buch auch als Download zur Verfügung.

Studie "Ökologischer Landbau in Europa. Perspektiven und Entwicklungen"

  • Über die Studie
    Auf 200 Seiten findet man in dem Buch "Ökologischer Landbau in Europa. Perspektiven und Entwicklungen" Länderberichte sowie Zahlen zum aktuellen Stand sowie der Entwicklung von Ökoflächen, Unternehmen, Markt und Handel in den 28 EU-Mitgliedsstaaten, in den EU-Beitrittskandidatenländern sowie in den EFTA-Ländern. Herausgeber der deutschen Ausgabe sind die IFOAM EU-Gruppe, Naturland, das FiBL sowie das Mediterrane Institut für Agrarforschung (CIHEAM-IAMB). Das Buch wurde im Rahmen des IFOAM-EU-Projekts "Mind the CAP" entwickelt, das durch die EU Kommission, Generaldirektion für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung ko-finanziert wird.
  • Buchvorstellung
    Das Buch wird am 14. Februar 2014 von 10 bis 10:45 Uhr auf dem Workshop "Mind the CAP: Policy opportunities and organic market development in Europe" (Raum Riga NCC Ost)
  • Zitat
    Meredith Stephen and Helga Willer (Hrsg.) (2014): Ökologischer Landbau in Europa/Organic in Europe. Prospects and Developments. IFOAM EU, Brussels
  • Bestellung
    Die Druckversion (30 Euro + Versand; IFOAM-EU-Mitglieder 15 Euro) kann über shop.fibl.org (Bestellnummer 1635; englische Ausgabe: 1634) und shop.ifoam.org/bookstore bestellt werden.