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Beate Huber
(Dipl.-Ing. agr. (FH))

Departement für Internationale Zusammenarbeit
Departementsleiterin
Stellvertretende Direktorin
Leitung Gruppe Politik- und Sektorentwicklung
FiBL
Ackerstrasse 113
CH-5070 Frick

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Fokus auf Knospe-Palmöl im Regal und in der Forschung

Palmöl steht seit Jahren in der Kritik. Der Anbau beansprucht grosse Flächen und verdrängt Regenwälder, insbesondere in Indonesien und Malaysia. Daher setzt Coop künftig auch in konventionellen Eigenmarken-Lebensmitteln auf Knospe-Palmöl aus konsequent nachhaltiger Produktion. Unter der Leitung des Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL startet Coop mit den Projektpartnern Bio Suisse und Max Havelaar begleitend ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt zur Nachhaltigkeit von Knospe-Palmöl.

Viehweide unter Ölpalmen

Viehweide unter Ölpalmen (Bild: FiBL, Franz Joseph Steiner)

Einige Ölpalmen innerhalb einer anderen Kultur.

Der Anbau von Ölpalmen in Mischkultur ist nachhaltiger als der Anbau in Monokultur. (Bild: FiBL, Paul van den Berge)

(06.06.2018) 

Mit dem Ziel, den Anbau weiter zu optimieren und insbesondere Kleinbauern-Kooperativen besser in die Wertschöpfungskette einzubinden, haben Coop, Bio Suisse, Max Havelaar und das FiBL ein mehrjähriges Forschungs- und Entwicklungsprojekt zur Nachhaltigkeit von Knospe-Palmöl lanciert (Knospe = Label von Bio Suisse, dem Dachverband der Schweizer Biolandbau-Organisationen). Dieses wird vom FiBL geleitet.

Das Forschungsprojekt begleitet die von Coop geplante Umstellung auf Knospe-Palmöl in allen Eigenmarken-Lebensmitteln. "Die Umstellung ist ein radikaler Ansatz, der die visionäre Kraft von Coop im Bereich Nachhaltigkeit zeigt", so Beate Huber, stellvertretende Direktorin und Leiterin des Departements für internationale Zusammenarbeit des FiBL.

Bislang hat Coop auf RSPO-zertifiziertes Palmöl (RSPO = Roundtable on Sustainable Palm Oil) gesetzt. Der RSPO fördert Palmöl, das unter sozialen und umweltgerechten Bedingungen produziert wird. Coop hat bisher die Strategie verfolgt, den RSPO weiterzuentwickeln. Die Probleme im Palmölanbau können damit aber nicht zufriedenstellend gelöst werden. Daher setzt Coop künftig auch bei konventionellen Eigenmarken-Lebensmitteln auf Knospe-Palmöl. In ausgewählten Eigenmarkenprodukten ersetzt Coop Palmöl, wenn sinnvoll und machbar, ganz durch andere Öle und Fette. Werden andere tropische Öle oder Fette wie beispielsweise Kokosöl verwendet, müssen diese aus einer Fairtrade- und/oder Bio-Suisse-zertifizierten Produktion stammen.

Knospe-Palmöl hat entscheidende Vorteile:

  • Einhaltung der strengen Richtlinien von Bio Suisse (deutlich umfassender als EU-Bio)
  • Kein Anbau auf Flächen, die nach 1994 gerodet wurden (Primär- und Sekundärwälder)
  • Kein Abbrennen von Flächen (Vor- und Nacherntebearbeitung)
  • Keine synthetischen Pestizide und Dünger
  • Einhaltung sozialer Standards (menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Verbot von Kinderarbeit, Mitarbeiter-Mitbestimmungsrechte, soziale Absicherung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter)
  • Wo immer möglich Bevorzugung von Kleinbauern-Kooperativen

Zurzeit gibt es weltweit insgesamt drei von Bio Suisse zertifizierte Palmölproduzenten. Diese bauen in Brasilien, Kolumbien und Madagaskar an. Eine nachhaltige Palmölproduktion ist möglich und sinnvoll, da Palmöl mit Abstand die höchste Flächenproduktivität aufweist im Vergleich mit anderen Ölen und Fetten. Dies reduziert den Landbedarf.

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