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Superabsorber im Oberrheingebiet – Bodenzusatzstoff als Quelle sekundärer Plastikrückstände?

Résumé

Synthetische Superabsorber (sSAPs) werden seit Jahrzehnten als technische Bodenhilfsstoffe eingesetzt. Damit wird die Wasserspeicherfähigkeit von Böden verbessert und eine Anpassung land- und forst­wirtschaftlicher Systeme an zunehmende Trockenperioden erreicht. In den letzten Jahren hat ihre Bedeutung im Kontext des Klimawandels deutlich zugenommen. Gleichzeitig ist die Wissenslage zu ihrer tatsächlichen Nutzung und ihrem Verhalten in der Umwelt weiterhin unzureichend. Insbesondere fehlen belastbare Daten zur Nutzungsintensität, zu den eingesetzten Produkttypen und zu deren räumlicher Verteilung im Oberrheingebiet. Darüber hinaus zeigen sich deutliche Diskrepanzen zwischen den regulatorischen Zulassungsvoraussetzungen, dem experimentell ermittelten Abbauverhalten und dem tatsächlichen Verbleib von sSAPs in der Umwelt.

Während Zulassungsverfahren häufig auf standardisierten Laborbedingungen basieren, weisen aktuelle Studien darauf hin, dass Transformations- und Abbauprozesse im Boden deutlich komplexer verlaufen als bislang angenommen und erfasst. Besonders relevant ist in diesem Zusammenhang, dass sSAPs zunehmend im Zusammenhang mit der Bildung persistenter, mikroplastikähnlicher Rückstände diskutiert werden. Diese können sich langfristig im Boden anreichern, die Bodenporensysteme verändern und zentrale Bodenfunktionen beeinträchtigen. Damit verschiebt sich die Wahrnehmung von sSAPs grundlegend von einer rein funktionalen Bodenverbesserungsmassnahme hin zu einer potenziellen Quelle langfristiger Umweltbelastungen.

Im Oberrheingebiet trifft diese unsichere Daten- und Bewertungslage auf besonders sensible Rahmen­bedingungen. Die Region ist geprägt von zunehmendem Trockenstress, Starkregenereignissen und intensiver landwirtschaftlicher Nutzung. Dadurch werden sowohl der Einsatz von sSAPs als auch die potenziellen Risiken verstärkt. Gleichzeitig gibt es erhebliche Unterschiede in der Bewertung, Regulierung und Anwendungspraxis zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz.

Vor diesem Hintergrund entstand das Projekt SOPLAS. Es soll den konkreten Bedarf, die tatsächliche Nutzung, das Umweltverhalten und die langfristigen Effekte von sSAPs erstmals systematisch, vergleichbar und grenzüberschreitend erfassen und bewerten. Das Ziel besteht darin, Unklarheiten aufzudecken und eine fundierte Grundlage für zukünftige Entscheidungen in Praxis und Politik zu schaffen.

Financement

  • Interreg Alpenrhein - Bodensee - Hochrhein (EU), Frankreich
  • Kanton Aargau, Schweiz

Partenaire de projet

  • Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU), Deutschland
  • Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, Deutschland
  • Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft, Deutschland
  • Unistra – Institut de Chimie de Strasbourg, Frankreich
  • CNRS Alsace – Institut de Chimie de Strasbourg, Frankreich

Direction du projet du FiBL / contact

Rôle

Projektpartner

Numéro du projet FiBL

1026000

Date de modification

31.08.2026
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