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Reifenabrieb als Risiko für die Funktionsfähigkeit von Agrarökosystemen – Zeitliche Effekte, Stickstoffkreislauf und Zinkdynamik

Titre originalTire wear particles as a risk for agroecosystem functioning – Temporal aspects, nitrogen cycling and zinc dynamics
Résumé

Reifenabriebpartikel (RAP) sind mit einem Anteil von etwa 60 % die Hauptquelle von Mikroplastik-Emissionen in Mitteleuropa. Da sie persistent sind, chemische Zusätze und Schwermetalle enthalten und Bodenprozesse, Pflanzenwachstum sowie die Nahrungsmittelproduktion beeinträchtigen können, gelten sie als bedeutender Verursacher globaler Umweltveränderungen. Trotz ihrer weiten Verbreitung sind die Auswirkungen von RAP auf Böden und Pflanzen sowie die zugrunde liegenden Mechanismen kaum erforscht. Die meisten Studien betrachten nur einzelne Prozesse im Boden und verwenden frisch erzeugte RAP, obwohl die Partikel aus dem Straßenverkehr altern und ihre Eigenschaften und Umweltwirkungen sich verändern.

In Arbeitspaket 1 (Workpackage, WP1) werden frische und gealterte RAP verglichen, um altersbedingte Veränderungen bei der Partikelgrösse, der Form, den Oberflächen- und den chemischen Eigenschaften sowie der Freisetzung von Zusätzen zu untersuchen und deren Auswirkungen auf Boden und Pflanzen zu erfassen. In Arbeitspaket 2 (Workpackage, WP2) werden die Effekte von RAP auf Boden und Stickstoffkreislauf bei unterschiedlichen RAP-Konzentrationen und Stickstoffeinträgen untersucht. Dabei werden mikrobiologische, biochemische und pflanzliche Untersuchungen integriert. Mittels Metagenomik, Transkriptomik und Stickstoffzyklus-Enzymanalysen sollen direkte und mikrobiell vermittelte Effekte auf das Pflanzenwachstum, die Ernährung und die Gesundheit aufgezeigt werden. In Arbeitspaket 3 (Workpackage, WP3) wird ein inverses stabiles ⁶⁷Zn-Isotop genutzt, um RAP-bedingtes Zink in Boden und Pflanzen zu verfolgen und es von natürlichem Zink zu unterscheiden.

Durch die Kombination chemischer, biologischer und molekularer Analysen liefert das Projekt eine umfassende Bewertung der Auswirkungen von RAP auf Agrarökosysteme und unterstützt die Risikoabschätzung sowie die Entwicklung von Strategien für eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion.

Financement
  • Schweizerischer Nationalfonds (SNF), Schweiz
Programme (de recherche)
  • Fonds national suisse (FNS)
Partenaire de projet
  • Technische Universität Darmstadt, Deutschland
Direction du projet du FiBL / contact
Collaborateurs du FiBL
Rôle

Projektleitung

Numéro du projet FiBL 1025200
Date de modification 10.04.2026
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