Bodenorganismen sind für die Erbringung wesentlicher Ökosystemleistungen wie die Verfügbarkeit von Nährstoffen, die Unterdrückung von Pathogenen, den Wasserrückhalt oder die Klimaregulierung von entscheidender Bedeutung. Allerdings ist das Verständnis für die Zusammenhänge zwischen den Schlüsselorganismen im Boden und der Erbringung dieser Leistungen unter verschiedenen Landnutzungsformen noch immer unzureichend. BIOservicES zielt darauf ab, diese Wissenslücke mithilfe eines multidisziplinären Teams von Fachleuten zu schliessen und neue Erkenntnisse über die Funktionen des Bodenökosystems und die mit den Bodenorganismen verbundenen Leistungen zu gewinnen. Dazu werden neue Indikatoren, Instrumente und Anreize entwickelt, um die für die Erbringung von Ökosystemleistungen in der europäischen Landnutzung relevanten Schlüsselorganismen des Bodens zu identifizieren und zu überwachen.
Bestehende Forschungsstandorte liefern nur begrenzt Informationen über die Bodenbiodiversität und ihre Verknüpfung mit Ökosystemleistungen. BIOservicES plant daher die Entwicklung eines Instrumentariums von bodenbiologischen Schlüsselindikatoren anhand von 25 Versuchsstandorten in fünf biogeografischen Regionen, die acht Landnutzungsarten abdecken. Diese sollen dazu beitragen, die Zusammenhänge herzustellen und die Landschaftsplanung und Entscheidungsfindung zu erleichtern. Darüber hinaus wird im Rahmen des Projekts untersucht, wie sich der Klimawandel auf die Funktionalität des Bodens und die Erbringung von Ökosystemleistungen auswirkt – insbesondere in Systemen mit geringer Artenvielfalt.
BIOservicES zielt darauf ab, das Skalierungspotenzial und die Auswirkungen von Innovationen im Bereich der Bodennachhaltigkeit zu quantifizieren. Dabei erkennt das Projekt die Bedeutung privater Investitionen und institutioneller Vereinbarungen für den Schutz und die Erhaltung der Bodengesundheit an. Im Rahmen des Projekts werden sowohl vermarktete als auch nicht vermarktete Ökosystemleistungen, die mit den Bodenorganismen assoziiert sind, monetär bewertet. Mit diesem Ansatz sollen Hindernisse überwunden werden, die einer Transformation hin zu einer nachhaltigen Landbewirtschaftung auf Basis gesunder Böden mit hoher biologischer Vielfalt entgegenstehen.
Regionale Koordination Alpiner Raum, Task leader WP2.6