Untersaaten haben ein hohes Potenzial als Anpassungsmassnahme an den Klimawandel, da sie einen durchgehenden Bewuchs des Bodens gewährleisten. Dadurch verbessert sich die Wasserspeicherung und das Risiko von Erosion wird verringert. Die Resilienz des Bodens gegenüber Wetterextremen wie Starkniederschlag oder Dürre wird somit erhöht. Zugleich stellen Untersaaten eine wichtige Senke für mineralischen Bodenstickstoff dar – insbesondere während und nach der Abreife der Hauptkultur, wenn andere Senken in Ackerböden fehlen. Eine solche Stickstoffaufnahme durch die Untersaat könnte Lachgasemissionen aus Ackerböden entscheidend verringern. Im Gegensatz zu einer Zwischenfrucht ist eine Untersaat zum Zeitpunkt der Abreife der Hauptkultur bereits etabliert und kann somit die Senkenwirkung verbessern.
Um die Wirkung von Untersaaten auf den Klimaschutz zu quantifizieren, sollen im Rahmen dieses Projekts der mineralische Bodenstickstoff und die Lachgasemissionen von der Abreife bis etwa sechs Wochen nach Einarbeitung der Untersaat systematisch überwacht werden. Auf zwei Praxisbetrieben mit leichtem bzw. schwerem Boden werden zwei Untersaatmischungen zu zwei Zeitpunkten (Herbst bzw. Frühling) in Weizenbestände ausgebracht. Im Kontrollverfahren ohne Untersaat erfolgt nach der Weizenernte eine Gründüngung. In den ab Herbst 2026 geplanten Feldversuchen werden agronomische und bodenphysikalische Erhebungen zur Klimaanpassung durchgeführt, um eine umfassende Beurteilung von Untersaaten als Massnahme zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz zu ermöglichen.
Projektleitung