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Henryk Luka
(Dr. phil, Ing. agr.)

Departement für Nutzpflanzenwissenschaften
FiBL
Ackerstrasse 113
CH-5070 Frick

Telefon +41 (0)62 865-7244
Fax +41 (0)62 865-7273
henryk.luka(at)fibl.org

FiBL bietet geistige Nahrung am 3. Slow Food Market in Zürich

Am Wochenende war das FiBL am Zürcher Slow Food Market als Aussteller zu Gast. Die Messe erwies sich als ideale Plattform zur Vorstellung eines Forschungsprojekts aus der biologischen Schädlingsbekämpfung im Kohlanbau, dazu gab es naheligenderweise Sauerkraut aus der Produktion eines Projektpartners.

Henryk Luka und ein Besucher verfolgen die Aktivität der Schlupfwespen auf einem Laptop

Henryk Luka (rechts) erklärt einem Besucher die Versuchsanlage. Im Vordergrund auf dem Tisch das Laptop, auf dem man die Aktivität der Schlupfwespen verfolgen konnte. Bild: Adrian Krebs, FiBL

Toralf Richter und Henryk Luka

Kompetentes Betreuungsteam: Toralf Richter (links) präsentierte Sauerkraut mit so exotischen Geschmacksrichtungen wie Wasabi und Safran, Henry Luka erklärte die biologische Bekämpfung der Kohleule. Bild: Adrian Krebs, FiBL

Claudia Frieden und Martin Lichtenhahn

Gute Stimmung: Die frühere FiBL-Mitarbeiterin Claudia Frieden und FiBL-Gemüsebauspezialist Martin Lichtenhahn. Bild: Adrian Krebs, FiBL

Sebastian Moos und Regula Bickl

Kompetente und fröhliche Standbetreuer: Sebastian Moos und Regula Bickl vom FiBL. Bild: Henryk Luka, FiBL

(12.11.2013) 

Der Zürcher Slow Food Market (http://www.slowfoodmarket.ch/) ist zwar noch ein junges Pflänzchen im Messe-Dschungel. Er ging am vergangenen Wochenende in Zürich erst zum dritten Mal über die Bühne, hat sich aber offenkundig bereits ein treues Stammpublikum erarbeitet. Zuweilen standen die Besucher und Besucherinnen derart dicht gedrängt zwischen den Ständen voller Leckerbissen, dass es kaum noch ein Durchkommen zu den allenthalben feilgebotenen Platten mit den lockenden Degustationsangeboten gab.

Sauerkraut und Schlupfwespen

Zum ersten Mal dabei war auch das FiBL. An einem gemeinsamen Stand unter der Dachmarke „Das kulinarische Erbe der Alpen“ –  inspiriert von Dominik Flammer, Autor des gleichnamigen Buches und unterstützt von Bio Suisse und weiteren Sponsoren gab es an unserem Stand nicht nur kulinarisch, sondern aus forschungstechnisch einiges zu entdecken: Wir boten in Zusammenarbeit mit der Firma Schöni Swissfresh Sauerkraut an, kenntnisreich kredenzt vom ehemaligen FiBL-Kollegen Toralf Richter, der seit einigen Jahren im eigenen Beratungsbüro tätig ist und unter anderem ein Mandat des Oberbipper Sauerkraut-Herstellers innehat.

Als geistige Nahrung gab es dazu passend Einblick in ein seit mehreren Jahren laufendes Projekt zur Nützlingsförderung im biologischen Kohlanbau. Dank einem Kameramikroskop konnten die Gäste am FiBL-Stand auf dem Bildschirm eines Laptops live mitverfolgen, wie Schlupfwespen, um sich Fortzupflanzen, ihre Eier in die Eier der Kohleule legen, sich dann dort später entwickeln und somit den Schädling abtöten. Die Kohleule ist ein gräulich gescheckter Falter, dessen Larve gefrässig über die Kabisblätter herfällt.

Nektar für Nützlinge

Um die natürlich vorkommenden Schlupfwespe anzulocken und sie gleichzeitig mit Nektar, ihrer Nahrungsgrundlage zu versorgen, pflanzt man entlang der Felder, spezielle, an die Bedürfnisse der Schlupfwespen angepassten Blühstreifen mit einem reichhaltigen Nektarangebot, und dort wo die Distanz zum Feldrand zu gross wäre weitere Kornblumen direkt im Kohlfeld. Erste Resultate sind ermutigend.

Das Publikum erwies sich als überdurchschnittlich interessiert an den kleinen Crashkursen in Sachen funktionelle Biodiversität, oft auch diejenigen, die dem teilweise mit allerhand exotischem Gewürz angereicherten Sauerkraut nicht viel abgewinnen konnten. Staunend verfolgten sie die Eiablage-Tätigkeit der Nützlinge.

FiBL-Projektleiter Henryk Luka zeigte sich sehr zufrieden mit dem Messebesuch: „Vom Publikum her war es sehr interessant, es kamen Leute, die wir mit dem Tag der offenen Tür und unseren Publikationen normalerweise nicht erreichen“, sagte er am Montag, „wir sollten auch nächstes Jahr wieder teilnehmen“.

Text: Adrian Krebs

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bioaktuell.ch: Kohlnützlinge lieben Kornblumen