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Franziska Hämmerli
(lic. phil.)

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"Bis 2025 soll es im Kanton Zug 25 Prozent Biobetriebe geben"

Der Anteil an Biobetrieben im Kanton Zug ist im Vergleich zu anderen Kantonen mit 16,1 Prozent bereits überdurchschnittlich hoch (schweizweit: 13,2 Prozent). Und der Anteil soll weiter steigen. Der Verein bioZug setzt sich ein ehrgeiziges Ziel: 25 Prozent Biobetriebe im Kanton bis im Jahr 2025.

Ein Mann und eine Frau stehen auf ihrem Hof, im Hintergrund sieht man den Zugersee.

Annemarie Schwegler, Gastgeberin, und Toni Niederberger, Landwirt, pflegen den Umschwung vom Bio Hof Zug mit viel Liebe. (Alle Fotos: FiBL, Franziska Hämmerli)

Ein kleines gemütliches Café, welches auch als Hofladen fungiert.

Bio Hof Zug: Der Hofladen mit Café lässt sich für abendliche Anlässe dank rollbaren Regalen flugs in einen Bankettsaal mit Cheminée verwandeln.

Ein Mann und eine Frau stehen auf einem Feld mit fünf weissen Piemonteserrindern.

Amgwerds halten auf der Chamau eine Mutterkuhherde aus Piemonteserrindern, die sie mit einem Charolais-Stier decken.

Ein Mann steht auf einem Feld, durch das ein Bächchen fliesst.

Xaver Amgwerd hat auf der Chamau schon 1992 erste Hecken aus Eigeninitiative und mit Unterstützung der landwirtschaftlichen Schule Schluechthof angelegt.

(05.09.2017) 

Wer Bioprodukte konsumiert, fördert eine bessere Gewässerqualität, da die biologische Landwirtschaft auf chemisch-synthetische Pestizide und Düngemittel verzichtet. Im Kanton Zug produzieren heute 75 Landwirtschaftsbetriebe gemäss den Richtlinien von Bio Suisse. Der Verein bioZug, in dem sich seit 1994 die Zuger Biobäuerinnen und -bauern organisieren, fasst jetzt ein ehrgeiziges Ziel ins Auge: "Bis im Jahr 2025 sollen im Kanton Zug 25 Prozent aller Bauernbetriebe Biobetriebe sein", erklärt Peter Waltenspül, Co-Präsident von bioZug, anlässlich einer Pressefahrt auf zwei Biobetriebe im Kanton Zug. "Die biologische Landwirtschaft bietet Perspektiven, insbesondere für junge Bäuerinnen und Bauern", zeigt er sich überzeugt. Der Betrieb von Xaver und Isabelle Amgwerd im Reusstal, der bis vor kurzem Saatgetreide gemäss den Vorgaben des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) produzierte, zeigt, dass es auch für einen Ackerbaubetrieb im Zuger Talgebiet machbar und lohnenswert ist, auf biologische Landwirtschaft umzustellen. Wichtig dabei sind das persönliche Engagement, die Ausrichtung des Betriebes auf den Markt sowie eine Affinität zum nachhaltigen Wirtschaften. Dazu gehört auch, dass die Zukunft des Betriebes für nachfolgende Generationen gesichert wird.

Kantonale Aktionspläne für den Biolandbau

Der Bio Hof Zug betreibt schon seit dreissig Jahren biologischen Landbau und hat sich zu einer Institution im Kanton entwickelt. Heute ist der Bio Hof Zug ein Lokalversorger: Toni Niederberger und Annemarie Schwegler produzieren mit ihrem Team verschiedene Gemüse, Kräuter, Obst und Beeren und vermarkten ihre Produkte via Hofladen und Hofgastronomie. Damit deckt der Bio Hof Zug die ganze Wertschöpfungskette ab. Der Betrieb zeigt auf, wie eine nachhaltige Produktion von der Gabel bis zur Gabel funktioniert.

Konsumentinnen und Konsumenten fragen heute verstärkt nach biologisch und regional produzierten Lebensmitteln. Mehr Biobetriebe sind deshalb nicht nur im Kanton Zug, sondern schweizweit gefragt. "Diese Entwicklung soll unter anderem mit Bioförderprogrammen in den Kantonen unterstützt werden", sagt Otto Schmid vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL. Aktionspläne für den Biolandbau gibt es bereits in verschiedenen Kantonen, beispielsweise in Freiburg und im Jura (vgl. Förder-Offensiven). "Auch für den Kanton Zug könnte ein Aktionsplan Biolandbau ins Auge gefasst werden", zeigt sich Schmid überzeugt.

30 Jahre Umstellungsstudie

Der hohe Anteil an Biobetrieben im Kanton Zug basiert unter anderem auf der Umstellungsstudie "Möglichkeiten und Grenzen des biologischen Landbaus im Kanton Zug", die vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL im Jahre 1987 erarbeitet wurde. Auslöser dafür war die zu hohe Phosphor-Belastung des Zugersees und die Diskussion über Massnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität. Dem Kanton wurde statt der Erstellung teurer Anlagen für die Seewasserableitung die Umstellung der Zuger Landwirtschaft auf Biolandbau empfohlen. Der Kanton verzichtete dank der Studie auf die kostspielige Symptombekämpfung und verbesserte die Wasserqualität des Zugersees langfristig dank Massnahmen in der Landwirtschaft.

Förder-Offensiven und Aktionspläne für den Biolandbau

In verschiedenen Kantonen gibt es Förder-Offensiven oder Aktionspläne für den Biolandbau, beispielsweise in Freiburg und im Jura. Dies könnte auch in anderen Kantonen Schule machen, zum Beispiel in Zug.

Berner Bio-Offensive

Die Berner Bio-Offensive 2020 hat das Ziel, die Entwicklung des Biolandbaus im Kanton Bern zu fördern. Die steigende Nachfrage nach Bioprodukten soll in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren der Landwirtschaft, der Verarbeitungs- und Handelsbranche im Kanton befriedigt und die Wertschöpfung der Berner Landwirtschaft gesteigert werden. https://www.bernerbiooffensive.ch/

Aktionsplan zur Förderung des Biolandbaus im Kanton Freiburg

Der Aktionsplan zur Förderung der Biolandwirtschaft von 2013 sieht vor, die biologisch bewirtschaftete Fläche im Kanton Freiburg bis 2020 um fünfzig Prozent zu steigern. https://www.fr.ch/iag/files/pdf59/aktionsplan_bio.pdf

Jura: Aktionsplan zur Förderung des Biolandbaus im Kanton Jura und Berner Jura

Der erste Aktionsplan wurde 2007 aufgrund einer Marktstudie des FiBL erstellt. Der zweite Plan von 2011 bis 2015 strebte fünfzig Prozent mehr Biobetriebe an im Vergleich zu 2010. Der zweite Aktionsplan will 20 Prozent Biobetriebe bis 2020 erreichen.

Quelle: Medienmitteilung der Bio Suisse vom 05. September 2017

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bio-suisse.ch: Medienmitteilung vom 05. September 2017