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Stiftung Mercator Schweiz

Dieses Projekt wird von der Stiftung Mercator Schweiz gefördert.

Thema: Biolandbau und Klimaschutz

Regenwurm im Boden

Biolandbau und Klimaschutz auf www.fibl.org

Abschlusstagung des Projekts Carbon Credits for Sustainable Landuse Systems (CaLas)

Die Kohlenstoffspeicherung im Boden und die Lachgasemissionen im Feld sind zwei wichtige Kenngrössen, um die Klimafreundlichkeit landwirtschaftlicher Systeme zu beurteilen. Wie schneidet dabei Bio im Vergleich zu konventioneller Bewirtschaftung ab? An der Abschlusstagung des CaLas-Projekts (Carbon Credits from Sustainable Land Use Systems) präsentierte das FiBL die Ergebnisse einer Meta-Analyse mit weltweiten Daten.

(19.01.2012) 

Der Biolandbau kann einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Frühere Vergleichsstudien haben gezeigt, dass sich die biologische Bewirtschaftung im Vergleich zu konventioneller meist vorteilhaft aufs Klima auswirkt. Die Aussagekraft solcher Einzelstudien ist jedoch begrenzt. In den internationalen Klimaverhandlungen konnte das Potenzial des Biolandbaus deshalb bisher nicht berücksichtigt werden.

Aus diesem Grund hat das FiBL sämtliche verfügbare Studien in einer Meta-Analyse zusammengeführt. Zur Kohlenstoffspeicherung im Boden konnten über 70 internationale Vergleichsstudien und zu den Lachgasemissionen 20 Vergleichsstudien ausgewertet werden. „Bioböden speichern im Durchschnitt mehr Kohlenstoff und emittieren weniger Lachgas als konventionell bewirtschaftete Böden“, fasst FiBL-Experte Andreas Gattinger die Ergebnisse zusammen.

Damit landwirtschaftliche Klimaschutzprojekte anerkannt und CO2-Zertifikate ausgestellt werden können, braucht es Methodologien, welche den Nutzen einer Bewirtschaftungsänderung für das Klima ausweisen. FiBL-Mitarbeiter Adrian Müller hat am Beispiel des Zuckerrohranbaus eine solche Methodologie entwickelt. Biobauern brennen – im Gegensatz zu vielen ihrer konventionellen Kollegen – die Blätter nicht vor der Ernte ab, sondern verwenden sie als Mulchmaterial. Diese Massnahme hat er zusammen mit der Firma South Pole Carbon Asset Management Ldt. zu einer Methodologie für den Clean Development Mechanism CDM entwickelt und bei der entsprechenden UN-Behörde, der United Nations Framework Convention on Climate Change, kurz UNFCCC, eingereicht.

In der abschliessenden Podiumsdiskussion diskutierten die Tagungsteilnehmer die Möglichkeiten und Grenzen der Landwirtschaft an den Kohlenstoffmärkten. Befürchtet wird beispielsweise, dass die konventionelle Landwirtschaft kosmetische Massnahmen als Klimaleistung verkaufen könnte. Agrosysteme seien zudem zu komplex und die Klimaauswirkungen landwirtschaftlicher Massnahmen kaum zu überprüfen. Einig waren sich die Teilnehmenden darüber, dass der Biolandbau dank dem CaLas-Projekt jetzt mit Zahlen und Fakten für die laufende Debatte gerüstet ist. Damit in Zukunft auch nur wirklich klimafreundliche Landnutzungspraktiken gefördert werden.

Zur Tagung liegt ein FiBL-Video vor mit Statements von Pete Smith, Universtität Aberdeen, Ulrich Hofmann, Welthandels- und Entwicklungskonferenz UNCTAD, Nina Buchmann, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich und anderen (englisch).

Das Projekt CaLas wird von der Stiftung Mercator Schweiz gefördert.

Weitere Informationen

Kontakt

Kontaktperson am FiBL: Andreas Gattinger und Adrian Müller

Links

Programm und Vorträge

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 09.30 – 17.30 Uhr

Zeit

Thema

Sprecher

09.00

Welcome coffee

09.30

Welcome and opening address (1021 KB)

Urs Niggli
FiBL

09.40

The CaLas project and the vision of sustainable agriculture (1.6 MB)

Albert Kesseli
Mercator Foundation Switzerland

10.00

Enhancing eco-functional intensification of agriculture for dealing with climate hotspots (1.1 MB)

Ulrich Hoffmann
UNCTAD

10.30

Coffee break

Session I

Scientific background on agricultural land use and climate change

Andreas Fliessbach
FiBL (Moderation)

10.45

Keynote lecture: Carbon sequestration in agricultural soils – a global perspective (1.0 MB)

Pete Smith
University of Aberdeen

11.30

Keynote lecture: Greenhouse gas emissions from agricultural soils – a global perspective (6.3 MB)

Werner Eugster
ETH Zürich

12.15

Carbon sequestration and greenhouse gas emissions in organically managed soils – results from the CaLas project (2.4 MB)

Andreas Gattinger
FiBL

13.00

Lunch

FiBL Restaurant

Session II

Quantification, mitigation certificates and methodology development

Matthias Stolze
FiBL (Moderation)

14.00

The Swiss inventory of agricultural greenhouse gases (2.2 MB)

Daniel Bretscher
Agroscope ART Zürich

14.45

Agriculture and the carbon market (3.2 MB)

Patrick Horka
South Pole Carbon

15.15

Development of carbon-offset methodologies based on sustainable land use practices – results from the CaLas project (477 KB)

Adrian Müller
FiBL

16.00

Coffee break

Session III

Synthesis of the CaLas project

Jacqueline Forster
FiBL (Moderation)

16.30

Panel discussion with the speakers

17.15

Concluding remarks and future perspectives

Urs Niggli
FiBL

17.30

End of the meeting: Apéro/Get together (optional)