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Vergleichende Analyse biologisch und konventionell wirtschaftender Betriebe in Luxemburg

In Luxemburg wurden biologisch und konventionell wirtschaftende Betriebe auf ökologische und ökonomische Parameter untersucht. Fazit: Die positiven Umweltwirkungen des biologischen Landbaus werden zurzeit nicht ausreichend abgegolten.

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(24.01.2012) 

Das Institut für Biologische Landwirtschaft und Agrarkultur Luxemburg (www.IBLA.lu) - Mitglied bei FiBL International - hat gemeinsam mit dem FiBL biologisch und konventionell wirtschaftende Betriebe in Luxemburg auf ökologische und ökonomische Parameter untersucht. Ebenfalls beteiligt waren die IBLA-Partner CONVIS, Service d’Economie Rurale (SER), Fondation Hëllef fir d’Natur/natur an ëmwelt.

Anlass für die Studie war einerseits der geringe Anteil an Biobetrieben in Luxemburg und andererseits die Frage nach den ökologischen Leistungen und den gesellschaftlichen Kosten der verschiedenen Wirtschaftsweisen. Um die Effizienz der eingesetzten Fördermittel, zu der auch die Prämie zur Förderung der biologischen Landwirtschaft gehört, zu evaluieren, wurden ausgewählte Umweltparameter in Beziehung zu Kenngrößen der betrieblichen Ökonomie gestellt. Untersucht wurden insgesamt 24 Betriebe.

Aus der Studie geht hervor, dass Biobetriebe gegenüber konventionellen Betrieben wesentlich höhere Umweltleistungen aufweisen, aber kaum höhere öffentliche Zahlungen erhalten. So gibt es auf konventionellen Betrieben ein wesentlich größeres Stickstoff-Eutrophierungspotential. Die Stickstoff-Effizienz auf Biobetrieben ist höher; Energiebedarf und Treibhausgasemissionen sind geringer. Biobetriebe haben eine höhere Futterautarkie, besonders bei der Eiweißfuttermittelversorgung. Pflanzensoziologische Aufnahmen zeigen, dass Biobetriebe eine wesentlich höhere Artenvielfalt aufweisen, inklusive gefährdete Arten. Die untersuchten Bio-Betriebe erhalten nur geringfügig höhere öffentliche Beiträge als ihre konventionellen Kollegen

Die Autoren kommen zum Schluss, dass die positiven Umweltwirkungen des biologischen Landbaus zurzeit nicht ausreichend abgegolten werden. Es gibt keine feststellbare Korrelation zwischen öffentlichen Gesamtzahlungen und den Umweltleistungen landwirtschaftlicher Betriebe. Die Formulierung von klaren agrarumweltpolitischen Zielen für Luxemburg wäre dringend notwendig, um eine effektive und effiziente Ausrichtung der agrarpolitischen Instrumente und deren Evaluation zu ermöglichen. Die Prämienhöhe sollte die ökologischen Effekte der Agrarumweltmaßnahmen widerspiegeln.

Die Ergebnisse wurden dem luxemburgischen Landwirtschaftsminister Romain Schneider vorgestellt und mit ihm diskutiert. Die Biobauern erwarten sich eine Berücksichtigung der Ergebnisse bei der Neuausrichtung des neuen Agrargesetzes, das nach der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik 2013 in Kraft treten und zu mehr Biolandbau in Luxemburg führen soll.

Das Projekt wurde vom Landwirtschaftsministerium im Rahmen des Aktionsplans biologischer Landbau Luxemburg unterstützt.

Weitere Informationen

Die Studie

IBLA/FiBL (2011): Vergleichende ökonomisch-ökologische Analyse von biologisch und konventionell wirtschaftenden Betrieben in Luxemburg („öko-öko“). Institut fir biologesch Landwirtschaft an Agrarkultur asbl IBLA. Munsbach. Abrufbar unter www.ibla.lu/ibla/images/stories/pdf/oeko_oeko/endbericht

Die Studie kann bei www.ibla.lu als pdf herunter geladen werden oder beim IBLA bestellt werden (6 € zuzüglich 3 € Versandkosten).

Kontakt

  • Raymond Aendekerk
    Institut fir biologesch Landwirtschaft an Agrarkultur asbl (IBLA), 13, rue Gabriel Lippmann, 5365 Munsbach, Luxemburg
    +352 (0)261523 88
    aendekerk(at)ibla.lu
  • Steffi Zimmer
    Institut fir biologesch Landwirtschaft an Agrarkultur asbl (IBLA), 13, rue Gabriel Lippmann, 5365 Munsbach, Luxemburg
    +352 (0)261523 84
    zimmer(at)ibla.lu