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Dritte afrikanische Biolandbau-Konferenz

Zum dritten Mal seit 2009 traf sich eine dynamische Biobewegung aus dem sub-saharischen Afrika mit ihren Partnern und Interessensvertretern, diesmal in Lagos, Nigeria. Die Bewegung zeigt, was starke Bindungen zwischen Landwirten und Forschern erreichen und zum gesellschaftlichen Wandel beisteuern können. Alle afrikanischen Regionen ausser Nordafrika waren an der Konferenz vertreten.

(22.10.2015) 

Die afrikanische Biobewegung traf sich mit ihren Partnern und Interessensvertretern vom 5. bis 9. Oktober in Laos. Die Vereinigung Biologischer Landwirte und Interessensvertreter in Nigeria (NOAN) luden unter dem Thema "Soziale und wirtschaftliche Entwicklung durch ökologische und biologische Alternativen in der Landwirtschaft" zur Konferenz nach Lagos ein. Dort kamen 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 28 Ländern (22 afrikanische) und vier Kontinenten zusammen.

Auf der vorangegangenen Konferenz 2012 in Lusaka einigten sich die Teilnehmenden darauf, den Biolandbau voranzubringen. Im Vorjahr hatten sich die afrikanischen Staatsoberhäupter bereits darauf geeinigt, biologischen und ökologischen Landbau und Tierzucht zu fördern und ihn in staatlichen Gesetzen, Massnahmen, Programmen und Plänen miteinzubeziehen.

Afronet, das afrikanische Bionetzwerk, moderierte die Konferenz mithilfe der Internationalen Vereinigung Ökologischer Landbaubewegungen (IFOAM), der Kommission der Afrikanischen Union (AUC), der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) und dem Forum für Agrarforschung in Afrika (FARA). Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), ebenfalls aktiv in der Vorbereitung der Konferenz, stellte Forschungsprojekte und Forschungsansätze vor, die in Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnern durchgeführt werden (wie Syscom, Syprobio, ProEcoAfrica) und nahm auch an verschiedenen Panels, zum Beispiel zum Thema Politik teil.

34 Landwirte und zahlreiche Jungwissenschaftler trugen mit ihren jeweiligen Erfahrungen und interessanten Forschungsergebnissen zu ergiebigen Diskussionen bei. Die mehrheitlich aus Westafrika stammenden Landwirte wurden von Kollegen aus Indien und Lateinamerika durch das Interkontinentale Netzwerk der Biobauernverbände (INOFO) unterstützt. "Bio heisst Leben" war das zentrale Motto der Konferenz. Die Internationale Gesellschaft der Forschung im Biolandbau (ISOFAR) präsentierte während der Konferenz bereits den Tagungsband, was von allen sehr begrüsst wurde. Die Auszeichnung verschiedener Grössen der Biobranche an der Konferenz widerspiegelt, wie weit die Biobewegung in Afrika gekommen ist und welche Meilensteine erreicht wurden.

Die hohe Komplexität der globalisierten Land- und Ernährungswirtschaft und die vielen sozialen und ökologischen Krisen und Konflikte verlangen eine gute Zusammenarbeit zwischen den Landwirten, den Wissenschaftlern und der breiteren Gesellschaft. Forschende im Biosektor Afrikas sind vernetzt durch NOARA, welches vom FiBL und anderen internationalen Partnern seit 2012 unterstützt wird. Die Empfehlung des FiBL lautet, Forschung und Entwicklung besser mit den Zielen der nachhaltigen Entwicklung (SDG) zu vereinen und alle sozialen Sektoren als Stakeholder zu berücksichtigen, um mit Bio viele weitere Landwirte und Kleinbauern zu erreichen. Wichtig zu erwähnen ist, dass in den Statistiken nicht alle Biolandwirte erfasst sind, da in Afrika viele Landwirte, die faktisch biologisch produzieren, nicht zertifiziert sind.

Die Deklaration von Lagos fordert mehr Unterstützung für die Biolandbau-Initiative und deren 10-Jahres-Strategieplan (von 2015 bis 2025) durch die afrikanischen Staaten. Wie bereits in der Deklaration von Maputo von 2003 gefordert, empfiehlt sie, dass mindestens 10 Prozent der nationalen Landwirtschaftsbudgets für diesen vielversprechenden und sozial sowie wirtschaftlich wichtigen Weg der integrativen Entwicklung aufgewendet werden. Die Bewegung solle sich besser mit den Länderteams des CAADP (Programm zur Entwicklung der afrikanischen Landwirtschaft) zusammenschliessen. Ein besonderes Augenmerk soll darauf gelegt werden, die Saathersteller dazu zu bringen, Saatgut bereitzustellen, das den lokalen Anforderungen entspricht.

Es zeichnet sich eine sehr dynamische, dezentralisierte und konstruktive Biobewegung ab, die gut in der Gesellschaft und Wirtschaft verankert ist und konkrete Lösungen zu verschiedenen Herausforderungen bringt. Doch es muss noch viel getan werden. Daher ist die Vorfreude auf die vierte Konferenz gross, welche 2018 in Kamerun im Herzen Afrikas stattfinden wird.

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