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Parlamentarische Staatssekretärin legt Grundstein für Integrationsbetrieb

Für einen landwirtschaftlichen Integrationsbetrieb, auf dem Menschen mit und ohne Behinderung Seite an Seite arbeiten, hat Julia Klöckner, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, am 17. Mai den Grundstein gelegt. Das Hofprojekt ist im Rahmen des Modellvorhabens „Vernetzung von Werkstätten für Menschen mit Behinderung“ entstanden. FiBL Deutschland e.V. hat die Projektleitung.

Julia Klöckner bei der Grundsteinlegung.

Stefan Möller, Geschäftsführer des Integrationsbetriebs Hof Blasweiler (rechts) freute sich, dass die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zur Grundsteinlegung extra n die Eifel gekommen war. Bild: FiBL

Gruppenbild bei der Grundsteinlegung.

Zahlreiche Prominente waren erschienen, um bei der Festveranstaltung auf dem Hof Blasweiler in Rheinland-Pfalz dabei zu sein. Im Moment gleicht das Hofgelände noch eher einer Baustelle, aber schon zum 15. August sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Bild: FiBL

(19.05.2010) 

Das Hofprojekt ist Teil eines bundesweit ausgerichteten Modellvorhabens, das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Mit dem Modellvorhaben sollen ländliche Regionen gestärkt werden. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL, Frankfurt) leitet das Modellvorhaben und hat dem Hof Blasweiler fachlich von Beginn an zur Seite gestanden. Projektleiter Dr. Robert Hermanowski sagte: „Ich bin stolz, dass der Hof Blasweiler nun starten kann, denn auf dem Weg dorthin gab es viele Hürden zu überwinden.“

Die parlamentarische Staatssekretärin Julia Klöckner lobte das Projekt der Lebenshilfe in Blasweiler und sagte: „ Dieser Hof soll Beispiel sein für andere Betriebe und zeigen, was möglich ist.“ Es könnten wichtige Synergien erzielt und regionale Netzwerke aufgebaut werden. Sie unterstrich auch, wie wichtig es ist, dass Menschen mit Behinderung eigene Entscheidungen treffen und ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Mit diesem Projekt könnten Mitmenschen mit Behinderung aktiv in die Arbeitswelt integriert werden. Ganz im Sinne des Modellvorhabens des Ministeriums wird in diesem Projekt die Theorie in die Praxis umgesetzt und die Erfahrungen dokumentiert. Klöckner wies darauf hin, dass die Landwirtschaft neben der Nähe zur Natur auch überschaubare Arbeitsabläufe bietet und sich daher sehr gut als Arbeitsort für Menschen mit Behinderung eignet.

Der Geschäftsführer des Hofs Blasweiler Stefan Möller betonte, dass auf dem Hof Blasweiler nach dem Grundsatz  „Es ist normal verschieden zu sein“ gearbeitet werden soll und er ergänzte: „und doch gehören wir alle zusammen.“

Alfons Müller vom Landesverband Rheinland-Pfalz der Lebenshilfe, einer der größten Vereinigungen in Deutschland, die sich für Menschen mit Behinderung einsetzen, wies darauf hin, wie wichtig es sei, den Menschen mit Behinderung, die die Fähigkeiten dazu mitbringen, den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Er hob außerdem hervor, dass durch die Vernetzung mit der umliegenden Landwirtschaft der Hof Blasweiler auch zur Integration und Akzeptanz von Menschen mit Behinderung in der Region beiträgt.

Ein besonderer Tag war die Grundsteinlegung auch für den Betriebsleiter vom Hof Blasweiler Steffen Pfannstiel. Er begrüßte die neuen Mitarbeiter herzlich und gab jedem symbolisch ein Arbeitswerkzeug. „Jetzt steht der Rahmen und wir haben die einzelnen Puzzleteile – nun heißt es, das Puzzle zusammensetzen. Aber wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagte Pfannstiel.

Neben der Förderung über das Modellvorhaben des Ministeriums* hat das Projekt auch von anderer Seite große finanzielle Unterstützung erfahren: von der Aktion Mensch werden 250'000 Euro als Personalkostenzuschuss beigesteuert und zudem sind Zuschüsse zu den Investitionen beantragt. Das Integrationsamt Rheinland Pfalz hat 135'000 Euro als Zuschuss zum Bau und zur Ausstattung zugesagt.

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