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Andreas Gattinger
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Unsichtbare Helfer im Ackerboden – Archaeen produzieren Dünger

Wo die meisten Organismen keine Überlebenschance haben, fühlen sich Archaeen wohl, etwa in heissen Vulkanquellen, in sehr salzigen Gewässern oder sauren Rindermägen. Nun hat man die extrem anpassungsfährigen Mikroorganismen aber auch in gewöhnlichen Ackerböden entdeckt.

Archaeen, stark vergrössert.

Die Archaeen können sich mit ihren Geisseln an festen Oberflächen von Holz, Metallen oder Sand befestigen. Foto: Gerhard Wanner, LMU München

(14.07.2015) 

Forscher haben herausgefunden, dass eine Untergruppe der Archaeen die im Boden enthaltene Stickstoffverbindung Ammonium in Nitrat umwandeln kann. Diese Fähigkeit macht die Einzeller für die Landwirtschaft interessant, denn Nitrat ist ein hochwertiger Nährstoff, den die Pflanzen sehr gut aufnehmen und verwerten können. Allerdings entsteht bei der Umwandlung von Ammonium in Nitrat das Abfallprodukt Lachgas (N₂O) – ein stark klimawirksames Gas, das dem Boden entweicht.

FiBL-Mitarbeiter Andreas Gattinger und sein Team untersuchen zurzeit, welche Rolle Archaeen und Bakterien bei der Produktion und beim Abbau von Lachgas spielen. Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Ressource Boden" (NFP 68) erforschen sie, wie die unterschiedliche landwirtschaftliche Bewirtschaftung - bio oder konventionell, mit oder ohne Pflug, mit oder ohne Zugabe von Pflanzenkohle - die Mikroorganismen beeinflusst. "Um Strategien zur Verminderung der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen zu entwickeln, ist es entscheidend, dass wir die Freisetzungs- und Abbauprozesse von Lachgas verstehen", erklärt Andreas Gattinger. "Über die Rolle, die Mikroorganismen dabei spielen, ist bis heute wenig bekannt."

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