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Monika Schneider
(M.Sc. Agr. ETH)

Departement für Internationale Zusammenarbeit
FiBL
Ackerstrasse 113
CH-5070 Frick

Telefon +41 (0)62 865-7227
Fax +41 (0)62 865-7273
monika.schneider(at)fibl.org

FiBL-Versuch im Mittelpunkt des dritten Nationalen Agroforst-Kongresses in Bolivien

Seit gut vier Jahren läuft am Fuss der Anden in Bolivien unter der Ägide des FiBL ein Systemvergleich zwischen konventionellem und biologischem Kakaoanbau. Der Versuch im tropischen Alto Beni war einer der Hauptprogrammpunkte des bolivianischen Agroforst-Kongresses, an dem rund 250 Personen teilnahmen.

Musiker

Musikalischer Auftakt zum Kongress in Sapecho.

Kakaobauer

Kakaobauer Fidel Ortiz empfing die Kongressteilnehmer zu einem Betriebsbesuch.

Poster

Eines von zahlreichen Postern zum Vergleichsversuch im Alto Beni.

Eingang des FiBL-Versuchsgeländes

Der Eingang zum Versuchsgelände des FiBL in den bolivianischen Tropen.

Publikum verfolgt Erläuterungen

FiBL-Versuchsleiterin Monika Schneider erklärt Details im Informationspavillon.

Mitarbeiter stellt Poster vor

Luis Marconi hat in seiner Arbeit untersucht, wie sich die Flora in den unterschiedlichen Anbausystemen entwickelt.

Mitarbeiterin im Regenmantel vor einem Poster

Wiebke Niether untersucht für ihre Dissertation den Wasserhaushalt in den Parzellen, im Moment braucht sie sich um Nachschub nicht zu sorgen.

Mann und Frau bei der Selektion von Kakaosamen

Selektion von Samen für Agroforst-Bäume im Hauptquartier von El Ceibo in Sapecho.

Koch bereitet Fleisch zu

Fürs leibliche Wohl war gesorgt: Ein Koch bereitet in Sara Ana das Mittagessen für die Kongressteilnehmer vor.

(27.08.2013) 

Am vergangenen Wochenende erhielt das FiBL nicht nur in Frick grossen Besuch. Im Alto Beni am Fuss der Anden fand zeitgleich der dritte "Congreso Nacional de Sistemas Agroforestales" statt. Zum Auftakt der Veranstaltung am Freitag versammelten sich die rund 250 Teilnehmenden - Produzenten, Berater, Wissenschaftlerinnen und Studenten - am Sitz des Kakao-Genossenschaftsverbandes El Ceibo in Sapecho (www.elceibo.org/ceibo/en/index.php).

El Ceibo vereint 1200 Bauernfamilien mit einer Fläche von 5000 Hektaren, die allesamt biozertifiziert sind. Der Dachverband bietet nicht nur Beratung, Weiterbildung und Produktionsfaktoren, sondern verarbeitet den Kakao auch in einer eigenen Fabrik in El Alto bei La Paz, die ihre Produkte seit langem auch nach Europa exportiert.

Seit Jahren gehört der Agroforst-Ansatz zu den Elementen des erfolgreichen Kakaoanbaus im Alto Beni. Es war deshalb naheliegend, dass das FiBL den Genossenschaftsverband als Partner für seinen Versuch auswählte. Im August 2007 fand man die geeigneten Flächen im Weiler Sara Ana, rund eineinhalb Autostunden von Sapecho entfernt. Der Kakaoanbau ist Teil des Systemvergleichs in den Tropen. Weitere Versuche führt das FiBL mit Unterstützung von Deza, Coop, Biovision und dem Liechtensteinischen Entwicklungsdienst LED in Indien und Kenya durch (www.systems-comparison.fibl.org). Ziel des Systemvergleichs ist es, den oft ideologisch geführten Diskurs über die Wirksamkeit des Biolandbaus mit Hilfe von wissenschaftlichen Grundlagen zu versachlichen.  

Unter Inkaufnahme grosser verkehrstechnischer Schwierigkeiten - anders als am Tag der offenen Tür in Frick regnete es im Alto Beni pausenlos - verschoben sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen am zweiten Kongresstag nach Sara Ana. Die Besucher brauchten sich der Strapazen nicht reuig zu sein. Sie erhielten in der geräumigen Versuchsanlage Einblick in sämtliche Aspekte des Versuchs und wurden reichlich verpflegt.

Im Versuch vergleicht das FiBL auf je vier Parzellen fünf Anbauweisen: Monokultur bio und konventionell, Agroforst bio und konventionell, sowie den sogenannten biologisch sukzessiven Agroforst in dem sehr dicht gepflanzt wird und der Baumschnitt als „Treibstoff“ dient, um dem im tropischen Klima besonders schnellen Abbau von organischer Substanz entgegenzuwirken. Der sechste Ansatz ist als Kontrolle für die Entwicklung von Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität der totale Wildwuchs, wo auf den 48 mal 48 Metern grossen Parzellen wachsen gelassen wird, was der Boden hergibt.

Da die im Dezember 2008 gesetzten Kakaobäume erst jetzt in die volle Produktionsphase kommen, ist es noch zu früh für definitive Resultate. Erste Ergebnisse zeigen aber, dass die Unterschiede bei Ertrag, Biodiversität und Wasserhaushalt markant sind, wie Projektleiterin Monika Schneider im Alto Beni erklärte.

Text: Adrian Krebs, FiBL

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