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Das FiBL identifiziert methodische Fehler in einer Studie, die das Klimaschutzpotential des Biolandbaus kritisiert

Die Studie von Julius McGee wurde im Juni 2015 in der Fachzeitschrift "Agriculture and Human Values" veröffentlicht.

Fruchtbare Böden spielen eine zentrale Rolle im Biolandbau. Sie haben das Potential, Kohlenstoffe stärker zu binden. (Foto: Thomas Alföldi, FiBL)

(21.08.2015) 

Eine kürzlich veröffentlichte Studie von McGee von der University of Oregon wurde in den internationalen Medien und im Internet stark diskutiert. Die Studie widmet sich einer interessanten Fragestellung und wendet für die Analyse komplexe statistische Verfahren an. Wir konnten jedoch mehrere methodische Fehler identifizieren, welche deren Ergebnisse in Frage stellen. Die zwei wichtigsten Fehler sind, dass (1) die Schlussfolgerungen nicht aus den Hypothesen, die untersucht wurden, gezogen werden können und, dass (2) die verwendeten Daten für die durchgeführte Analyse nicht geeignet sind.

Diese Stellungnahme zur Studie von McGee (2015) und der damit zusammenhängenden Berichterstattung im Guardian, in Mail Online, auf der Webseite der University of Oregon und in weiteren Medien soll die Stellungnahme von IFOAM vom 4. August 2015 ergänzen. Darin wird eine Vielzahl von Belegen geliefert, welche die Klimaschutzwirkung des Biolandbaus aufzeigen. Diese hat McGee (2015) in seiner Studie jedoch nicht berücksichtigt. Die Belege basieren auf wissenschaftlicher Fachliteratur mit Daten aus Forschungsprojekten auf Feld- und Betriebsebene.

In unserer Stellungnahme konzentrieren wir uns auf weitere Fehler in der Formulierung der Hypothesen, der verwendeten Analysedaten und den Schlussfolgerungen von McGee (2015). Im Paper von McGee wird eine interessante Fragestellung thematisiert und es werden für die Analyse komplexe statistische Verfahren anwendet. Es gibt jedoch mehrere methodische Fehler, welche die Gültigkeit der Ergebnisse in Frage stellen. Die wichtigsten sind,

1. dass McGee (2015) eine Hypothese prüft, welche nicht seiner Leitfrage entspricht. Daher sind die Schlussfolgerungen, die er in seinem Paper gezogen hat und über welche in den Medien berichtet wurde, nicht zulässig.
2. dass die verwendeten Daten für die Analyse nicht geeignet sind, da

  • die abhängige Variable nicht die spezifischen klimarelevanten Aspekte des Biolandbaus wiederspiegelt (z.B. verschiedene Emissionsfaktoren),
  • die unabhängigen Variablen nicht den Nutztiersektor berücksichtigen,
  • Aspekte des Handels fehlen.

In der kompletten Stellungnahme (Link siehe unten) finden Sie detaillierte Ausführungen zu diesen Kritikpunkten (auf Englisch).

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