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FiBL beim 18. Biolandbau-Weltkongress

Vom 13. bis 15. Oktober 2014 fand in Istanbul der Biolandbau-Weltkongress statt. Dieser wird regelmässig von der Internationalen Vereinigung Ökologischer Landbauorganisationen (IFOAM) veranstaltet. Lokaler Organisator war diesmal Budgay, eine Organisation, die den Biolandbau in der Türkei und die Entwicklung des heimischen Marktes fördert.

Cover des Programms des 18. IFOAM-Weltkongresses

Carlos Escobar aus Kolumbien (links) und Pascal Gbenou (rechts) aus Benin - zwei der Landwirte, die auf Einladung des FiBL am TIPI-Workshop am 12.10.2014 sprachen. Foto: Carolin Möller, FiBL

Teilnehmer der Veranstaltung zu bäuerlichen Familienbetrieben. Foto: FiBL

Teilnehmende beim Jobfair-Event, bei welchem sich Studendierende und Berufseinsteiger über den Biolandbau informierten. Foto: Boris Liebl, FiBL

Session des TILMAN-ORG-Projekts: Projektleiter Paul Mäder, FiBL, und Paolo Barberi, Scuola Superiore Sant'Anna, Italien. Foto: Helga Willer, FiBL

Auszeichnung für die besten Poster der ISOFAR-Konferenz: Vierter von rechts: Christian Andres, FiBL. Am Mikrofon: Professor Dr. Gerold Rahmmann, Thünen Institut und ISOFAR-Präsident. Foto: Otto Schmid, FiBL

Die IFOAM-Botschafter: Von links nach rechts: Ashish Gupta, Vizepräsident IFOAM-Asien, Indien; Gabor Figeczky, IFOAM Advocacy Manager; Helmy Abouleish, Sekem, Ägypten; Katherine di Matteo, Direktorin Sustainable Food Trade Association, USA; Urs Niggli, Direktor FiBL und Präsdent von TIPI; Sue Edwards, Institute for Sustainable Development, Äthiopien; Andre Leu, IFOAM-Präsident. Foto: Otto Schmid, FiBL

(09.11.2014) 

Beim wissenschaftlichen Teil der Konferenz, den die Internationale Gesellschaft der Forschung im Ökologischen Landbau ISOFAR (www.isofar.org) und die Ege-Universität (Izmir) ausrichteten, stellten FiBL-Mitarbeitende in über 20 Vorträgen und Postern aktuelle Forschungsarbeiten vor. Themen waren beispielsweise reduzierte Bodenbearbeitung, Biolandbau in den Tropen, Kommunikation von Forschungsergebnissen oder Biolandlandbau-Statistiken.

Das FiBL hat zudem zahlreiche Veranstaltungen (mit)organisiert. Im Folgenden berichten wir über einige dieser Veranstaltungen.

Beim Workshop von TIPI, der Technologie-Innovationsplattform der IFOAM, sprachen  Praktiker aus fünf Kontinenten über den Forschungsbedarf in ihren Regionen. Diese Informationen werden in die Vision und Forschungsstrategie von TIPI einfliessen. Der erste Entwurf (http://orgprints.org/27636) wurde im Workshop vorgestellt und diskutiert. Anschliessend fand die TIPI-Mitgliederversammlung statt, auf welcher das weitere Vorgehen bezüglich der Vision/Forschungsstrategie besprochen wurde. Der zweite Entwurf soll auf dem Wissenschaftstag (Science Day) auf der Biofach vorgestellt werden. Ausserdem wählten die Mitglieder einen neuen Vorstand – FiBL-Direktor Urs Niggli wurde als Präsident bestätigt.

Die Tierhaltungs-Allianz (Animal Husbandry Alliance, IAHA) der Internationalen Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen (IFOAM) ist ein informelles Netzwerk von Organisationen und Einzelpersonen, um die Entwicklung der biologischen Tierhaltung innerhalb der IFOAM zu unterstützen und zu stärken. Beim Biolandbauweltkongress hat die Allianz zwei Veranstaltungen organisiert und die "Istanbul-Deklaration" präsentiert. Die Vorträge, die bei den IAHA-Veranstaltungen gehalten wurden, können im Tagungsband "Proceedings of the IAHA-Preconference and Workshop" (http://orgprints.org/27707) nachgelesen werden. Die Allianz wird vom FiBL koordiniert; FiBL-Mitarbeiter Otto Schmid ist ihr Präsident.

Anlässlich des Jahres des Internationalen Jahres der bäuerlichen Familienbetriebe fand im Vorfeld der IFOAM-Konferenz auch eine spezielle Tagung zu diesem Thema statt: "Organic family farming and fair trade for rural development". Die rund 40 Teilnehmer tauschten sich darüber aus, welchen Beitrag Biolandbau und Fair Trade im Zusammenhang mit kleinbäuerlichen Strukturen in Entwicklungsländern leisten und leisten können in Hinblick auf eine verstärkte nachhaltige Entwicklung in ärmeren Ländern. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die kleinbäuerliche Landwirtschaft in den meisten Ländern die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung bildet. Speziell mehr Verantwortung zur Sicherung dieser Strukturen und der Förderung angepasster und nachhaltiger Anbaumethoden respektive und Vermarktungsmöglichkeiten sollten Regierungsvertreter tragen, insbesondere auf lokaler Stufe. Der Anlass wurde gemeinsam organisiert von den Entwicklungszusammenarbeitsorganisationen HELVETAS und HIVOS sowie IFOAM, FiBL und der Zertifzierungsorganisation ICEA. Die Ergebnisse sind in den Proceeedings abrufbar http://orgprints.org/27764.

Auf grosses Interesse bei den türkischen Teilnehmern stiess die Veranstaltung "Career meeting – training and organic career opportunities in the organic sector",  die zum Ziel hatte, mehr Studendierende und Berufseinsteiger für den Biolandbau zu interessieren. Deutlich wurde bei der Veranstaltung, dass noch mehr getan werden muss, um junge Leute für den Biolandbau zu motivieren. Folgeveranstaltungen an türkischen Universitäten sind geplant.

Grossen Anklang fand die Session zum TILMAN-ORG-Projekt (www.tilman-org.net) zur reduzierten Bodenbearbeitung und Gründüngung im Biolandbau. Dieses Projekt wird im Rahmen von CORE Organic (www.coreorganic.org) gefördert. Im Workshop wurden zahlreiche neue Erkenntnisse zur reduzierten Bodenbearbeitung im Biolandbau präsentiert und mit den Teilnehmenden rege diskutiert.

Beim Workshop des OrganicDataNetwork-Projekts (www.organicdatanetwork.net) zur Verbesserung der Verfügbarkeit und Qualität und Biomarktdaten stellte Helga Willer vom FiBL die OrganicDataNetwork-Markt-Datenbank vor, über welche ab Dezember die im Rahmen des OrganicDataNetwork erfassten Biomarktdaten zur Verfügung gestellt werden. Projektleiter Raffaele Zanoli von der polytechnischen Universität in Ancona berichtete über die Herausforderung bei der Erfassung von europäischen Biomarktdaten und Susanne Padel vom Organic Research Centre in Grossbritannien berichtete über Erfahrungen, die im Rahmen der OrganicDataNetwork-Fallstudien gemacht wurden.

Gemeinsam mit dem Thünen-Institut in Braunschweig baut das FiBL aktuell das  internationale Netzwerk agri benchmark Network Organic zur Erhebung von betriebswirtschaftlichen Daten zum Biolandbau auf. Jürn Sanders vom Thünen-Institut (ehemaliger FiBL-Mitarbeiter) und Matthias Stolze, Leiter des FiBL-Departments für Sozioökonomie stellten die Initiative vor.

Und schliesslich gab es eine Reihe von Auszeichnungen für FiBL-Mitarbeitende: Christian Andres erhielt für sein Poster zu den Langzeitversuchen in den Tropen von der ISOFAR einen Preis; Helga Willer wurde für ihr langjähriges Engagement bei der IFOAM mit dem  „IFOAM Recognition Award“ ausgezeichnet, und Urs Niggli wurde zum IFOAM-Botschafter ernannt.

Weitere Informationen

Kontakt

Helga Willer, FiBL

Weblinks

FiBL-Beiträge bei der wissenschaftlichen (ISOFAR-)Konferenz des Biolandbau Weltkongresses

TILMAN-ORG

TIPI - Technologie-Innovationsplattform der IFOAM

IFOAM-Tierhaltungs-Allianz

agri benchmark Network Organic

Auszeichnungen