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Klaus-Peter Wilbois
(Prof. Dr.)

Externer Mitarbeiter
FiBL

Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf
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klaus-peter.wilbois(at)hswt.de

Experten fordern mehr Innovation und vielfältige Ansätze für die 100% Biofütterung

(03.12.2014) 

Ab dem Jahr 2018 dürfen Biofuttermittel keine konventionellen Komponenten mehr enthalten. Weil Maiskleber und Kartoffeleiweiß als hochwertige Eiweißträger in Bioqualität nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen, sind Alternativen für die Fütterung von Bioschweinen und -geflügel gefragt.

Um Optionen der 100% Biofütterung von Monogastriern (Schwein und Geflügel) zu diskutieren, trafen sich am 25. November Akteure aus Praxis, Beratung, Futtermittelhandel und Forschung in Fulda.
Lösungswege eröffnen sich nicht nur durch den Anbau heimischer Körnerleguminosen und Soja. Auch hinsichtlich der Gestaltung von Futterrationen gibt es Ansätze. Vielfalt ist dabei das Stichwort. Je vielseitiger eine Ration gestaltet ist, desto lieber fressen die Tiere das Futter. Neben Ölpresskuchen sollten daher weitere Komponenten zum Einsatz kommen.

Komponenten und Strategien müssen weiterentwickelt werden

Futter für Schweine und Geflügel müssen multifunktional sein: Sie sollen Leistung ermöglichen, zum Tierwohl beitragen und die Tiere gesund erhalten. Einen Beitrag dazu können hochwertige Raufutter aus innerbetrieblicher oder regionaler Erzeugung leisten. Hier ist der Einsatz von Luzernesilage oder Luzerneblattmehlen eine interessante Option. Auch die qualitative Verbesserung einheimischer Körnerleguminosen ist ein wichtiger Baustein, um die konventionellen Komponenten in der Ration zu ersetzen. Bakterieneiweiß mit besonders günstigem Aminosäuremuster könnte ein Baustein sein, um Imbalancen in den Rationen auszugleichen.

Doch nicht nur die Entwicklung von Einzelkomponenten muss vorangetrieben werden, auch Fütterungsstrategien, die auf betriebseigenen Futtermitteln basieren, müssen weiterentwickelt werden, um dem Anspruch der Regionalität gerecht zu werden.

Es wird also ein ganzer Strauß von Maßnahmen benötigt, um die 100% Biofütterung erfolgreich umzusetzen. Damit dies gelingen kann, müssen Wissensdefizite abgebaut werden. Bereits heute gibt es vielfältige Forschungsaktivitäten im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) zur Monogastrierfütterung. Dennoch ist mehr Forschungs- und Entwicklungsarbeit, insbesondere zu Biofuttermitteln und Biotieren notwendig. Zum Beispiel ist die richtige Bestimmung des Futterwertes der hofeigenen Futtermittel ein wichtiger Faktor, um die Rationen sicher planen zu können. Hier sind Forscher, Berater und Futtermittelhersteller gefragt, das vorhandene Wissen für eine praxistaugliche Anwendung weiter zu entwickeln.

Die Veranstaltung wurde von Verbund Ökologische Praxisforschung (V.Ö.P), in dem Bioland, Demeter, Naturland sowie das FiBL Deutschland e.V. und die Stiftung Ökologie und Landbau aktiv sind, in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen organisiert. Ende des Jahres soll ein Dossier zu den Perspektiven der 100% Biofütterung veröffentlicht werden, das dann auch online eingesehen werden kann.

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