Startseite » Service » Nachrichtenarchiv » Meldung

Kontakt

Else Bünemann-König
(PD Dr. sc. nat.)

Departement für Bodenwissenschaften
Leitung Gruppe Nährstoffmanagement & Symbiosen
FiBL
Ackerstrasse 113
CH-5070 Frick

Telefon +41 (0)62 865-0482
Fax +41 (0)62 865-7273
else.buenemann(at)fibl.org

Die Phosphorversorgung im Biolandbau verbessern: IMPROVE-P

Kurt Möller, Koordinator von IMPROVE-P, holt eine Spatenprobe auf dem Feldversuch in Taastrup, Dänemark. (Foto: Else Bünemann-König, FiBL)

Stärkeres Wachstum der Maispflanze? Mehr Phosphoraufnahme? Der Einfluss verschiedener Recyclingdünger im Topfversuch am FiBL. (Foto: Sarah Symanczik, FiBL)

Projekttreffen IMPROVE-P in Kopenhagen. Von links nach rechts: (unten) Jakob Magid, Julia Cooper, Paul Mäder (FiBL), Bente Føreid, Stefan Hörtenhuber , (mitte) Anne-Kristin Løes, Astrid Oberson, Iris Wollmann, Jürgen Friedel, (oben) Sarah Symanczik (FiBL), Gregor Meyer, Leonidas Rempelos, Kurt Möller, Else Bünemann (FiBL). (Foto: Universität Kopenhagen)

(03.06.2016) 

Wie kann die Versorgung mit Phosphor (P) im Biolandbau verbessert werden? Denn Phosphor (P) ist für alle Lebewesen als Bestandteil von DNA und anderen Molekülen essenziell. P ist darum ein unverzichtbarer Bestandteil der Düngung. Heute wird neben den Hofdüngern meist bergmännisch abgebautes Rohphosphat verwendet. Dies soll in Zukunft jedoch durch P-Dünger aus rezyklierten Abfällen ersetzt werden. Wie das gehen könnte, erforscht das FiBL als Projektpartner von IMPROVE-P im Rahmen des EU-Forschungsprogrammes CORE Organic II.

Die Projektteilnehmer evaluierten in IMPROVE-P unter der Koordination von Kurt Möller, Universität Hohenheim, alternative Recyclingdünger hinsichtlich ihrer P-Wirksamkeit, der Risiken, des Energieaufwandes und der Akzeptanz in der Branche. Zusätzlich wurden die mikrobiellen und pflanzlichen P-Mobilisierungsstrategien unter Zugabe verschiedener P-Dünger untersucht. Sarah Symanczik und Paul Mäder vom FiBL führten Topf- und Feldversuche durch. Am FiBL wurde auch ein Expertenworkshop zum Thema P-Recycling organisiert. Anschliessend wurden die Experten befragt, um einzuschätzen, wie es um die Akzeptanz neuartiger P-Dünger aus Abfallprodukten in verschiedenen Ländern steht. Die Resultate der Umfrage wurden in der Juni-Ausgabe des Magazins Bioaktuell publiziert.

Über die verschiedenen Kategorien von Recyclingdüngern wurden bereits drei Factsheets publiziert, ein viertes über Klärschlammaschen und -kohlen ist in Vorbereitung. In einer Synthese sollen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Recyclingdünger zusammengefasst werden. Da kein einzelner Recyclingdünger in allen Kriterien sehr gut abschneidet, wird man immer abwägen müssen, welcher Dünger in einer bestimmten Situation am besten geeignet ist. Wichtig ist, dass ein verstärktes Schliessen des P-Kreislaufs endliche Lagerstätten schont und dass viele Recyclingdünger pro Einheit P weniger stark mit Schwermetallen wie z.B. Cadmium kontaminiert sind als Rohphosphat.

Mitte Mai diskutierten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Kopenhagen die Ergebnisse der dreijährigen Forschungsarbeit zu IMPROVE-P. Das Konsortium besuchte in Dänemark auch die Forschungsstation in Taastrup, wo in einem Feldversuch unter der Leitung von Jakob Magid, Universität Kopenhagen, seit 2003 die Wirkung verschiedener Recyclingdünger auf Erträge und Bodenqualität untersucht werden. Dort konnte u.a. gezeigt werden, dass eine Erhöhung der organischen Substanz im Boden nach regelmässiger Zufuhr von Kompost den Treibstoffbedarf beim Pflügen reduziert. Auch dieser Aspekt müsste in die Beurteilung der Umweltwirkung von Recyclingdüngern in Zukunft noch miteinfliessen.

Weiterführende Informationen

FiBL-Kontakt

Else Bünemann-König, FiBL Schweiz

Links

FiBL-Shop