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Claudia Daniel
(Dr. agr.)

Departement für Nutzpflanzenwissenschaften
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claudia.daniel(at)fibl.org

Neue Publikation: Regulierung der Kirschfruchtfliege

Die Resultate aus mehr als einem Jahrhundert Kirschfruchtfliegenforschung wurden kürzlich in einem umfangreichen Review-Artikel von Claudia Daniel (Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL) und Jürg Grunder (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW) zusammengefasst. Neben der detaillierten Beschreibung der Biologie des Schädlings geht der Artikel auf die Geschichte der Kirschenfliegenregulierung, auf natürlichen Gegenspieler und potentielle Biocontrol-Organismen, wie auch auf Wissenslücken und zukünftige Forschungsansätze ein.

Befallene Kirschen

Befallene Kirschen

Weibchen, von insektenpathogenem Pilz befallen

Weibchen, von insektenpathogenem Pilz befallen

(10.11.2012) 

Die Kirschfruchtfliege ist der wichtigste Schädling im Kirschenanbau in Europa. Weisse Maden in Kirschen wurden erstmals 1540 in Frankreich schriftlich erwähnt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Biologie der Kirschfruchtfliege genauer untersucht. B. Frank, der Autor einer sehr frühen Kirschfruchtfliegenpublikation aus dem Jahre 1891 kommt bei seinen Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass es in der Tat gelungen sei, “die Lebensweise des Tieres nach allen Richtungen aufzuklären, so dass jetzt genau der Weg vorgezeichnet ist, welcher sicher zu einer erfolgreichen Bekämpfung des Tieres führen muss.” Rückblickend erscheint diese Einschätzung etwas zu optimistisch. In den letzten 120 Jahren wurde viel zum Thema Kirschfruchtfliege geforscht.

In der kürzlich erschienenen Publikation spannen die Autoren einen inhaltlichen Bogen der Kirschenfliegenbekämpfung über mehrere Jahrzehnte. Methoden von früher, heute, sowie ein Ausblick auf den zukünftigen Umgang mit der Kirschfruchtfliege werden aufgezeigt. Eine umfangreiche Tabelle gibt eine Übersicht über die derzeit angewendeten Bekämpfungsstrategien in den verschiedenen europäischen Ländern.

Aktuelle Situation

Im konventionellen Anbau steht weiterhin der Einsatz von Insektiziden im Vordergrund, während im Bioanbau verschiedene Massnahmen zu Einsatz kommen: Bei Niederstamm-Kirschenanlagen bewährt sich eine Abdeckung mit engmaschigen Netzen als effizienteste und kostengünstigste Massnahme. Der Einsatz des insektenpathogenen Pilzes Beauveria bassiana zur biologischen Regulierung der Kirschfruchtfliege wurde in den letzten Jahren intensiv erforscht und kommt derzeit in mehreren europäischen Ländern zur Anwendung. Für extensive bewirtschaftete Hochstamm-Kirschbäume fehlen jedoch momentan noch geeignete, biotaugliche Regulierungsmassnahmen. Es besteht also auch in Zukunft weiterer Forschungsbedarf.

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Claudia Daniel

Quellenangabe

Daniel, C. and Grunder, J. 2012. Integrated management of cherry fruit fly Rhagoletis cerasi (L.): Situation in Switzerland and Europe. Insects 3: 956-988. doi:10.3390/insects3040956

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