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Claudia Schneider
(Dr. agr.)

Departement für Nutzierwissenschaften
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Mit Hörnern im Laufstall

Von Natur aus sind Kühe behornt. Doch heute haben 90 Prozent der Kühe in der Schweiz keine Hörner mehr. Das Horn ist jedoch wichtig für die Kuh für das Sozialverhalten, die Rangordnung und die Körperpflege.

(20.08.2010) 

Die schweizerische Nutztierschutzorganisation KAGfreiland hat kürzlich auf einer Pressekonferenz zu ihrem neuen Tierprojekt «Horn auf!» aktuelle Ergebnisse zum Enthornen von Kühen vorgestellt. Das Unfallrisiko für Tier und Mensch bei behornten Kühen sei, so die Organisation, nur ein vorgeschobenes Argument, um die Enthornung zu rechtfertigen. Vielmehr werde enthornt, um Geld und Zeit zu sparen, da hornlose Kühe weniger Platz im Stall und weniger Betreuung benötigen. Wegen des wirtschaftlichen Drucks seien immer weniger Bauern bereit, den Mehraufwand für behornte Kühe zu leisten.

Auch FiBL-Mitarbeiterin Claudia Schneider hat mittels einer Stude belegt, dass  behornte Kühe in Laufställen gehalten werden können. Ihre Erhebung auf über 60 Betrieben und eine experimentelle Untersuchung auf einem Versuchsbetrieb ergaben allerdings, dass Platzbedarf und Arbeitsaufwand im Management höher sind. Wichtig sei neben der angepassten Stalleinrichtung vor allem auch der richtige Umgang der Tierhalter mit den Tieren.

Dass dies in der Praxis funktionieren kann, versicherte Kaspar Günthardt, Milchviehhalter aus Dällikon, stellvertretend für weitere Bauern: "Die höheren Kosten für den Bau eines Laufstalls für behornte Küche lohnen sich, weil man in gesunde Tiere und in ein artgerechtes Haltungssystem investiert."

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