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Bernhard Speiser
(Dr. phil.)

Departement für Nutzpflanzenwissenschaften
FiBL
Ackerstrasse 113
CH-5070 Frick

Telefon +41 (0)62 865-7243
Fax +41 (0)62 865-7273
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Regula Bickel
(Dr.sc.techn.)

Departement für Sozioökonomie
Leitung Gruppe Qualität & Sicherheit
FiBL
Ackerstrasse 113
CH-5070 Frick

Telefon +41 (0)62 865-0422
Fax +41 (0)62 865-7273
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Sarah Bögli
(M.Sc.)

Departement für Sozioökonomie
Wissenschaftliche Assistentin
FiBL
Ackerstrasse 113
CH-5070 Frick

Telefon +41 (0)62 865-1722
Fax +41 (0)62 865-7273
sarah.boegli(at)fibl.org

 

 

Beurteilung und Vermeidung von Rückständen

Die Produktionsmethoden des Biolandbaus sind darauf ausgelegt, rückstandsfreie Lebensmittel herzustellen. Dennoch kann es vorkommen, dass auch in Bioprodukten Spuren von Rückständen gefunden werden. Das Rückstandsteam des FiBL geht diesen Fällen nach, klärt die Ursachen ab und erarbeitet Massnahmen, um solche Rückstände in Zukunft zu vermeiden. Einige Beispiele unserer Arbeit:

Rückstände aus Unkräutern

Manche Unkräuter haben giftige Samen, welche sogenannte Tropanalkaloide enthalten. Ein Merkblatt zeigt die Massnahmen auf, mit denen der Verunreinigung von Ackerkulturen wie Mais, Hirse, Buchweizen oder Sonnenblumen vorgebeugt werden kann. Eine weiterführende Studie des FiBL zeigt zudem, welche Massnahmen Importeure und Mühlen ergreifen können, um Tropanalkaloide in Biolebensmitteln zu vermeiden.

Rückstände aus Verpackungsmaterialien

In Lebensmitteln werden immer wieder Rückstände gefunden, welche aus Verpackungsmaterialien stammen. Ein Merkblatt des FiBL zeigt, welche Stoffe bisher gefunden wurden, welches Gesundheitsrisiko besteht, und wie solche Rückstände vermieden werden können. Bei Verpackungen aus Altkarton treten immer wieder Rückstände von Mineralölkomponenten auf. Diese werden in einem separaten Merkblatt besprochen. Ein weiteres Merkblatt befasst sich mit der Problematik von PVC in Schraubdeckeln. Eine Studie vom November 2017 untersucht verschiedene mögliche Ursachen für das Vorkommen von Mineralölkomponenten bei Olivenöl.

Rückstandsrisiken durch Spritzen und andere Maschinen

Auch Biolandwirte dürfen fremde Maschinen ausleihen, oder ihre Kulturen von einem Lohnunternehmer pflegen lassen. Damit es nicht zu Rückständen kommt, müssen diese jedoch richtig gereinigt werden. Auch bei der Umstellung auf die biologische Produktion müssen alle Maschinen gründlich gereinigt werden. Dies gilt insbesondere für Pflanzenschutzspritzen. Im August 2013 haben deshalb Bio Suisse und FiBL ihr Merkblatt «Risiken beim Einsatz von Fremdmaschinen» überarbeitet.

Merkblatt "Risiken beim Einsatz von Fremdmaschinen"

Anleitungen für die Probenahme und Rückstandsanalysen bei Biolebensmitteln

Rückstandswerte sind nur aussagekräftig, wenn die Proben zweckgemäss genommen wurden. Zudem sollte die gewählte Analysenmethode diejenigen Substanzen nachweisen können, deren Vorkommen am ehesten vermutet wird. Als praktische Hilfsmittel finden Sie hier folgende Unterlagen:

Neuartige analytische Methoden

Neben der Spurenanalytik auf Pestizidrückstände existieren noch diverse andere analytische Methoden, insbesondere die Analyse stabiler Isotope. Eine Studie des FiBL untersucht, inwieweit sich diese Methoden für die Qualitätssicherung von Bioprodukten eignen.

Qualitätssicherung von Bioprodukten: Isotopen-Analytik und weitere neue Analysemethoden

Anleitungen für die Interpretation von Rückstandsfunden

In der Schweiz werden Rückstandsfunde auf Bioprodukten meist nach den Entscheidungsrastern von Bio Suisse beurteilt. Ähnliche Systeme bestehen auch im Ausland, beispielsweise der BNN-Orientierungswert, welcher vor allem in Deutschland verbreitet ist. In vielen anderen Ländern fehlen hingegen solche Anleitungen bisher. Das FiBL diskutiert dieses Thema mit Partnern im In- und Ausland, und hilft bei der Entwicklung, Überarbeitung und aktualisierung von Entscheidrastern mit.

Abschätzung der Rückstandsrisiken durch die Vegetationskontrolle bei Bahngleisen

Bahntrassen sind normalerweise unkrautfrei und es ist bekannt, dass dazu auch Herbizide eingesetzt werden. Eine Studie des FiBL hat untersucht, ob der Herbizideinsatz auf Gleisanlagen ein Rückstandsrisiko für die Bioproduktion darstellt.

Studie "Abschätzung der möglichen Auswirkungen der Vegetationskontrolle bei Bahngleisen auf die Bioproduktion"

Rückstände von Biphenyl

In Petersilie (und seltener in anderen Lebensmitteln) werden immer wieder Rückstände von Biphenyl gefunden. Diese sind meist auf Abgase in der Umgebungsluft zurückzuführen. Eine Studie des FiBL hat untersucht, wie es zu Rückständen von Biphenyl in Bioprodukten kommt, und was dagegen unternommen werden kann.

Studie "Rückstände von Biphenyl bei Kräutern - Literaturstudie zu Vorkommen, Ursachen und Vermeidung"

Rückstände von Anthrachinon

In getrockneten Lebensmitteln wie Trockenpilze und Tees werden immer wieder Rückstände von Anthrachinon gefunden. Nach neueren Untersuchungen scheint Anthrachinon bei Trocknungsprozessen zu entstehen. Eine Studie des FiBL hat untersucht, wie es zu Rückständen von Anthrachinon in Bioprodukten kommt, und was dagegen unternommen werden kann.

Studie "Rückstände von Anthrachinon in Lebensmitteln"

Rückstände von Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl in Bioprodukten

Eine Studie des FiBL hat untersucht, wie es zu Rückständen von Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl in Bioprodukten kommt, wie diese einzuschätzen sind und was dagegen unternommen werden kann.

Studie "Rückstände von Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-methyl"

Rückstände von o-Phenylphenol in Bioprodukten

Eine Studie des FiBL hat untersucht, wie es zu Rückständen von o-Phenylphenol in Bioprodukten kommt, und was dagegen unternommen werden kann.

Studie "Rückstände von o-Phenylphenol in Bioprodukten"

Biogetreide

Schädlinge wie der Mehl- und der Reiskäfer können in Silos zum Problem werden. Konventionelles Getreide wird bei Bedarf mit Vorratsschutzmitteln behandelt; bei Biogetreide ist dies nicht erlaubt. Biogetreide muss in separaten Silozellen gelagert werden, häufig befindet sich aber konventionelles Getreide in benachbarten Zellen des gleichen Silos. Untersuchungen des FiBL zeigen, unter welchen Umständen es dabei zu Verschmutzungen durch belastete Stäube kommen kann. Eine auf diesen Erkenntnissen basierende Checkliste von Bio Suisse gibt praktische Hinweise für die Silohaltung von Biogetreide. Ein FiBL-Merkblatt beschreibt die Möglichkeiten der Schädlingsregulierung.

Weitere Informationen

Biowein

Biowinzer setzen keine chemisch-synthetischen Fungizide ein. Damit auch der Biowein frei von solchen Substanzen bleibt, muss Abdrift von Pflanzenschutzmitteln aus konventionellen Nachbar-Rebbergen verhindert werden. Auch bei der Weinkelterung müssen verschiedene Vorsichtsmassnahmen eingehalten werden. Ein Merkblatt gibt detaillierte Ratschläge für die Praxis.

Weitere Informationen

FiBL-Merkblatt "Pestizidrückstände im Biowein: Wie vermeiden?"

Kürbisgewächse

Der Einsatz von DDT und verwandten Substanzen (sogenannten Organochlorpestiziden) ist bei uns schon lange verboten. In vielen Böden finden sich jedoch noch Spuren dieser Substanzen. Auf die meisten Kulturen hat dies keine Auswirkung. Kürbisgewächse (Gurken, Zucchetti, Kürbisse etc.) können jedoch diese Substanzen vom Boden aufnehmen, so dass es zu Rückständen kommt. Ein Merkblatt zeigt, wie das Risiko im Voraus eingeschätzt werden kann.

Weitere Informationen

FiBL-Merkblatt "Pestizidrückstände im Kürbisgewächsen: Wie vermeiden?"

Pestizidfreie Handschuhe

In biologischem Gemüse wurden immer wieder unerklärliche Spuren von Fungiziden aus der Gruppe der Dithiocarbamate gefunden. Eine detaillierte Analyse des Warenflusses hat gezeigt, dass manche Handschuhe Dithiocarbamate enthalten, und so zur Quelle von Rückständen werden. Das FiBL führt deshalb eine Liste von Handschuhen, welche frei von Pestiziden sind.

Weitere Informationen

FiBL-Liste "Handschuhe ohne Dithiocarbamat"

Informationen für die Praxis

Bio Suisse und FiBL arbeiten in diesem Bereich seit mehr als zehn Jahren eng zusammen. In einer dreiteiligen Artikelserie in der Zeitschrift bio.aktuell wurden die Erkenntnisse für die Produzenten und Verarbeiter leicht verständlich  dargestellt.

Informationen und Dokumente von Bio Suisse zum Thema Rückstände

Manual: Risikomanagement von Pflanzenschutzmittel-Rückständen in Lebensmitteln aus ökologischem Landbau