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FiBL-Projekt

Projekttitel Eine Studie zum Einfluss der Herkunft (Betrieb, Transport) und der Betäubung auf Stressparameter bei Schweinen unmittelbar vor der Schlachtung
Offizielles Akronym Transport und Schlachtung
Abstract

Der Einfluss der Herkunftsbetriebe und der Handhabung der Betäubung auf den Stress von Schweinen vor und bei der Schlachtung soll untersucht werden. Auf einem kommerziellen Schlachthof werden je 3 Gruppen von Schlachtschweinen mit problematischer Herkunft (eher gestresste Tiere) und mit unproblematischer Herkunft untersucht. Durch eine direkte elektronische Qualitätskontrolle bei der Betäubung ist es zudem möglich optimale und suboptimale Betäubungsvorgänge zu differenzieren. Aus jeder Tiergruppe werden die 5 Tiere mit der besten und die fünf mit der schlechtesten Bewertung der Betäubung ausgewählt. Von diesen Tieren werden Stichblut-Proben genommen und auf ihren Cortisol-, Laktat und Adrenalingehalt hin untersucht. Die Daten werden im Hinblick auf das Stresserleben der Tiere interpretiert. Das Projekt findet in der Vorbereitung und in der Bewertung der Ergebnisse in Kooperation mit einem kommerziellen Schlachthof statt und hat zum Ziel, einen Ausgangspunkt zu schaffen für die Diskussion der Stressproblematik bei Schlachtschweinen und für konkrete, modellhafte Verbesserungen.

Detaillierte Projektbeschreibung

Versuchsplan
Die Schweine werden in den frühen Morgenstunden von verschiedenen Händlern am Schlachthof angeliefert und dort in Gruppen von ca. 20 (zueinander gehörenden) Tieren eingestallt. Das Schlachthofpersonal geht davon aus, die ruhigen und die gestressten Gruppen schon anhand ihrer Herkunftsbetriebe unterscheiden zu können.
Aufgrund des Urteils der Schlachthofmitarbeiter werden besonders problemlose und besonders problematische Gruppen definiert. Am Untersuchungstag werden 2-3 (jedenfalls gleichviele!) Gruppen von jeder Kategorie untersucht.
Die Tiere werden gruppenweise in den Betäubungsraum getrieben. Aus jeder Gruppe wer-den sodann von den 5 Tieren mit den besten und von den 5 Tieren mit den schlechtesten Betäubungswerten Blutproben aus dem Stichblut entnommen. Diese werden sofort tiefgefroren und später auf Cortisol-, Laktat- und Adrenalinkonzentrationen untersucht.
Ausserdem wird der pH-Wert der Schlachtkörper sofort und nach 24h erfasst, um Hinweise auf stressbedingte Veränderungen im Fleisch zu bekommen.

Der Versuchsplan soll ermöglichen, sowohl die nach Einschätzung der Schlachthofmitarbeiter „guten“ und „schlechten“ Herkünfte der Tiere als auch die Bedeutung der optimalen Betäubung für das Stresserleben der Tiere zu evaluieren. Die Blutparameter Cortisol, Laktat und Adrenalin, die auf Stress und Angst sehr schnell und deutlich reagieren, werden dabei als deutlicher Hinweis auf das Empfinden der Tiere aufgefasst.

Indem auch die Beurteilung der Tiere (und ihrer Herkunft) durch die Mitarbeiter und ihre Handhabung der Betäubung mit berücksichtigt werden, wollen wir die im Schlachthof Tätigen in das Projekt aktiv einbeziehen. Dies wird weitergeführt, indem wir nach der Auswertung nochmals auf den Schlachthof fahren und die Ergebnisse den Mitarbeitern vorstellen und mit ihnen diskutieren. Daraus können konkrete Ideen entstehen, wie die Situation für die Tiere weiter verbessert werden kann.

Projektstatus laufend
Projektbeginn 01.10.2013
Finanzierung/ Donor
  • Stiftung Dreiklang
FiBL-Projektleitung/ Kontakt
FiBL-Mitarbeitende
  • Holinger Mirjam (Departement für Nutztierwissenschaften)
Rolle des FiBL

Koordination, Durchführung Datenerhebung, Datenauswertung, Publikationen

Forschungsschwerpunkte
Themen
Änderungsdatum 15.12.2016
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