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Medienmitteilung vom 06.11.2015

FiBL unterzeichnet Vertrag mit Abu Dhabi Farmers`Services Centre

Experten des Biolandbaus reisen während der nächsten vier Jahre in die Vereinigten Arabischen Emirate. Dort bauen sie in Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen, Wissenschaftlern und Landwirten ein Zentrum für biologischen Landbau auf. Der entsprechende Vierjahresvertrag wurde von Urs Niggli, dem Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL), und Rashed Mohamed Al Shariqi, dem Direktor des Abu Dhabi Farmers’ Services Centre (ADFSC), unterzeichnet.

Personen besichtigen ein Ackergelände, im Hintergrund ein Maisfeld und Häuser.

Maike Krauss (l.) und Urs Niggli (r.) vom FiBL erläutern der Delegation aus Abu Dhabi (m.) den Feldforschungsversuch "Reduzierten Bodenbearbeitung und deren Auswirkungen auf Treibhausgasemissionen" in Frick. (Bild: Andreas Basler, FiBL)

Personen bei der Vetragsunterzeichnung.

Der Vierjahresvertrag wird unterzeichnet. Vorne v.l.n.r.: Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für Biologischen Landbau (FiBL), Rashed Al Shariqi, Generaldirektor der Abu Dhabi Food Control Authority (ADFCA). Hinten v.l.n.r.: Dr. Alaa Joma, Direktor der Technischen Dienste des ADFCA, Saif Al Hafeeti, Projektmanager, Martin Ott, Stiftungsratspräsident FiBL, Nasser Al Junaibi, CEO der ADFCA. (Bild: Andreas Basler, FiBL)

(Frick, 6.11.2015) Die Landwirte in Abu Dhabi wünschen sich mehr Ernährungssouveränität. Um die biologische Lebensmittelproduktion als wichtiges Standbein der landwirtschaftlichen Selbstversorgung zu fördern, wurde vor sechs Jahren ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben. Das vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) eingereichte Projektdossier gewann den Zuschlag. Am Freitag, den 2. Oktober 2015 wurde der Vierjahresvertrag von Vertretern des FiBL und des Abu Dhabi Farmers’ Services Centre (ADFSC) unterzeichnet.

Vierjahresplan des FiBL für Abu Dhabi

Die Experten aus Frick haben sich für die nächsten vier Jahre den Aufbau der "Abu Dhabi Organic Section" zum Ziel gesetzt. Diese wird eine eigene Abteilung innerhalb des noch jungen Abu Dhabi Farmers‘ Services Centre (ADFSC) werden. Gemeinsam werden vier Bereiche aufgebaut. Diese werden nach Ablauf der Vierjahresfrist von den Experten vor Ort autonom weitergeführt:

  • Ein Zentrum für angewandte Forschung und Entwicklung im Bereich biologischer Landwirtschaft in enger Zusammenarbeit mit den einheimischen Bauern.
  • Eine Stabsstelle mit Fachwissen in politischen Bereichen, Gesetzgebung, Qualitätsmanagement sowie Zertifizierung biologischer Lebensmittel.
  • Die Inbetriebnahme von Musterfarmen, Trainingsprogrammen in biologischen Landbautechniken sowie allgemeine Wissensverbreitung und Kontakt zu Interessengruppen.
  • Aufbau von Vermarktungsstrategien biologischer Produkte.

Förderbedarf der Biolandwirtschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten

Rechtlich verankerte Richtlinien und eine Biozertifizierung existieren bereits. Gemäss dem statistischen Nachschlagewerk "The World of Organic Agriculture 2015" sind bis anhin 50 biologische Landwirtschaftsbetriebe registriert, welche etwa 4000 Hektaren bewirtschaften, also weit unter einem Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche. Das FiBL möchte mindestens 100 weitere Betriebe dazu motivieren, eine Umstellung auf Bioproduktion anzugehen. Rashed Mohamed Al Shariqi, Direktor des Abu Dhabi Farmers‘ Services Centre (ADFSC), glaubt, dass diese Zahl um einiges höher ausfallen wird: "Unsere Bauern haben mit sandigen und kargen Böden zu kämpfen. Sie sehen das grosse Potential der biologischen Landwirtschaft, da diese auf den Aufbau eines nachhaltig fruchtbaren Bodens fokussiert. Zudem haben die Bauern ein grosses Interesse daran, gesunde Nahrungsmittel für ihre Familien und Gemeinden zu produzieren."

Die Chancen auf Erfolg

Beide Vertragspartner sind zuversichtlich, dass die gesteckten Ziele erreicht werden. Denn die Wissenschaftler des FiBL in Frick verfügen nicht nur über fundiertes Fachwissen im biologischen Landbau der ariden und semiariden, also trockenen Klimazonen, sondern auch über viel Erfahrung im erfolgreichen Aufbau von Projekten zur Förderung des Biolandbaus in Ländern ähnlicher Breitengrade wie etwa Tunesien, Indien, Iran und dem Libanon.

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