Mastitistherapie mit Mistelpräparaten
Misteltherapie mit ISCADOR® in der Mastitis des Rindes
Peter Klocke,
Jörg Spranger
Die weissbeerige Mistel (Viscum album) wurde als Pharmakon in
den zwanziger Jahren von Rudolf Steiner in die anthroposophische
Medizin eingeführt. Sie diente und dient heute der ganzheitlichen
Krebstherapie, indem durch rhythmische Dosissteigerung bis zur Erhaltungsdosis
eine zunehmende Reaktion immunologischer Art des Organismus erfolgt
und damit die Körperabwehr gesteigert werden kann. Da bis heute
kein therapeutisches Prinzip bei der chronischen Mastitis des Rindes
wirklich nachhaltigen Erfolg verspricht, die chronischer Form der
Euterentzündung zudem ein immunologisch schwer zugängliches
Organ betrifft, schien es naheliegend, ein Immuntherapeutikum aus
Mistelextrakten (ISCADOR®) mittels systemischer und lokaler
Applikation zu prüfen.
Nach systemischer, subkutaner Applikation reagierten die Kühe
mit Antikörperanstiegen ähnlich wie der Mensch. Allerdings
konnte keine immunologische Reaktion am Euter festgestellt werden.
Auch nach lokaler Applikation in das Euter gesunder und erkrankter
Tiere erfolgte zwar eine massive temporäre Zellzahlsteigerung,
aber keine Gesundung. Offensichtlich muss zwischen Krebs und chronischer
Mastitis immunologisch deutlich getrennt werden. Ob das Rind überhaupt
für Mistelpräparate empfänglich ist, konnte mit
dieser
Arbeit nicht endgültig geklärt werden..
Die Arbeit wurde als Dissertation in Zusammenarbeit mit dem
Institut für Nutztierwissenschaften der ETH Zürich
(Prof. W. Langhans) durchgeführt und 2002 beendet sein. Die
Doktorandin Irena Marc
arbeitet seit Sommer 2001 in ihrer Heimat Slovenien.
Für die Unterstützung und Finanzierung der Arbeit danken
wir herzlich der Weleda
AG , Arlesheim und dem Verein für Krebsforschung
(Forschungsinstitut Hiscia). |